Beiträge von Ernst

Vom Lager, dem Ausnahmezustand und der Anstößigkeit des Denkens

Nachtrag zum Poststrukturalismus:

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben gehört seit zehn Jahren zur Avantgarde seines Faches und wird auch in popkulturellen Zusammenhängen immer wieder zitiert und diskutiert. Mit seinen Schriften hat Giorgio Agamben in der Philosophie „die pole position eingenommen, die seit dem Tod Michel Foucaults vakant ist“. So hat es der Literaturwissenschaftler Anselm Havelkamp formuliert. Wie Michel Foucault ist Giorgio Agamben ein lästiger, sperriger und unbequemer Denker. Seine Texte sind so begeisternd wie anstößig, so anregend wie unbehaglich. [via]

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Ebenfalls von Sammy Khamis via Bayern2 über Agamben, etwas älter:

Die Brutalität der Realität

„Die souveräne Macht und das nackte Leben“ ist der Titel eines Buches des Philosophen Giorgio Agamben. Dem italienischen Denker geht es vor allem darum zu zeigen, wie sich unsere zeitgenössische, angeblich aufgeklärte Gesellschaft ihre eigenen totalitären Strukturen geschaffen hat. Solange es Macht gibt, so eine seiner Thesen, wird es Verbrechen wie den Holocaust und Lager wie Guantanamo geben. Sammy Khamis stellt Giorgio Agamben vor. [Weitere Infos]

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Elemente des Poststrukturalismus und seiner Kritik

Das sicherste Erkennungsmerkmal von Poststrukturalist_innen ist ihr Insistieren darauf, dass es den Poststrukturalismus gar nicht gebe. Mit ihrer redundanten Betonung des Vielfältigen, Kontingenten, Differenten und Flüchtigen verbinden sie den Anspruch, ein vereinheitlichendes Denken zu überwinden, das im Vollzug seines Universalitäts- und Objektivitätsanspruchs dem Einzelnen Gewalt antue. Diese Stoßrichtung lässt es plausibel erscheinen, den Poststrukturalismus in die Nähe kritischer Gesellschaftstheorie zu rücken, welche ebenfalls Identitätszwang und Rationalität als Resultate wie auch als Triebfedern einer historischen Entwicklung problematisiert, die in Gestalt der Shoah die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte ermöglicht hat. Grund genug, einen weiteren1 Blick auf dieses Denken zu werfen und auf seine Eigenarten, die es trotz scheinbarer oder tatsächlicher Übereinstimmungen von kritisch-dialektischer Theorie trennen.

1. Poststrukturalismusmen: Einführung von Gesa Mayer und Christian Schütze

Die Weigerung, poststrukturalistische Theoretiker_innen als Vertreter_innen des vermeintlich homogenen Poststrukturalismus zu präsentieren, bildet auch den Ausgangspunkt von Gesa Mayer und Christian Schütze, die als Kenner_innen und Sympathisant_innen der französischen Philosophie in Hamburg eingeladen waren, die Intros-Reihe mit einer Einführung zu dieser Strömung fortzusetzen. Sie widmeten sich jeweils überblicksweise poststrukturalistischen Denkern und den jeweils möglichen politischen Anschlüsse an deren Theorien (siehe Ankündigungstext unten). Auf die stinklangweiligen Thesen zu »post-autonomen Politiken«, mit denen der Vortrag endete, folgte eine wenig zielführende Diskussion, die wie üblich ebenfalls dokumentiert ist. Wie es sich gehört, waren Adorniten anwesend, die teils lediglich identitär motiviert, teils aber auch mit durchaus treffenden Einwänden (unter ihnen Roger Behrens), Kritik am Vorgetragenen äußerten. Zu einer richtigen Auseinandersetzung z.B. über das Verhältnis von Diskursanalyse und Ideologiekritik kam es ebenso wenig wie zu einer Diskussion über die Differenz von Dialektik und Dekonstruktion. Interessant fand ich allerdings eine Wortmeldung, in der der »antideutschen« PoMo-Kritik über regelrecht peinliche Unkenntnis ihres Kritikgegenstands hinaus eine unbemerkte inhaltliche Übereinstimmung mit Habermas vorgeworfen wurde (Ausschnitt siehe unten). Was den Vortrag betrifft, ist der in ihm gegebene Überblick recht brauchbar. Zumindest bin ich mir jetzt sicher, dass eine Beschäftigung mit Deleuze/Guattari sich weit weniger lohnt als eine mit Foucault.

