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Der Maulwurf und die Nelken

Krise & Revolution in Portugal

A toupeira e os cravos – Crise e Revolucão em Portugal – O rizoma … 1974 – 2014 / The mole and the carnations – crisis and revolution in Portugal – the rhizome … 1974 – 2014

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Im letzten Jahr hat die Leipziger Translib eine Veranstaltungsreihe anlässlich der vierzigsten Jährung der portugiesischen Revolution von 1974/75 organisiert. Nach dem Putsch vom 25.04.1974 gegen das faschistische Regime Salazars explodierten in Portugal die Klassenkämpfe und das Proletariat begann sich in großen Teilen in Räten und Komitees selbst zu organisieren. Gegen diese Selbstorganisierungsansätze setzte sich in Portugal nach erheblichen Auseinandersetzungen schließlich die bürgerliche Demokratie durch – die radikalen Tendenzen der »letzten sozialistisch orientierten Revolutionsbewegung der Arbeiter_innen und der Landarmut im alten Europa« sind heute nahezu vergessen. Die Translib hat es sich im Zuge der Veranstaltungsreihe zur Aufgabe gemacht, diesem Vergessen entgegenzuwirken und zahlreiches Material zutage befördert. Dabei ging es nicht um eine rückblickende Glorifizierung dieser Bewegung, sondern um eine Aufarbeitung – so wurde etwa im Rahmen der Reihe immer wieder der Sexismus der Arbeiterbewegung Portugals jener Zeit problematisiert und die Rolle der Frauen herausgearbeitet. Wir dokumentieren im Folgenden die Mitschnitte der Veranstaltungsreihe. Wir hatten damals bereits schon ein Interview zur Veranstaltungsreihe dokumentiert, das gut zur Einführung und Einstimmung gehört werden kann.

Die Veranstaltungsreihe „Der Maulwurf & die Nelken“ / „Topeira e Cravos“ hat zum Gegenstand die revolutionäre communistische Tendenz in der bürgerlichen Gesellschaft, die in den Ereignissen um die „Nelkenrevolution“ in Portugal vor allem in den Jahren 1974 und 1975 als wirkender Faktor in Erscheinung trat. Dieser Teil der Geschichte, als eine von Klassenkämpfen, ist heute weitgehend vergessen oder überhaupt unbekannt, und an seiner Stelle steht das spektakuläre Bild der Aktionen von Militärs und Politikern. Dabei war der Putsch vom 25.4.1974 gegen das faschistische Regime der Anlass zu einer regelrechten Explosion der Klassenkämpfe, die sich schon durch die vielen Streiks und Demonstrationen der Arbeiter_innen Ende 1973 angekündigt hatte, zu einem Zeitpunkt, an dem sich die portugiesische Gesellschaft in einer tiefen Krise befand. Der proletarische Maulwurf wühlte eben schon, bevor die Nelken zu blühen begannen, die dann zum Symbol des friedlichen Umsturzes des faschistischen Salazar/Caetano-Regimes geworden sind. Diese Periode des Klassenkampfes, die in Portugal als „Processo Revolucionário Em Curso” (anhaltender revolutionärer Prozess; abgekürzt: PREC) bezeichnet wird, begann mit einer großen Welle von Streiks und Demonstrationen. Sofort strömten die Menschenmassen spontan auf die Straße, feierten das Ende des alten Regimes und nahmen den Kampf gegen die faschistischen Überreste in der Gesellschaft (zunächst die Geheimpolizei sowie Faschisten in der Leitung verschiedener Unternehmen) selbsttätig auf. Am 1.Mai 1974 war der Aufbruch von Millionen Menschen auf den Straßen der deutlichste Ausdruck des allgemeinen Willens zur Emanzipation von den alten Mächten. Am Vorabend, dem 30. April („Walpurgisnacht“!) hat sich die organisierte Frauenbewegung in Portugal gegründet – die MLM. Wie schwer sie es hatte, machte aber auch zugleich die fatale Rückständigkeit des proletarischen „Maulwurfs“, seine Blindheit deutlich ! Immerhin: überall gab es nun Streiks und Fabrikbesetzungen, und die Arbeiter_innen organisierten sich selbst, unabhängig von den gewerkschaftlichen Apparaten, um ihre Interessen durchzusetzen und teilweise sogar die Produktion in die eigenen Hände zu nehmen. Auch wurden schliesslich viele Ländereien besetzt, und die Landarbeiter_innen schlossen sich zu Kooperativbetrieben zusammen, begannen sich so aus der Armut und Ohnmacht zu befreien. Nachdem im März 1975 noch einmal ein rechter Putschversuch von Arbeiter_innen und Soldaten abgewehrt werden konnte, wurden zunehmend Fragen der Selbstbewaffnung und der Bildung revolutionärer Räte aufgeworfen. Dieser Macht-Klärungsprozess spitzte sich bis Ende 1975 immer weiter zu und konnte erst durch eine große polizeiliche Aktion der unter dem Schutz der „sozialistischen“ Militärdiktatur neuentstehenden bürgerlichen Demokratie unterbunden werden.

Im offiziellen Gedächtnis ist wenig Wahres von dieser abgebrochenen Revolution übrig geblieben. Die Rolle des Proletariats als Maulwurf und Unterminierer der alten feudalen, kolonialen und ebenso der modernen bürgerlichen Gesellschaft und seine Wühlarbeit als revolutionäre Subversion in den Klassenkämpfen wird kaum begriffen, ist aber darum noch lange nicht aus der Welt geschafft. Das Rhizom bleibt! Denn der gesellschaftliche Gegensatz von gesellschaftlicher Arbeit und privatem Klasseneigentum, der immer wieder zur Krise und zum Klassenkampf treibt, wie die Ereignisse der letzten 6 Jahre auf der ganzen Welt mal wieder gezeigt haben, besteht weiterhin und zwingt uns bei Strafe des Untergangs, ihn auf eine neue Weise aufzuheben. Um den schon begonnenen, aber bisher immer wieder gescheiterten Übergang zu einer communistischen Produktions- und Verteilungsweise erneut anzugehen, müssen wir die revolutionären Versuche der Vergangenheit genau studieren, um nicht dem geschichtlichen Wiederholungszwang zu verfallen, ihre alten Fehler erneut zu begehen. An der „portugiesischen Erfahrung“ können wir vor allem lernen, wie und um welchen Preis das Proletariat die politische Macht an das Militär oder an staatstragende Parteien – trotz ihrer vorübergehenden „sozialistischen“ Programme stets die Hüter der bürgerlichen Eigentumsordnung – abgeben kann und wie es passiert, dass wir im Schatten unserer Repräsentation alle unsere Möglichkeiten aufgeben können, endlich zur geschichtlichen Macht, zum selbstbewussten Subjekt zu werden, das heisst für unsere eigene Aufhebung als Proletariat, als Objekt der Lohnsklaverei. Die Zahlungsbilanz der sozialen Kämpfe an Europas Peripherie wirft nach 40 Jahren im Zentrum der neuen Krise unweigerlich, auf allen Ebenen die Frage der Abrechnung auf. [via]

