»Einheit des Vielen ohne Zwang« – der Kommunismus Th. W. Adornos

Kurzbeschreibung: Eine Sendung zum Kommunismus des Theodor W. Adorno mit einem Vortrag Joachim Bruhns (ISF) und Gesprächsauszügen von Adorno höchstselbst.

Sendereihe: Sachzwang FM

Mitwirkende:
Moderation: Dr. Indoktrinator
Referenten: Joachim Bruhn und Theodor W. Adorno

Links zum Beitrag: Beschreibung auf FRN

Gesamtlänge: 2 Stunden

Audiocharakteristika: mp3, mono, 40 kbit/s

Download: via AArchiv, via MF oder in zwei Teilen: 1, 2 (Gesamtgröße: 34,3 MB)

Der Vortrag Bruhns (oder einer mit demselben Thema) ist einzeln ebenfalls via AArchiv und via MF erhältlich (1:09 h, 24 MB).

Ankündigungstext:

Einheit des Vielen ohne Zwang

Der Kommunismus Theodor W. Adornos

Die Aufhebung der Philosophie war gescheitert: erst hatte die Arbeiterklasse im November 1918 den Sozialismus verraten, dann hatten Proletarier und Bourgeois im Januar 1933 gemeinsam die Demokratie verraten, schließlich hatte die akademische Fraktion des Kleinbürgertums im Mai 1968 auch noch das Erbe der Aufklärung überhaupt verraten. Die Kritische Theorie in der Fassung der “Negativen Dialektik” ist in einem die Reflexion dieses epochalen Debakels wie zugleich die Insistenz auf Wahrheit, auf Wahrheit über die negative Totalität der kapitalisierten Gesellschaft, auf Wahrheit gegen jeden Relativismus der Erkenntnis wie gegen jeden Pragmatismus des Handelns. Philosophie, die fortlebt, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung versäumt wurde, ist dadurch als materialistische bestimmt, daß sie in die paradoxe Konstellation von Kritik als Philosophie sich stellt. Versteht sich, daß dies den konzentrierten Haß der Linken, der Soziologen, der bürgerlichen Öffentlichkeit auf sich zog. Adorno hat umsonst gelebt: darin faßt sich das Urteil der deutschen Ideologie und insbesondere der Agenten des “Jargons der Eigentlichkeit”, der Heideggerianer und Foucaultianer und Habermasianer zusammen. Zielte schon die durchaus antisemitisch motivierte Verdrängung der Kritischen Theorie aus dem Kollektiv darauf, zur Wohlfahrt des Deutschtum beizutragen, so diente das Lob des Universalgenies dazu, die akademische Zerstückelung der Kritischen Theorie einzuleiten. Adorno wurde der gleichen Behandlung unterzogen wie Marx; man paßte ihn ins System der bürgerlichen Einzelwissenschaften ein und gewann so die neue Unschuld verdinglichten Denkens: Theorie statt Kritik. Damit diese Operation an Adorno gelingen konnte, mußte man ihm dasselbe amputieren wie schon Marx – die Unbedingtheit des Kommunismus, den Marx nicht aus Adam Smith, nicht aus Hegel gewann, sondern aus dem utopischen Arbeiterkommunismus des Naturrechts, dem Dézamys und Weitlings, den “kategorischen Imperativ”, der keiner Vermittlung fähig ist, das heißt die unmittelbare Evidenz der Vernunft. Die “freie Assoziation” als Antagonist falscher und verkehrter Synthesis durchs Kapital, eben: die Einheit des Vielen ohne Zwang – darin besteht der Kommunismus als das Movens der Kritischen Theorie. – Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg).

Tags: , , , , , , , ,
  • Twitter
  • Facebook
  • del.icio.us

2 Antworten auf “»Einheit des Vielen ohne Zwang« – der Kommunismus Th. W. Adornos”


  1. 1 Ernst Bloch und Theodor W. Adorno « Audioarchiv Pingback am 26. Juni 2009 um 21:17 Uhr
  2. 2 Arbeit ist Scheisze « autonome antifa westerzgebirge Pingback am 02. Mai 2010 um 19:00 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf + drei =