DEN Poststrukturalismus gibt es nicht – wohl aber diverse, z.T. sehr unterschiedliche Theorieperspektiven, die als „poststrukturalistisch“ bezeichnet werden. Bei all ihrer Heterogenität ist den meisten Poststrukturalismen gemeinsam, dass sie die wirklichkeitserschaffende Kraft der Sprache betonen und sich besonders für Brüche und Diskontinuitäten (z.B. in Geschichte, Diskursen und Subjekten) interessieren.
In unserem Vortrag möchten wir die Ansätze der einflussreichen Poststrukturalisten* Michel Foucault, Jacques Derrida und Gilles Deleuze/Félix Guattari vorstellen und aufzeigen, welche Anknüpfungspunkte und Potenziale sie für linke Politiken bieten:

  • Welche Perspektiven eröffnet Foucaults kritische Analytik der Produktivität von Macht-Wissen im Vergleich zu Ideologiekritik und Repressionshypothesen? Wozu dient eine Lokalisierung von Techniken der (Selbst-)Regierung auch jenseits von staatlicher Herrschaft?
  • Wie lässt sich eine Subversion hierarchischer Gegensätze wie Männlich-Weiblich, Hetero-Homo, Gesund-Krank mit Derridas Konzept der Dekonstruktion betreiben? Welchen Beitrag leistet sein Begriff der Iterabilität zur Bestimmung der Möglichkeiten von (Un-)Doing Gender und aneignender Resignifizierung diskriminierender Sprache?
  • Wie kommt Deleuzes und Guattaris Theorie der De- und Re-Territorialisierung in post-operaistischen Konzepten wie denen der Multitude und des Empire zum Tragen? Welche Rolle spielt ihr Begriff des Begehrens für die Erfindung neuer Formen der Vernetzung und der Dissidenz?
  • Und: Was sind post-autonome Politiken?

Gesa Mayer promoviert in Soziologie an der Universität Hamburg zur Wirkungsmächtigkeit und Dekonstruktion der Monogamie-Norm.
Christian Schütze promoviert in Philosophie an der Freien Universität Berlin zur aneignenden Resignifizierung diskriminierender Sprache.

Hamburg, 7. Februar 2013.

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2. Roger Behrens mit einigen Bemerkungen zur poststrukturalistischen Theoriemode am Beispiel von Gilles Deleuze

In der Ausgabe der Freibaduniversität vom August 2007 geht Roger Behrens u.a. dem Umstand nach, dass Deleuze und andere Poststrukturalisten, bei denen der Begriff des Subjekts (und sei es als dekonstruierter) ja durchaus zentral ist, hinter die klassischen Subjekt-Philosophien von Kant, Hegel, Marx auf die rationalistisch-mechanistische Philosophie der Barockzeit (Spinoza, Leibniz) zurückgehen. Nach einigen Exkursen u.a. in die Musik diagnostiziert er Deleuze Idealismus, Geschichtslosigkeit und eine Ontologie der Differenz.

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3. La douce France? Birte Hewera über Jean Amérys zweite geistige Heimat zwischen Revolution und ewigem Stillstand

Birte Hewera geht in ihrem, der Thematik nach keineswegs neuen2, Vortrag der Strukturalismuskritik Jean Amérys nach, in ein paar Punkten aber auch über diese hinaus, indem sie Zitate anderer Kritiker des (Post-)Strukturalismus einarbeitet (z. B. François Dosse, Manfred Frank, Alfred Schmidt). Im Mittelpunkt steht, neben Lévi-Strauss, Foucault, der, Améry folgend, dem Strukturalismus zugeschlagen wird. Die von Améry geltend gemachte Gegenposition, der Sartresche Existentialsmus, mag als konterfaktische Restitution des bürgerlichen Humanismus, zumal nach der Liquidation des Individuums, fragwürdig sein. Einige seiner Aspekte, etwa der Anspruch, die – in letzter Instanz auch immer leibliche – (Leidens-)Erfahrung der Einzelnen in die Gesellschaftskritik vermittelnd aufzunehmen, erscheinen mir jedoch kompatibel mit einer kritischen Theorie im Anschluss an Adorno. Darüber hinaus formuliert Hewera eine interessante, wenn auch knappe, Kritik an Foucaults Diskursanlyse, welche zwar als Historisierung von Wissensformen auftritt, aber keinen Begriff von Geschichte mitbringt, der eine Ableitung und damit eine Erklärung der verschiedenen »Episteme« und ihres Übergangs ineinander ermöglichen würde.