1.) „Nelkenrevolution“ – 40 Jahre PRECärer Aufbruch in Portugal

Die Veranstaltungsreihe wurde mit einer kommentierten Lesung eröffnet. Nach einer Einleitung zum Titel und zur Intention der Reihe begann die Lesung mit einem Auszug des Textes „Wer hat die Macht in Portugal?“ von Maren Sell aus dem Sommer 1974, worin die Vorgeschichte der Revolution und die Ereignisse und Stimmungen unmittelbar nach ihrem Ausbruch beschrieben werden. Im Text „Portugal vor der Entscheidung“ von Tony Cliff aus dem Herbst 1975 wird dann die Dynamik und Entfaltung der Klassenkämpfe beschrieben. Der Text „Der soziale Krieg in Portugal“ des Situationisten Jaime Semprun charakterisiert die Klassenauseinandersetzungen im Zuge der portugiesischen Revolution und bezieht sich dabei vor allem auf die Ereignisse des Jahres 1975. Der Text des Trotzkisten Peter Robinson, „Arbeiterräte in Portugal 1974/75″, aus dem Jahr 2010 enthält Beschreibungen der rätemäßigen Organisierung der Arbeiter, wobei er die Auseinandersetzung um die Selbstverwaltung mehrer Zeitungen fokussiert, und beschreibt das Auslaufen des revolutionären Prozesses. Der Text „Die portugiesische Erfahrung“ des Zeitzeugen Charles Reeve versucht eine Auswertung der gescheiterten Revolution und eine Bestimmung ihrer inneren Schranke, die er vor allem in der Fixierung auf das Militär sieht. Der zweite Teil widmet sich der Erfahrung von Frauen, die an der Revolution teilgenommen, sich in ihrem Zuge ebenfalls selbst organisiert haben und die dabei auf erheblichen Widerstand der Männer gestoßen sind. So werden Auszüge aus den „Neuen Portugiesischen Briefen“ von Maria Isabel Barreno, Maria Teresa Horta und Maria Velho da Costa verlesen. Außerdem wurden einige Stellungnahmen und Flugblätter der Movimente de Libertação das Mulheres (MLM, Bewegung zur Befreiung der Frauen) verlesen. Eine Literaturliste der verlesenen Texte gibt es hier (PDF). Ein Video von dem in der Lesung erwähnten Angriff auf eine feministische Demonstration in Lissabon kann hier gesehen werden, ein Flugblatt der MLM, das auf dieses Ereignis reagiert, gibt es hier.

“A Revolucâo dos Cravos“ – 40 anos de partida PRECária – „Nelkenrevolution“ –40 Jahre PRECärer Aufbruch in Portugal

Wir wollen diese „vergessene Revolution“ am Rande Europas ins Zentrum der Gegenwart, unserer Wahrnehmung bringen – in eine heute noch weiter verschärft krisenhafte Aktualität, deren Alltag ähnlich prekär ist für lohnabhängige Menschen überall, wie sie es bei dem Aufbruch in Portugal vor 40 Jahren war. Und diese – wie jede – Revolution war selbst äusserst brüchig, ja gebrochen, eben prekär: so in ihrer Klassenzusammensetzung, ihren widerspruchsvollen sozialen Interessen-Triebkräften, was in ihrem politischen Durchbruch, Aufbruch und Abbruch als Tumult und „Chaotisierung“, als „Ordnung“ und „Demokratisierung“ erschien. So im Geschlechterverhältnis, im Aufbruch der Frauen aus dem klerikal-faschistischen und unterentwickelt-kapitalistischen Muff patriarchalischer Ausbeutung … Und auch der feministische Emanzipationsanlauf brach sich zunächst noch während jener Revolution an dem Machismo und Sexismus, der in Portugal – natürlich nicht nur dort — bis heute fast ungebrochen dominant geblieben ist.

Aus Anlass der Gründung der portugiesischen Frauenselbstbefreiungsorganisation MLM (Movimento de Libertaçâo das Mulheres) am 30.April 1974 — wenige Tage nach dem Miltärputsch der antifaschistischen Offiziere & Hauptmänner und am Vorabend des 1.Mai, an dem „die Arbeiterklasse und das Volk“ in Portugals Zentren massenhaft als revolutionäres Subjekt, aber auch als bloße Repräsentation auf die Bildfläche trat – in dieser „Walpurgisnacht“ ist die translib ein Ort der Zugänge und des Zusammentreffens: von Bildern und Dokus, Analysen und Stimmen aus jenen Tagen sowie kritischen Blicken der Jetztzeit … Eine Fete ohne Folklore und Tanz in den Mai. Ein Büffet mit Portwein soll es aber geben. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 153 MB; 2:47:09 h)
    Hören bei Youtube: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

2.) Die Abrechnung steht noch aus – 40 Jahre Klassenkämpfe in Portugal

Am 20. Juni 2014 waren im Rahmen der Portugal-Reihe Charles Reeve und Ricardo Noronha zu Gast. Charles Reeve war selbst an der portugiesischen Revolution beteiligt und hat seit dem mehrere Texte über die revolutionären Prozesse aus linkskommunistischer Sicht veröffentlicht. Nach einer Einleitung durch die Translib referiert Reeve auf portugiesisch und wird von Cornelia Döll ins Deutsche übersetzt. Charles Reeve geht es in seinem Vortrag vor allem darum, mehrere Mythen zu zerstören: Ein demokratischer Teil der Armeeführung habe die Revolution gemacht und das faschistische Regime gestürzt; die Portugiesische Revolution sei eine Revolution gewesen, die das heutige bürgerlich-demokratische System erreichen wollte; die Portugiesische Revolution sei ein staatssozialistischer Putsch gewesen. Außerdem skizziert er die Schwierigkeiten der ökonomischen Organisierung des Landes im Zuge der revolutionären Prozesse und sucht nach Ursachen für das Scheitern der Revolution. Immer wieder setzt er sich dabei mit Äußerungen Guy Debords zur Portugiesischen Revolution auseinander.

