Gegen Standpunktdenken. Zur Kritik des Marxismus-Positivismus von MG und Gegenstandpunkt

Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek) hat im Februar 2010 in Bielefeld zur Kritik des GegenStandpunkts referiert. Die Veranstaltung wurde mit einem mp3-Player in entsprechend mäßiger Qualität aufgezeichnet. Wir dokumentieren ihn hier nachbearbeitet. Die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum sind meinen Bemühungen zum Trotz kaum zu verstehen (dafür ist die Abtastrate einfach zu niedrig).

Download: Vortrag (15 MB, 50 Minuten), Diskussion (12 MB, 41 Minuten)

Diskutiert wird der Vortrag auch hier.

Ankündigungstext:

Sicherlich hat sowohl die Welt als auch die deutsche Linke Schlimmeres hervorgebracht als die selige »Marxistische Gruppe« und ihr Nachfolgeprojekt, die Zeitschrift Gegenstandpunkt. Ihre Anhänger betreiben weder Globalisierungskritik noch Volxküchen, kritisieren Linksnationalismus und Proletkult und haben auch für Demokratie, Menschenrecht, Weltfrieden und ähnlich Herzerwärmendes nicht arg viel übrig. Wenn es aber allemal Schlimmeres gibt, so doch wenig Nervigeres als die patenten Topchecker mit dem unverwechselbaren Jargon. Denn mögen sie auch noch so ernsthaft Theorie betreiben – heraus kommt stets nur die sattsam bekannte Armada zeitlos »tauglicher Argumente«, welche, einmal eingeleuchtet, sich zu jedem nur denkbaren Gegenstand (und am besten im Dialekt der bayrischen Chefdenker) abspulen lassen.

Der GSP-Theoretiker nimmt die Position des Drüberstehers ein, des Intellektuellen als Souverän – aber eines Souveräns des gesunden Menschenverstands. Und wie jeder gesunde Menschenverstand explodiert auch dieser, wo er sich in Frage gestellt sieht: durch Reflexion und Introspektion, d.h. Philosophie und Psychoanalyse. Der Stammtischjargon von »Miezen« und »Negern« und dem »ganzen Judenzeugs« ist daher kein Exzess, sondern der Gegenstandpunkt selber: die ressentimenthafte Bekundung, sich von dem nicht tangieren zu lassen, was in seiner Mischung aus positivem System und common sense partout nicht aufgehen will.

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11 Antworten auf “Gegen Standpunktdenken. Zur Kritik des Marxismus-Positivismus von MG und Gegenstandpunkt”


  1. 1 Entdinglichung 30. Juni 2010 um 11:35 Uhr

    vor gut 10 jahren haben sich Quarkfasel (der zuweilen auch schon in der Vokü ass) und GSP noch ganz gut verstanden

  2. 2 hannes 01. Juli 2010 um 9:27 Uhr

    @entdinglichung; [mal abgesehen von dem selten dummen wortspiel] und das verwehrt ihm die möglichkeit die ausfälle des gegenstandpunktes zu thematisieren?

  3. 3 Felix 01. Juli 2010 um 10:58 Uhr

    @ Entdinglichung

    Mal abgesehen von dem recht gelungenen Wortspiel: Hast du für diese Behauptung auch einen Beleg aus dem unerschöpflichen Reservoir deines Szene-Archivs parat? (Mehr jedenfalls als den Hinweis, dass der Typ früher mal bei der Hamburger Gruppe Rausch, Ratio, Revolution (Junge Linke) war, was er in dem Vortrag selbst erwähnt). Ich halte das nämlich für ein Gerücht.

  4. 4 LW 01. Juli 2010 um 12:33 Uhr

    Quadfasel gegen GSP, das ist Not gegen Elend.

  5. 5 Entdinglichung 20. Juli 2010 um 17:07 Uhr

    @ Felix … das Wortspiel ist nicht von mir sondern kursiert seit rund 15 Jahren in HH … GRRR bzw. Junge Linke-“Nordfraktion“ haben jedenfalls Anfang Oktober 1998 GSP-Referenten auf die im wesentlichen von ihnen organisierte „Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland“-Konferenz in Hannover eingeladen … muss mal sehen, ob ich das Programm noch irgendwo liegen habe

  6. 6 BomberDomme 14. März 2011 um 0:11 Uhr

    Was für eine alberne „Kritik“ soll es denn bitte der hinweis sein wer sich mit wem vor 10 Jahren verstanden hat? abgesehen das nicht minder dümmliche Wortspiel mit seinem Namen.

  7. 7 der kindergarten-cop 14. März 2011 um 1:26 Uhr

    „Der GSP-​Theo­re­ti­ker nimmt die Po­si­ti­on des Drü­ber­ste­hers ein, des In­tel­lek­tu­el­len als Sou­ve­rän – aber eines Sou­ve­räns des ge­sun­den Men­schen­ver­stands. Und wie jeder ge­sun­de Men­schen­ver­stand ex­plo­diert auch die­ser, wo er sich in Frage ge­stellt sieht: durch Re­fle­xi­on und In­tro­spek­ti­on, d.h. Phi­lo­so­phie und Psy­cho­ana­ly­se.“

    passiert quatschfasel natürlich nich, wenn er sich mit seinem menschenverstand souverän über die besprochene gruppe stellt. schliesslich schaut regelmäßig in sich und entschärft diese brisante situation meisterlich und im vollen bewußtsein der jedem denken innewohnenden unsouveränität!
    nebenbei:
    schulbuch- (oder kindergartengesangsbuch-?)mäßig, wie der psychophilosoph seine beiden lieblingsdenkweisen aus dem denken selbst herleitet: denken über einen anderen gegenstand ist philosophie, denken über sein eigenes denken ist psychologie (bei quatschi sogar psychoanalyse).
    dagegen kann man ja nichts haben! gut dass in dieser brutalen totalabstraktion überhaupt nichts mehr von der speziellen natur der psychologie und philosophie drin steckt, die sie halt vom einfachen gebrauch seines denkapparates unterscheiden, weshalb sie ja auch nicht einfach nachdenken heissen und glatt eigene studienfächer sind.

  8. 8 ALDdjas 10. Januar 2013 um 8:33 Uhr

    Könnt ihr das bitte reuploaden?

  9. 9 Ernst 10. Januar 2013 um 12:21 Uhr

    Ich habe die Links aktualisiert.

  10. 10 harry 23. Dezember 2013 um 19:07 Uhr

    Warum nennt der Typ sich „Lars Quadfasel“?

  11. 11 Klaus 06. Januar 2014 um 1:55 Uhr

    Äh weil er so heißt?

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