1966 prognostiziert Michel Foucault, „daß der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“. Dass dieser Satz keine Empörung erregt, sondern von einer breiten Anhängerschaft geteilt wird, zeigt, dass sich die von Améry befürchtete Tendenzwende in Frankreich – und nicht nur dort – vollzogen hat: nämlich die Ablösung Sartres, der seit der Nachkriegszeit die intellektuelle Szene Frankreichs geprägt hatte, durch den Strukturalismus. Diese historische Entwicklung, sowie die inhaltliche Bestimmung des Strukturalismus gilt es nachzuvollziehen. Die Bedeutung Jean Amérys ist in diesem Kontext kaum zu überschätzen: Améry ist einer der ersten, die sich in deutscher Sprache einer Kritik am Strukturalismus widmen, lange bevor dieser in Deutschland überhaupt zu großer Bedeutung gelangt. Seine Kritik holt zurück, was der Strukturalismus verleugnet, nämlich die prekäre Leiblichkeit des Menschen. Nicht zuletzt gilt es zu fragen, warum gerade die Linke den Strukturalismus, der doch dem Individuum keinen nennenswerten Platz mehr beimisst, aufgreift und vorantreibt.

Mitschnitt vom 29. Januar 2013 in der Reihe „Philosophische Gespräche“.
Eine Veranstaltung des Helle Panke e. V. in Kooperation mit dem Institut für Sozialtheorie Bochum e. V.

Birte Hewera ist Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Kommunikationsgeschichte/Medienkulturen an der FU Berlin und arbeitet an einem Promotionsprojekt zu Jean Améry. [via]

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  1. Siehe z. B. die Beiträge zur feministischen Kritik am Poststrukturalismus, zum The­men­kom­plex Post­mo­der­ne, Se­xua­li­tät, Kör­per sowie Roswitha Scholz‘ These vom Abstraktionstabu im poststrukturalistisch dominierten Feminismus heute. »Antideutsche« Kritiken postmodernen Denkens finden sich in Beiträgen von Manfred Dahlmann und Alex Gruber.
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  2. Vgl. ihre Vortragsmitschnitte aus Halle und Berlin. [zurück]
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Queerfeminismus trifft Kapitalismuskritik

Altes und Neues zum Thema Ökonomiekritik und Geschlecht

Das Anliegen einer feministischen Ökonomie- bzw. Kapitalismuskritik erwuchs aus dem Unbehagen am Androzentrismus marxistischer Theorie und Praxis, in deren Rahmen Kritik etwa an geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und patriarchalen (Privat-) Verhältnissen nicht selten als »Nebenwiderspruch« abgefertigt und dem Kampf gegen den kapitalistischen Klassengegensatz untergeordnet worden ist. Dies zeichnen die beiden Referentinnen vom Antifaschistischen Frauenblock Leipzig (offenbar Inka Sauter und Sonja Engel – siehe ihren Text zum Thema) im ersten Teil ihres Vortrags im historischen Rekurs auf die Neue Linke in der BRD sowie die zweite Frauenbewegung nach. Im zweiten Teil setzen sie sich mit zwei Ansätzen queertheoretisch inspirierter Ökonomiekritik auseinander und kommen zu recht kritischen Einschätzungen. Es handelt sich zum einen um das Buch The End of Capitalism (as We Knew It): A Feminist Critique of Political Economy (1996) vom Autorinnenkollektiv Gibson-Graham, zum anderen um Sexuell arbeiten, herausgegeben von Renate Lorenz und Brigitta Kuster. Im Zentrum beider Teile steht u.a. die Theoretisierung des Verhältnisses von Arbeit (im marxschen Sinne) und Reproduktionstätigkeiten (»Hausarbeit«, generative Reproduktion, Erziehung).