Ajustar contas ainda abertas – 40 anos de luta de classes em Portugal. Debate acerca da “Revolução dos Cravos/PREC”, com um participante e um activista de Portugal (colaboradores da revista “Tranvía” e do Vol. 15 da “Biblioteca da Resistência”)

Die Abrechnung steht noch aus – 40 Jahre Klassenkämpfe in Portugal. Diskussionsveranstaltung zur „Nelkenrevolution / PREC“ mit Charles Reeve und Ricardo Noronha

Es gibt Orte und Jahreszahlen, die in linken Ohren sofort vertraut klingen und bei Vielen eine Flut von Assoziationen, Bildern und Namen hervorrufen. St. Petersburg 1917, Barcelona 1936 oder Paris 1968 sind längst zu mythischen Chiffren für die Siege und Niederlagen der sozialen Revolution geworden. „Lissabon 1974“ bringt dagegen nichts zum Klingen, ruft keine Namen, Bilder und Parolen hervor. Lissabon 1974 steht in keiner lebendigen Beziehung mehr zu uns, und das wofür die Chiffre einsteht, ist nahezu völlig aus dem historischen Bewusstsein einer sich revolutionär verstehenden Linken gelöscht. Und das obwohl – oder vielleicht: gerade weil – das, was am 25. April 1974 in Lissabon mit einem linken Militärputsch in Gang kam, sich rasant zu der radikalsten und umfassendsten sozialen Revolution ausweitete, die Westeuropa nach dem 2. Weltkrieg erschüttert hat. Denn auf die Absetzung eines faschistischen und kolonialistischen Regimes folgte in Portugal eine riesige Bewegung der Besetzungen, die sich innerhalb weniger Monate zehntausende Wohnhäuser, Betriebe und Landgüter aneignete und sie unter die räteförmige Selbstverwaltung der ausgebeuteten Klassen stellte. Seither gab es wohl keinen praktischen Angriff auf die bestehenden Eigentumsverhältnisse mehr, der den herrschenden Klassen so gefährlich geworden wäre!

Wir möchten an diesem Abend über jene Ereignisse diskutieren. Dafür konnten wir mit Charles Reeve und Ricardo Noronha zwei ganz besondere internationale Gäste gewinnen.

Charles Reeve (*1945) desertierte 1967 aus der portugiesischen Kolonialarmee und lebt seitdem im Pariser Exil. Er war in den Jahren 1974/75 aktiver Teilnehmer des revolutionären Prozesses in Portugal. Bereits im Frühjahr 1976 legte er eine kritische Analyse des Scheiterns der „Nelkenrevolution“ in seiner Broschüre Die portugiesische Erfahrung vor. Die hierin enthaltenen Einsichten sind bis heute maßgebend und wurden von Reeve in mehreren über die letzten 40 Jahre verfassten Artikeln und Essays zum Thema kontinuierlich vertieft, zuletzt in seinem neusten Text Das Unvorhersehbare – unser Territorium. Reeve schreibt unter anderem für die Zeitschrift Wildcat und berichtet seit den 1970ern aus verschiedenen Kontinenten über die Kämpfe und Lebensbedingungen eines in permanenter Umwälzung begriffenen Weltproletariats. Zuletzt erschien 2001 von ihm Die Hölle auf Erden. Bürokratie, Zwangsarbeit und Business in China in deutscher Übersetzung bei Edition Nautilus.

Ricardo Noronha arbeitet als Sozial- und Wirtschaftshistoriker am Institut für Zeitgeschichte der Universität Lissabon. Er forscht vor allem zur Einbindung des semi-peripheren Portugal in die europäische und weltkapitalistische Ökonomie und zur Nationalisierung des Bankwesens im Rahmen der „Nelkenrevolution“ (siehe seinen Aufsatz “Die Banken im Dienste des Volkes” in dem Buch “Portugal 25. April 1974 – Die Nelkenrevolution” vom Laika-Verlag). Unlängst veröffentlichte er unter dem Titel Never has a winter been so long ein Thesenpapier auf der Homepage der Gruppe Affect (New York), in dem er seine Einschätzung der komplizierten Konflikte und Alternativen 1974-75 prägnant verdichtet. In der Vergangenheit hat Noronha sich auch mit dem Spanischen Bürgerkrieg 1936-39, dem italienischen Operaismus und der Situationistischen Internationale auseinandergesetzt.

Gemeinsam wollen wir danach fragen, wie und warum die damals durch die Aktion der Ausgebeuteten kurzfristig eroberten ungeheuren Möglichkeiten zur Emanzipation wieder zerschlagen werden konnten? Welche Rolle spielten Staat und Kapital, aber auch die linken Organisationen, also Sozialdemokraten und Gewerkschaften, Parteikommunisten und linksradikale Grüppchen in dieser Auseinandersetzung? Worin bestanden die entscheidenden Schwächen der Bewegung, die eine teils gewaltsame, teils „samtene“ Konterrevolution möglich machten? Und nicht zuletzt: wo stehen Portugal und die portugiesische Bewegung heute, nach 40 Jahren bürgerlicher Konterrevolution und 5 Jahren Schuldenkrise? [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 66.1 MB; 1:12:09 h)
    Hören bei Youtube: Einleitung | Referat Charles Reeve

3.) Revenge is still outstanding – 40 years of class struggles in Portugal

After a progressive military coup against the fascist Salazar-regime in april 1974 the class struggles exploded in Portugal. What happened then is known as the PREC (permanent revolutionary process): the working class started to organize itself in councils and neighborhood-comittees, workers started to takeover factories and poor farmers began to collectivize the acres. The PREC was ended by a social-democratic counter-coup in november 1975. On 20.06.2014 the historian Ricardo Noronha (Lissabon) was guest of the Translib (a self-organized, far-left-communist library in Leipzig) and talked about the PREC. He held a well-informed lecture about the economic, political, military and psychological reasons of the revolution, described it’s course and how it was possible, that the proletariat first started to organize autonomous in a radical way but then the state was able to takeover the organization of the workers. In his opinion the revolution is still current and it is present in the mind of many people in Portugal. Also in the recording of the discussion you get many interesting informations about the PREC – in the discussion you can also hear Charles Reeve, a left-communist who participated in the PREC. Sorry for any mistakes in this english description.

Download: Lecture (mp3; 30.4 MB; 33:10 min) | Discussion (mp3; 62.3 MB; 1:07:59 h)

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Krise und Faschismus in Europa

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Dass die Krisen des Kapitalismus immer wieder faschistische Kräfte mobilisieren ist zur Zeit in drei europäischen Ländern besonders sichtbar: In Griechenland hat in den letzten Jahren die faschistische Partei „Goldene Morgenröte“ an Zulauf gewonnen, eine rassistische Stimmung und daraus folgende Übergriffe haben erheblich zugenommen; in der Ukraine sind im Zuge der Staatenkonkurrenz um diesen Wirtschaftsraum unter deutscher Mithilfe Faschisten in die Übergangsregierung gekommen während auch die von Russland unterstützte Separatistenbewegung im Osten der Ukraine Nationalisten und Rassisten rekrutiert; in Ungarn versucht Victor Orban mit einer völkisch-nationalistischen Kampagne die Macht seiner Clique auszuweiten, während dem Antisemitismus der faschistischen Jobbik-Partei nicht widersprochen wird – Sinti und Roma sind in Ungarn der Diskriminierung und Gängelung durch staatliche Behörden schutzlos ausgeliefert. Im Folgenden jeweils ein Beitrag über Ungarn, die Ukraine und Griechenland.