Der Vortrag wurde am 17. Mai 2011 in Leipzig aufgezeichnet und gehörte zur Reihe »The Future is unwritten – Für eine Perspektive jenseits von Arbeitswahn und Staatsfetisch«.

Download: Vortrag (0:52 h, 48 MB), Diskussion (0:35 h, 32 MB) via AArchiv, Vortrag | Diskussion via unwritten-future.org.

Hören:

Ankündigungstext: (mehr…)

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Einführung in die Wert-Abspaltungs-Kritik (II)

Die Hamburger Intros-Reihe zur Einführung in die Gesellschaftskritik wird seit Jahresbeginn fortgesetzt mit Vorträgen, die nicht thematisch zentriert sind, sondern einzelne Theorieansätze vorstellen. Den Anfang dieser dritten Runde machte »EXIT!«-Redakteur Claus Peter Ortlieb am 3. Januar 2013 (vor einem vermutlich noch leicht verkaterten Publikum) mit einem Vortrag zur Wert- und Wert-Abspaltungs-Kritik. Er geht sowohl auf die wertkritische Deutung der marxschen Ökonomiekritik (Geldvermehrung als irrationaler Selbstzweck, subjektlose Herrschaft) als auch auf die abspaltungstheoretische Kritik des Geschlechterverhältnisses und die umstrittene Krisentheorie ein, wie sie maßgeblich von Robert Kurz entwickelt wurde. Vgl. auch die Beiträge Ortliebs zur Krisentheorie, Wissenschafts- und Subjektkritik, sowie die etwas anders geartete Einführung in die »WAK« von Daniel Späth.

Beschreibung der Reihe und Ankündigungstext des Vortrags: (mehr…)

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Zum 90. Geburtstag von »Geschichte und Klassenbewusstsein«

Georg Lukács und seine Rezeption für Einsteiger, Freunde und Kenner

1923 erschien mit der Aufsatzsammlung Geschichte und Klassenbewusstsein eine Art Gründungsdokument des späterhin so genannten »Westlichen Marxismus«. Für die Junge Panke/Helle Panke Berlin Anlass, ihr und ihrem Autor Georg Lukács einen Abend »in gepflegter salonbolschewistischer Atmosphäre« zu widmen. Nach »Zwanziger-Jahre-Arbeiterbewegungs-Chanson am E-Piano« referierten Patrick Eiden-Offe und Frank Engster im Kreuzberger Monarch über Biographie, Werk und Rezeption von Georg Lukács. Im Mittelpunkt stand neben dem berühmten Verdinglichungsaufsatz auch Lukács‘ zwiespältiges Verhältnis zur Partei- und Organisationsfrage, sein historisch bedingtes Schwanken zwischen eher linkskommunistisch-spontaneistischen Vorstellungen vom subjektiven Faktor und leninistischen Avantgarde-Konzepten.

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Rosa & Karl

Bayern 2 RadioWissen hat kleine biographische Features über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gesendet.

Download: Rosa via BR via RS (19 min, 18 MB) || Karl via BR | via RS (23 min, 21 MB)

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Der vergessene »Kommunistenrabbi«

Zum 200. Geburtstag von Moses Hess

Exit!-Redakteur Udo Winkel hat im Dezember einen Vortrag über den weithin vergessenen Philosophen Moses Hess gehalten. Der Wegbereiter und -gefährte von Marx und Engels, 1812-1875, war einer der ersten (sozialistischen) Zionisten. Winkel liefert einen kurzen, kenntnisreichen Überblick über die Marxrezeption, die er dafür verantwortlich macht, dass Hess mittlerweile wieder vergessen worden ist. Danach geht er u.a. auf Hess‘ Religions-, Staats- und Geldkritik ein. Er bedient sich dazu ausführlicher Zitate.

Eine Kurzfassung des Referats ist erschienen in EXIT! Nr. 10.

10.12.2012 (19:00)
Vortrag: Der vergessene „Kommunistenrabbi“ – Zum 200. Geburtstag von Moses Hess

Referent: Udo Winkel
Beginn: 19 Uhr
Ort: Jugendhaus Erlangen

Um Moses Hess ist es still geworden, seine Werke sind vergriffen und bestenfalls noch antiquarisch zu erwerben. Das sah vor dreißig Jahren noch etwas anders aus. Im Zuge der Beschäftigung mit Marx und seinen theoretischen Voraussetzungen seit der Studentenbewegung war der Linkshegelianismus und frühe Kommunismus und damit auch Moses Hess wiederentdeckt worden. Seine Schriften wurden neu aufgelegt, Arbeiten über ihn verfasst und er wurde in Kompendien gewürdigt. Dass er erneut in Vergessenheit geraten ist, sagt viel über die heutige Marxrezeption aus. Hess war nicht nur der erste deutsche Kommunist, der wesentlich dazu beitrug, dass Marx sich vom Linkshegelianismus loslöste, sondern auch der Vorläufer eines sozialistischen Zionismus. Das Referat will an den „Kommunistenrabbi“ erinnern und ihn würdigen.

Udo Winkel lebt in Nürnberg und ist Redakteur der Theoriezeitschrift EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft.

veranstaltet von:
BAK Shalom Erlangen
Exit! – Krise und Kritik der Warengesellschaft
Haskala Bayern

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Was bleibt vom Individuum?

Von der Entfremdung des Menschen zum Untergang des Individuums

Die Initiative Sozialistisches Forum Freiburg dokumentiert einen Vortrag zum Begriff des Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft, den Lea Bendemann im Rahmen des ISF-Jour Fixe im Juli 2012 gehalten hat. Im ersten Teil setzt sich Bendemann mit den Marxschen Frühschriften und der Spaltung des Individuums in Bourgeois und Citoyen auseinander. Im zweiten Teil befasst sie sich mit Adornos Reflexionen über das Individuum im Zeitalter von (und nach) Auschwitz. Im Dritten bemüht sie sich um den Nachweis, dass Adorno an die Marxschen Frühschriften anknüpft.

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Das Problem des Kommunismus

Bei der Basisgruppe Antifaschismus habe ich einen ganz informativen Vortrag Frank Engsters über die Revolutions- und Kommunismusvorstellungen des traditionellen Marxismus sowie bei Lenin, Lukács, in der Kritischen Theorie und im Postmarxismus (Negri, Badiou, Das Unsichtbare Komitee) gefunden. Ein großer Teil seiner Ausführungen gegen Ende kreisen um die Problematik und die (postmoderne) Kritik der Repräsentation.

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Antideutsche Wertarbeit

Zum Jahresende dokumentieren wir einen Kongress, der vor mittlerweile mehr als zehn Jahren, vom 29.-31.3.2002 in Freiburg stattfand. Ein halbes Jahr nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center, in deren Folge sich der Bruch innerhalb der deutschen Linken zur unleugbaren Kenntlichkeit vertiefte, richtete die Initiative Sozialistisches Forum einen Kongress aus, dessen Beiträge teilweise auch heute noch – nicht nur in »szenehistorischer« Hinsicht – interessant sind und dessen Diskussionen ihre Aktualität mitunter noch nicht vollends verloren haben. Einige der Beiträge sind bereits in Form von Radiosendungen dokumentiert worden. (mehr…)

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Marx und die Hegelsche Dialektik

Zum Abschluss der Satellitenseminare 2012 sprach Eva Bockenheimer über das Verhältnis der Marxschen Gesellschaftskritik zur Hegelschen Dialektik. Kenntnisreich und zugleich sehr verständlich führt sie in ihrem Vortrag zunächst in das Problem des Anfangs in der Hegels Wissenschaft der Logik ein (reines Sein geht über ins Nichts usw.). Anschließend skizziert sie Marxens Übernahme und Modifikation der dialektischen (Anti-)Methode, der es nicht um die Anwendung eines äußerlichen Verfahrens auf den Gegenstand geht, sondern, ansetzend bei der abstrakten Unmittelbarkeit, um die Entfaltung der Logik der Sache selbst.