1.) Ágnes Heller im Gespräch über Ungarn

Am 22. Januar 2014 war die ungarische Philosophin Ágnes Heller im Republikanischen Club in Wien zu Gast. Im Gespräch mit Gerhard Scheit hat sie über verschiedene Aspekte der ungarischen Verhältnisse berichtet: Der spezifische Charakter des Antisemitismus in Ungarn, Charakterisierung der Fidesz-Regierung (Heller beschreibt sie als „bonapartistisch“), Verhältnis von Oligarchie und Politik in Ungarn, Jobbik und die Ungarische Garde, Opposition in Ungarn u.a..

Im April 2014 finden in Ungarn Parlamentswahlen statt. Die Macht des Systems Orban scheint dabei nicht in Gefahr. Weiterhin wird in Ungarn auf die Erzählung von „nationalen Tragödien“, von Trianon bis zur Sowjetzeit, bei gleichzeitiger Tradierung von Antisemitismus und Gewohnheiten der autoritären Machtausübung, gesetzt.

Ein Gespräch zu den aktuellen Entwicklungen und ihren historischen Ursachen mit der Philosophin Ágnes HELLER. Moderation: Gerhard SCHEIT (Autor und Essayist), Begrüßung: Thomas WALLERBERGER (RC) [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 47,4 MB; 1:21:17 h)
    Ansehen: auf Youtube

Die Parlamentswahlen im April, über deren Ausgang in der Veranstaltung noch spekuliert wurde, hat eine eindeutige Zwei-Drittel-Mehrheit von Fidesz ergeben – eine Einschätzung von kurz nach den Wahlen findet sich hier. Kritische Nachrichten über Ungarn gibt es bei Pusztaranger.

2.) Ukraine – Zwischen Demokratisierung, Faschismus, Bürgerkrieg und Zerfall

Jörg Kronauer (Autor von Konkret) und Jörn Schulz (Jungle-World-Redakteur) haben am 13.06.2014 im Hamburger Golem über die Entwicklungen in der Ukraine sowie über die Einschätzung der deutsch-europäischen und der russischen Außenpolitik diskutiert:

Der aktuelle Konflikt begann mit dem – in der bundesrepublikanischen Debatte heute weitgehend vergessenen – Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine. Hinter diesem relativ harmlos klingenden Technokratenbegriff steckte ein radikales Sparprogramm, das die verarmte Post-Sowjet-Ökonomie aus den Fängen Russlands reißen sollte. Der bis dato regierende autoritäre (Post-)Oligarch Viktor Janukowitsch wollte dieses letzte Ultimatum hinauszögern, um die gleichermaßen zu Russland und der EU bestehende ökonomische Abhängigkeit der Ukraine nicht einseitig zu Lasten Russlands (und damit der günstigen russischen Gaslieferungen) aufzulösen.

Der Rest dürfte allseits bekannt sein: Der antiwestliche Kurs von Janukowitsch brachte eine heterogene Protestbewegung auf die Straße, die allein die Ablehnung des herrschenden Regimes vereinte. Neben EU-Anhängern und Demokraten waren vor allem die Faschisten des »rechten Sektors« tonangebend bei der Zuspitzung des Konflikts. Auf dem Maidan-Platz in Kiew und andernorts tobten Straßenschlachten, in deren Verlauf etliche Menschen starben. Janukowitsch musste fliehen und spülte die Protestbewegung an die Macht. Separatistische Truppen tauchten in der Folgezeit zunächst auf der Krim und später in der Ostukraine auf. Sie setzten das staatliche Gewaltmonopol aus Kiew weitgehend außer Kraft und bereiteten eine Ablösung der Regionen aus dem ukrainischen Nationalstaat vor. Seitdem flackern in der Ostukraine immer wieder militärische Auseinandersetzungen zwischen Regierungseinheiten und Separatisten auf.

Die Rezeption der Ereignisse in der Ukraine ist in Deutschland von einer bemerkenswerten Einseitigkeit geprägt. So stellt die paramilitärische Formierung und die damit einhergehenden faschistische Parolen der Maidan-Proteste für die staatstragende deutsche Politik kein Problem dar: Im Gegensatz zu den hierzulande von der Polizei mit der ganzen Berechtigung demokratischer Staatsgewalt niedergeprügelten »linken Chaoten« (wie etwa in Hamburg am 21. Dezember 2013) erblickte die deutsche Politik in den dortigen Auseinandersetzungen ausschließlich »Freiheitskämpfer« und »Europa-Freunde« (Rebecca Harms, Bündnis90/Die Grünen). Auch die vorübergehende Regierungsbeteiligung der faschistischen Swoboda-Partei stieß auf keine nennenswerte Empörung. Wie irrlichternde Einseitigkeit anders herum funktioniert, bewies hingegen der Großteil der hiesigen antiimperialistischen Linken: die Reaktion Russlands auf die EU-Annäherung der Ukraine mit der Annektierung der Krim und Einflussnahme in der Ostukraine werte sie als »antifaschistische Aktion« gegen die »NATO-Kriegspropaganda«.

Wie ist die erneute Frontstellung des kalten Krieges – der Westen mit den USA und der EU auf der einen, Russland auf der anderen Seite – zu bewerten? Sollte linke Kritik das außenpolitische Programm des »Hauptfeinds Deutschland« und der EU in den Fokus rücken? Oder müssten die Waffen der Kritik eher gegen das geopolitische Agieren Russlands und die prorussische Querfront von Teilen der Linkspartei über die Alternative für Deutschland bis hin zur extremen Rechten gezückt werden?

Wie die Situation in der Ukraine einzuschätzen ist und wie sich eine Linke, die es ernst meint mit der »Assoziation der Freien und Gleichen«, hinsichtlich des Konflikts zu positionieren hätte, wollen wir auf einem der seltenen Gipfeltreffen mit Vertretern der beiden linken Publikumsblätter Jungle World und konkret diskutieren. Zu Gast sind der freie Journalist und konkret-Autor Jörg Kronauer, sowie dem Jungle World Redakteur Jörn Schulz. [via]

    Download: via FRN (mp3; 57,5 MB; 1:56:41 h)

3.) Greece behind the Scenes

[English description further down.]