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An den Grenzen des Geistes (II)

Tagung zum 100. Geburtstag von Jean Améry

Nach einiger Verzögerungen können wir nun einige weitere Beträge der Berliner Améry-Tagung vom 17. November 2012 dokumentieren. Es handelt sich um zwei Vorträge des zweiten Podiums, das einen philosophischen Schwerpunkt hatte, sowie um den Abschlussvortrag der Améry-Biografin Irene Heidelberger-Leonard, die viele Motive der Tagung noch einmal aufgreift und einige neue Aspekte anspricht. Das Literatur-Podium wurde nicht aufgezeichnet. Es ist nach Aussage der VeranstalterInnen allerdings ein Tagungsband geplant, in dem alle Beiträge schriftlich dokumentiert werden.

Podium 2: Philosophie im Spannungsfeld von Erfahrung und Abstraktion

Gerhard Scheit, Folter und Vernichtung. Jean Amérys immanente Kritik an der Philosophie Jean-Paul Sartres

Deborah Hartmann, »Was mir anliegt, das ist die Beschreibung der subjektiven Verfassung des Opfers.« Jean Améry, Theodor W. Adorno und das Jude-Sein nach Auschwitz

Deborah Hartmann, Studium der Politikwissenschaft und Geschichte in Wien, seit 2007 Pädagogische Mitarbeiterin der International School for Holocaust Studies Yad Vashem, lebt seit 2011 in Berlin und repräsentiert die pädagogische Abteilung Yad Vashems in den deutschsprachigen Ländern. [via]

Festvortrag:
Irene Heidelberger-Leonard, Was bleibt? – Jean Améry zum 100. Geburtstag

Vom Festvortrag gibt es auf Youtube eine Videoaufzeichnung mit mäßiger Klangqualität.

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Privateigentum – »tief im Wesen des Menschen« begründet?

Zur Entstehung und Kritik des bürgerlichen Eigentumsbegriffs

Die Freie Uni Bamberg dokumentiert einen einführenden Vortrag vom 22.06.2012, den Ingo Elbe (u.a. Rote Ruhr Uni, Institut für Sozialtheorie) offenbar schon öfter gehalten hat. Er befasst sich mit der Legitimation des Privateigentums bei John Locke, dessen Theorie recht kleinschrittig und leicht verständlich entwickelt wird, wie auch mit Kritik an derselben, wie sie von Immanuel Kant formuliert wurde. Eingerahmt ist das Ganze von einem ideengeschichtlich aufschlussreichen Exkurs über die (Gemein-)Eigentumsvorstellungen der Vormoderne am Anfang und einigen Ausführungen zur Kritik des Privateigentums im Kontext der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie (u.a. gewaltsame Aneignung in der ursprünglichen Akkumulation) am Ende.

Einen gewissen Nachdruck legt Elbe darauf, dass bereits die Lockesche, frühbürgerliche Apologie des Eigentums die Möglichkeit eines Opfers des Eigentümers an die Eigentumsordnung als solche enthält. Vgl. dazu auch seinen Text Vom Eigentümer zum Eigentum und allgemein die Sammelbände zur Kritik der politischen Philosophie.

Download: via AArchiv, via RS (1:13 h, 67 MB)

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An den Grenzen des Geistes (I)

Tagung zum 100. Geburtstag von Jean Améry

Am 17. November veranstaltete der Arbeitsbereich Kommunikationsgeschichte/Medienkulturen der FU Berlin eine kleine, aber gut besuchte Konferenz über Jean Améry. Unterstützt durch die VeranstalterInnen sowie die Tontechniker vor Ort und mit freundlicher Einwilligung der ReferentInnen habe ich einige der Vorträge aufgezeichnet. Hier erfolgt nun zunächst die Dokumentation des Eröffnungspodiums. Es stand unter dem Titel: »…daß das Wort nicht verstumme«: Was bedeutet »Moralisierung der Geschichte«?

Sich durch dieses und andere Podien ziehende Fragen bezogen sich auf Amérys Erfahrungen als Opfer von Folter und als Shoahüberlebender, sowie auf sein Verhältnis zu Sartre, Adorno, Hannah Arendt und zum Zionismus.
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Über Walter Benjamin

Ein kleines, aber feines Feature über Walter Benjamin.

Download via WDR (0:15 h, 7 MB)

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