Im März dieses Jahres haben die Falken Erfurt einen Genossen aus Griechenland von der antigriechischen Zeitschrift 0151 eingeladen, der über die gegenwärtige Situation in Griechenland berichtet hat. Im Vortrag berichtet Panos Dionisos dabei weniger von den ökonomischen Folgen der Krise, sondern vor allem über die Situation von MigrantInnen in Griechenland. Er beschreibt eine Gesellschaft voll von Rassismus, wobei nicht nur organisierte Nazis oder der Staat ins Blickfeld geraten. Er beschreibt eine gesellschaftliche Atmosphäre im Ganzen und hat auch an der griechischen (radikalen) Linken einiges zu kritisieren.

Am Anfang des Vortrags hat Panos einen Film gezeigt, der hier (oder untenstehend) zu sehen ist. Der Vortrag wird auf englisch gehalten und ins Deutsche übersetzt. Siehe auch: Dawn of the Greeks.

Griechenland hinter den Kulissen!

Ein Vortrag mit Leuten aus dem Umfeld der neuen griechischen, antifaschistischen Zeitschrift „0151“ zur gegenwärtigen Situation in Griechenland und deren historischen Wurzeln.

Bei den letzten Wahlen in Griechenland, welche im Mai und Juni 2013 stattfanden, bekam die Neo-Nazi-Partei „Goldene Morgenröte“ eine halbe Million Stimmen und damit 7% aller abgegebenen. Schlimmer noch, in den Meinungsumfragen der letzten Monate bekannten 15-17% der Griechen, die Neo-Nazi-Partei zu unterstützen und bekundeten ihre Sympathie für die Aktivitäten der „Goldenen Morgenröte“. Zugleich sind Angriffe auf MigrantInnen in Athen und anderen Städten Griechenlands in den letzten Jahren zur Normalität geworden.

Jedoch sind Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Homophobie und Faschismus auch schon während der letzten Jahrzehnte sowie während aller vorhergehenden Epochen der nationalen Geschichte dauerhafte Bestandteile der griechischen Gesellschaft gewesen.

Die griechische Gesellschaft weiß, wie mit Fremden umzugehen ist, und zeigt sich gastfreundlich.

Von den geschäftigen Stadtvierteln Athens bis zu den Feldern des griechischen Hinterlandes gab es in den vergangenen Jahrzehnten Erschießungen, Vergewaltigungen, Morde und staatliche Gefangennahmen von GastarbeiterInnen, Geflüchteten und Roma. Diese Übergriffe wurden von der griechischen Mehrheitsgesellschaft unterstützt oder beschwiegen. Doch auch andere, die von den Normen der nationalen Mehrheit abweichen (LGBTQ, FeministInnen, politische Radikale usw.), sahen sich immer wieder Feindseligkeit und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt.

(Die griechische Zeitschrift „0151“ versucht sich an einer Dokumentation, Untersuchung und Zurückdrängung des Antisemitismus, des Rassismus, des Faschismus, der Homophobie und des Sexismus der griechischen Gesellschaft und ihrer Avantgarden.) [via]

In March 2014 the group „Falken Jena“ invited a comrade from greece (who’s author of the anti-greec magazine 0151), to report of the current situation in Greece. In his presentation Panos Dionisos didn‘t talk so much about the economic consequences of the crisis, but more about the situation of immigrants in Greece. He describes a society full of racism and he focusses not only organized Neonazis or the state. He describes the atmosphere of a whole society and he also criticizes the (far) Left-Wing movement.

On the beginning of the presentation Panos showed a movie, that is available here. The presentation is hold in english and translated into german language. Also have a look at: Down of the Greeks.

Greece behind the scenes!

A public presentation regarding the current situation in Greece and its historical roots: pogroms, assassinations, police repression, fascist speech, society of control, detention camps, greek borders.

In the last Greek elections, in May as well as in June 2012, the neonazi party Golden Dawn took 7% with half a million votes. Worse than that, in the recent pulse surveys of the past months approximately the 15%-17% of greeks support the neonazi party and they sympathize with the neonazi party activities. At the same time attacking immigrants in Athens and various other greek cities has become mainstream in the last years.

However racism and antisemitism, nationalism, homophobia and fascism have been permanent features of the greek society for all the previous decades and historical periods of the country.

Greek society knows how to treat and show hospitality to strangers.

From the busy districts of Athens to the fields of the greek countryside, migrant workers, refugees, Roma people ) were shot, raped, murdered, detained by the state all the past decades with the support or silence of the greek majority. But also others who are considered abnormal by the national majority (LGBTQ, feminists, radicals etc.), face hostility and marginality.

This event is organized by people involved with a new antifascist magazine called 0151.
0151 attempts to document, research and push back the Antisemitism, the Racism, the Fascism, the Homophobia and the Sexism of the Greek society and its avant-gardes. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 67,3 MB; 1:13:28 h)

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Make anarchism a threat again

[This article includes one lecture in english language – look at the third caption.] – Wir dokumentieren mehrere Vorträge, die sich mit dem Anarchismus auseinandergesetzt haben:

1.) Schwarze Flamme – Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus/Syndikalismus

Im letzten Jahr ist bei Edition Nautilus die deutsche Übersetzung des Buches „Schwarze Flamme. Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus/Syndikalismus“ der südafrikanischen Autoren Lucien van der Walt und Michael Schmidt erschienen. Das Buch hat den Anspruch, eine historische und systematische Rekonstruktion der weltweiten anarchistischen Bewegung zu liefern. Eine Leseprobe des Buches gibt es hier.

Radio Lora hat einen Beitrag zusammengestellt, in dem ein Interview und ein Vortrag von Andreas Förster, einem der Übersetzer des Buches, zu hören ist. Im Vortrag, den er auf Einladung der FAU München gehalten hat, gibt er eine Definition des Anarchismus, erläutert die Differenzierungen des Anarchismus und gibt einen Überblick über anarchistische Taktiken und darum geführte Debatten. Am Ende des Vortrags geht er relativ ausführlich auf Fragen des Betriebs- und Arbeitskampfes ein. Mit van der Waldt und Schmidt beharrt Förster nachdrücklich auf der notwendig sozialistischen Grundlage des Anarchismus.

Die Südafrikaner Lucien van der Walt und Michael Schmidt haben mit dem nun auch auf Deutsch erschienenen Buch „Schwarze Flamme” (Edition Nautilus, Hamburg 2013) eine umfassende Untersuchung und internationale Geschichte des Anarchismus vorgelegt. In dieser Studie kreist die Auseinandersetzung vor allem um Kernfragen wie Organisierung, Strategie und Taktik der anarchistischen Bewegungen. Anarchismus definieren sie dabei als libertäre Form des Sozialismus, der eine revolutionäre Klassenpolitik vertritt. Hier zu Lande sorgte das Buch deshalb bereits vor dem Erscheinen für Furore und Empörung in anarchistischen Kreisen. Nichtsdestotrotz gilt „Schwarze Flamme” schon heute als ein Standardwerk zur Theorie und Praxis des Anarchismus/Syndikalismus. [via]

    Download: via FRN (mp3; 39 MB; 42:05 min)

2.) Rudolf Rocker und der Anarchosyndikalismus

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dissidenten der Arbeiterbewegung“ fand vom 09.-11.05.2014 in Weimar ein Wochenendseminar zur Geschichte des Anarchismus statt. Auf diesem Seminar hat Thomas Möller (FAU Erfurt/Jena) einen einführenden Vortrag über Leben und Werk Rudolf Rockers sowie die Grundprinzipien des Anarchosyndikalismus gehalten. Spannender Vortrag – gute Einführung!

    Download: via AArchiv (mp3; 98,8 MB; 1:47:52 h)

3.) Anarchie & Kunst – Von der Pa­ri­ser Kom­mu­ne bis zum Fall der Ber­li­ner Mauer / Anarchy & Art from Paris Commune to the Fall of the Berlin Wall

[English description further down.] Ebenfalls in Weimar sprach der anarchistische Kunstprofessor Allan Antliff aus Canada über das Verhältnis von Anarchie und Kunst. Kürzlich hat er gemeinsam mit der Übersetzerin Katja Cronauer eine Lesereihe durch Deutschland unternommen, auf der er sein Buch „Anarchie und Kunst. Von der Pariser Kommune bis zum Fall der Berliner Mauer“ vorgestellt hat, das bei Edition AV erschienen ist. Im Vortrag gibt er einen Einblick in sein Buch und stellt einige anarchistische KünstlerInnen vor: František Kupka, Gustave Courbet, Alexander Michailowitsch Rodtschenko, Robert Duncan, Jess Collins, Susan Simensky Bietila, Gee Vaucher und Richard Mock. Die Präsentation zum Vortrag findet sich hier.

Allan Ant­liff – An­ar­chist, Kunst­his­to­ri­ker, -​kri­ti­ker und Pro­fes­sor für Mo­der­ne und Zeit­ge­nös­si­sche Kunst in Ka­na­da – und Katja Cro­nau­er – Über­set­ze­rin – tra­fen sich vor Kur­zem zum ers­ten Mal in Per­so­na und be­schlos­sen spon­tan eine Le­se­r­ei­se zu star­ten. Allan Ant­liff stellt sein bei Edi­ti­on AV er­schie­ne­nes Buch An­ar­chie und Kunst – Von der Pa­ri­ser Kom­mu­ne bis zum Fall der Ber­li­ner Mauer vor. Es be­ginnt mit Cour­bet, Proud­hon und der Pa­ri­ser Kom­mu­ne und han­delt von an­ar­chis­ti­scher Kunst seit dem 19. Jahr­hun­dert und ihrer Wech­sel­wir­kung auf ge­sell­schaft­li­chen Wan­del an­hand be­deu­ten­der ge­schicht­li­cher Er­eig­nis­se, vor allem in Eu­ro­pa, Russ­land und den USA. Unter Be­zug­nah­me auf die phi­lo­so­phi­schen und po­li­ti­schen Dis­kur­se der je­wei­li­gen Epo­che, wird un­ter­sucht, wie sich an­ar­chis­ti­sche Künst­ler*innen (Maler*innen, Dich­ter*innen, Gra­fi­ker*innen, Mu­si­ker*innen, Kunst­his­to­ri­ker*innen, u.a.) mit einer Reihe von The­men wie Äs­the­tik, Mi­li­ta­ris­mus, der öko­lo­gi­schen Krise, Staats­au­to­ri­ta­ris­mus, Armut, An­ti­im­pe­ria­lis­mus und Fe­mi­nis­mus be­schäf­tigt haben. Der Vor­trag wird auf Eng­lisch und Deutsch ge­hal­ten. [via]

On 17.06.2014 Allan Antliff (Anarchist, Art Professor, Canada) spoke about the connection between anarchy and art in Weimar. Recently he did a reading tour through Germany together with the translator Katja Cronauer and presented his book „Anarchy & Art from Paris Commune to the Fall of the Berlin Wall“. In the lecture he gave an insight in his book and portraited some anarchistic artists: František Kupka, Gustave Courbet, Alexander Michailowitsch Rodtschenko, Robert Duncan, Jess Collins, Susan Simensky Bietila, Gee Vaucher and Richard Mock. The presentation that was shown at the lecture you can find here.

    Download: via AArchiv (mp3; 41,6 MB; 45:24 min)

4.) Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus

Die Frankfurter Sektion der Gruppe Platypus hat Anfang dieses Jahres eine Podiumsdiskussion über das Verhältnis von Marxismus und Anarchismus mit Peter Bierl, Henning Mächerle (DKP) und Jürgen Mümken organisiert. Sie traten auf in folgenden Rollen: Mümken: der postmoderne Anarchist, Mächerle: der orthodoxe Partei-Marxist, Bierl: der kritische Gelehrte zwischen den Stühlen. Streitpunkte waren u.a.: Theoretische Stärken und Schwächen sowie historisches Scheitern von Anarchismus und Marxismus bzw. Leninismus, Organisationsfrage und Frage der Übergangsgesellschaft, Oktoberrevolution. Man hat sich ein bissel gestritten, aber war doch insgesamt ganz lieb zueinander.

Es scheint als gäbe es gegenwärtig nur noch zwei radikale Strömungen: Anarchismus und Marxismus. Beide entstammen demselben historischen Schmelztiegel – der industriellen Revolution, den gescheiterten Erhebungen von 1848 und 1871, einem schwachen Liberalismus, der Zentralisierung der Staatsgewalt, dem Aufstieg der Arbeiterbewegung und dem Versprechen des Sozialismus. Sie sind unser revolutionäres Erbe. Alle maßgeblichen radikalen Bewegungen der letzten 150 Jahren waren darum bemüht die Bedeutung des Anarchismus und des Marxismus für die jeweilige Situation nutzbar zu machen. Davon scheint sich unser historischer Moment nicht zu unterscheiden.

Um als Linke in der aktuellen historischen Situation zu handeln, wollen wir Bilanz ziehen aus den Auseinandersetzungen zwischen Anarchismus und Marxismus während der letzten 150 Jahre. Die historischen Erfahrungen, welche die Ideen des Marxismus und des Anarchismus maßgeblich geprägt haben, müssen aufgearbeitet und entfaltet werden, sollen sie uns heute als Orientierungspunkte dienen. Inwiefern repräsentiert der Rückbezug auf Anarchismus und Marxismus ein authentisches Engagement – und inwiefern die Wiederkehr eines Gespenstes? Wo stehen wir heute nach den vergangenen Kämpfen? Welche Formen stehen uns – theoretisch wie praktisch – zur Verfügung, um den gegenwärtigen Problemen zu begegnen? [via]

    Download: via AArchiv | via archive.org (mp3; 172 MB; 2:04:57 h)

5.) Make anarchism a threat again? Eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen anarchistischen Debatten

Auf Einladung der Associazione Delle Talpe hat Peter Bierl einen sehr hörenswerten Vortrag gehalten. Aus Sympathie mit dem Anarchismus formuliert Bierl eine marxistisch und ideologiekritisch geschulte Kritik an ihm. Dabei geht er aus vom globalen Triumpfzug des Kapitalismus und dem Scheitern aller Fraktionen der Linken und konstatiert die Notwendigkeit eines Neubeginns der radikalen Linken. Für diesen Neubeginn könne der Anarchismus ein Gegengewicht gegenüber leninistischen und anderen staatsfixierten Ansätzen bieten, was jedoch eine gründliche Kritik reaktionärer Teile der anarchistischen Bewegung selbst voraussetze, die viel zu selten aus dem Anarchismus selbst heraus formuliert werde. Er selbts formuliert eine Kritik an Positionen von Proudhon, Stirner und Bakunin und in deren Tradition stehende gegenwärtige Strömungen des Anarchismus. Anknüpfungspunkte sieht Bierl vor allem im kommunistischen Anarchismus. Er bezieht sich mehrfach auf das Black-Flame-Buch, wobei er auch in diesem einige Aspekte zu kritisieren hat. Ein wichtiger Bezugspunkt ist außerdem immer wieder Murray Bookchin. Eine Kritik an aktuellen Strömungen des Anarchismus hat Bierl auch im Jungle-World-Dossier vom 21.11.2013 formuliert.

Nachdem Anarchismus jahrzehntelang nur auf Punker-Lederjacken stattgefunden hat, ist er heute im Feuilleton angekommen. Vor Allem die Broschüre Der kommende Aufstand des unsichtbaren Komitees und David Graebers Buch Schulden wurden wohlwollend diskutiert. In linken Bewegungen bildet der Anarchismus bereits seit dem zapatistischen Aufstand in Mexiko 1994 ein zunehmend präsenteres Gegengewicht zu sozialdemokratischen und leninistischen Strömungen. Dieses anarchistische Revival fand seinen letzten Höhepunkt in den Occupy-Protesten.

Für eine radikale Linke im 21. Jahrhundert bietet der Anarchismus in der Tat einige Anknüpfungspunkte wie bspw. eine generelle Staats- und Parlamentarismuskritik oder die Ablehnung autoritärer Organisationsmodelle. Zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den ökonomischen Verhältnissen kann der Anarchismus allerdings wenig beitragen. Anstelle einer systematischen Analyse favorisieren viele Anarchist_innen antisemitische „Zinstheorien“ und Stammtischparolen gegen „die 1 Prozent“. Ebenfalls bedenklich sind der Militanz- und Aufstandsfetischismus, der von Bakunin bis CrimethInc reicht.

Peter Bierl wird sich in seinem Vortrag mit einigen aktuellen anarchistischen Debatten kritisch auseinandersetzen. Neben David Graeber und dem Unsichtbaren Komitee wird er sich dabei auch mit dem vor Kurzem erschienenen Buch Schwarze Flamme von Lucien van der Walt und Michael Schmidt beschäftigen. In diesem legen die beiden Autoren einen Schwerpunkt auf sozialistischen Anarchismus und Anarchosyndikalismus.

Peter Bierl kommt aus Süddeutschland und arbeitet als Journalist, vor allem zu diversen Formen von Aberglaube, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug, auch in linken Diskursen. Veröffentlichungen unter anderem: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: Die Antroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik, Hamburg 2005; Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts – Der Fall Silvio Gesell, Hamburg 2012; Grüne Braune – Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts, Münster 2014. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 109,8 MB; 1:19:37 h)

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Zum Abschluss ein paar Literaturhinweise: Die Prinzipienerklärung des Syndikalismus von Rudolf Rocker (heute noch eine der Grundlagen der FAU). Ansätze eines modernen Anarchismus finden sich in den Zeitschriften „A Corps Perdu“ und „Grenzenlos“ (Ausgabe 1 / Ausgabe 2). Texte der individualistisch-terroristischen Feuerzellen hat das Übersetzungskollektiv „et al.“ ins Deutsche übersetzt – hier (+ Rezension). Paul Pop hat vor einiger Zeit in der östereichischen Zeitschrift Grundrisse unter dem Titel »Rot-Schwarze Flitterwochen: Marx und Kropotkin für das 21.Jahrhundert« eine selbskritische Bestandaufnahme aus anarchistischer Perspektive geschrieben. Ebenfalls vor einiger Zeit hat Joachim Bruhn beachtenswerte Thesen zum Verhältnis von anarchistischer und marxistischer Staatskritik geschrieben. Ein Buch, das sich u.a. kritisch mit Antisemitismus innerhalb des Anarchismus auseinandersetzt, liegt bisher nur auf französisch vor: Amadeo Bertolo – Juifs et Anarchistes. Und zuletzt – vor noch längerer Zeit schrieb Maximilien Rubel über Marx als Theoretiker des Anarchismus.

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Der Antisemitismus und die Linke – Antisemitism and the Left

This post includes two presentations in english language – english descriptions you find further down (point 3 and 4). Please forgive, if there are some mistakes in the english descriptions. | Zu Antizionismus und sekundärem Antisemitismus vgl. auch diesen Beitrag.

1.) Die Antisemitismusdebatte in der linken Bewegung

Peter Nowak hat am 19.09.2013 in Erfurt einen Vortrag (organisiert vom BiKo und der Offenen Arbeit) über die Antisemitismusdebatte in der linken Bewegung im deutschsprachigen Raum gehalten, der auf seinem Buch „Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte in der in der deutschen Linken“ basierte, das kürzlich bei Edition Assemblage erschienen ist. Der Vortrag ist eher in einem chronologisch-erzählendem Stil gehalten, die theoretischen Diskussionen über die ideologische Struktur und den Stellenwert des Antisemitismus sind hingegen kaum entfaltet. Der Vortrag ist dennoch interessant – vor allem für solche, die sich zunächst einen Überblick über die Gemengelage verschaffen wollen. Stationen des Vortrags sind u.a. die Texte „Gerd Albartus ist tot“ und „Das Ende der Politik“ der Revolutionären Zellen / Rote Zora (interessant: die Textsammlung „Früchte des Zorns“), der Zerfall des Kommunistischen Bundes und die Spaltung des „Arbeiterkampfes“, die Diskussionen um eine Hamburger Wandbemalung, die Nie-Wieder-Deutschland-Kampagne und später die Diskussionen nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11.09.2001. Unverständlich bleibt mir, was ein „progressiver Antizionismus“ sein soll, den Nowak vom „regressiven Antizionismus“ unterschieden wissen will.

Über den Antisemitismus in der linken Bewegung ist in den letzten 20 Jahren viel geschrieben worden. Doch warum hat gerade dieses Thema eine solche Sprengkraft entwickelt, dass langjährige politische Zusammenhänge, alte politische Freundschaften und viele Wohngemeinschaften daran in die Brüche gegangen sind? Oft sind die politischen Zusammenhänge nicht mehr bekannt, die dafür sorgten, dass diese Debatte in Deutschland einen solchen Stellenwert bekommen hat. Der Journalist Peter Nowak hat in der edition assemblage die „Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte“ herausgegeben, in der an einige bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Anderem von Wolfgang Pohrt und Moishe Postone verfasste Grundlagentexte zur Antisemitismusdebatte erinnert wird, die erst nach 1989 in den Teilen einer Linken rezipiert wurde, die sich kritisch mit Staat und Nation auseinanderzusetzen begannen. Auf der Veranstaltung soll auch an konkreten Beispielen aufgezeigt werden, wie sich der Fokus der Antisemitismusdebatte von der Politik in Deutschland auf den Nahen Osten verlagerte und welche politischen Implikationen damit verbunden waren. Besonders die Auswirkungen, die die islamistischen Anschläge vom 11.09.2001 auf die Antisemitismusdebatte hatten, soll genauer dargestellt werden. Schließlich soll ein Vorschlag zur Versachlichung zur Diskussion gestellt werden, der an Diskussionen anknüpft, wie sie in der letzten Zeit in linken Zusammenhängen geführt wurde, die weder ein Interesse daran haben, dass sich die Antisemitismusdebatte ständig nur wiederholt, die aber auch nicht bereit sind, bestimmte in der Auseinandersetzung mit regressiven Antizionismus und verkürzter Kapitalismuskritik gewonnene Grundlagen aufzugeben.

Peter Nowak lebt in Berlin und arbeitet als Journalist unter Anderem für die Jungle World und das Onlinemagazin Telepolis.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Offenen Arbeit Erfurt mit dem Bildungskollektiv Biko und gefördert vom Lokalen Aktionsplan der Stadt Erfurt.
mehr: http://peter-nowak-journalist.de/ [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 63,7 MB; 1:09:34 h)

2.) Wie hältst du es mit Israel? Zündfunkgenerator über linken Antisemitismus

Mit dem Verhältnis der Linken zu Israel hat sich Anfang des vergangenen Jahres ein Feature der Sendereihe „Zündfunk-Generator“ auseinandergesetzt. Ausgangspunkt ist die kurzzeitige Aufregung, die Anfang des Jahres 2010 innerhalb und außerhalb der Partei „Die Linke“ entstand, nachdem bei einem Besuch des israelischen Staatspräsidenten im Bundestag Sarah Wagenknecht und drei weitere Linke-Abgeordnete demonstrativ sitzen geblieben waren. Zu Wort kommen u.a. Henryk M. Broder, Peter Ullrich, Stefanie Schüler-Springorum und Bodo Ramelow. Zu Beginn des Features gibt es einen kurzen Blick in die Geschichte des linken Antisemitismus von der Arbeiterbewegung bis zur Neuen Linken, später verliert sich das Feature m.E. (u.a. anhand der Augstein-Debatte) in der unvermeidlichen Frage, was man in der Debatte um Israel darf und was nicht, es geht um Fallstricke und Sicherheitskriterien. Das Feature ist um Ausgewogenheit und die Vermeidung von „extremen Positionen“ bemüht – was nicht selten zum Nachteil für Israel gerät, dem man freilich ein Existenzrecht zuspricht. In diesem Fall wird Jakob Augstein kurz vor Ende vom Antisemitismusverdacht freigesprochen.

    Download: via Rapidshare (mp3; 47,8 MB; 52:09 min)
    Hören: auf BR2

3.) Antisemitism and the Left: A German-U.S. Comparison

Am 29.11.2011 hat Zeena Arnold in New York für die Gruppe „The Platypus Affilated Society“ (eine Gruppierung, die Moishe Postone nahesteht) einen Vortrag über Antisemitismus und die Linke gehalten, der u.a. auf antisemitische Manifestationen in der us-amerikanischen Occupy-Bewegung (z.B. hier) reagiert. Skizzenartig stellt sie einige Grundmerkmale des Antisemitismus vor, wobei sie auch auf den sekundären und strukturellen Antisemitismus eingeht und darlegt inwiefern Antikapitalismus und Antisemitismus zusammengehen können. In ihrer kurzen historischen Darstellung geht sie auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den deutschen und amerikanischen Verhältnissen ein. In ihren Ausführungen bezieht sie sich u.a. auf Adorno und Horkheimer sowie auf Moishe Postone (Antisemitismus und Nationalsozialismus).

On 29.11.2011 Zeena Arnold held a lecture about Antisemitism and the Left at the university in New York, that was organised by the group „The Platypus Affilated Society“. In a way the lecture was a reaction on some antisemitic manifestations within the Occupy movement (one example). Roughly sketched she talked about general characteristics of antisemitism, as secondary and structural antisemitism and shew how anticapapitalism and antisemitism (not necessarily) can go together. In her historical portrayal she compared antisemitism in Germany/Europe and in the USA. In her explanations she quoted Adorno and Horkheimer („Dialectic of Enlightment“, specially the chapter „Elements of Antisemitism“), as Moishe Postone („History and Helplessness“, „Antisemitism and National Socialism“).

From accusations directed towards Occupy Wall Street to arson attacks in Brooklyn, antisemitism has reemerged as a concern of the left in recent months. This talk will look at the relationship between the left and antisemitism, giving an overview of different historical forms, analyzing divergent theoretical explanations, and comparing the U.S. and German cases. Special attention will be given to examining the particular relationship of antisemitism to political economy and critiques of capitalism, the political implications of viewing antisemitism as a form of prejudice versus an ideology, and left debates around antisemitism and Israel post-9/11. This event continues the transatlantic dialogue series initiated by the Platypus Affiliated Society which aims to rebuild an emancipatory internationalism. Zeena Arnold is an activist and scholar from Germany researching perspectives on antisemitism within the U.S. left. [via]

    Download: via Archive.org (mp3; 87,6 MB; 1:16:32 h) | via AArchiv: Lecture (40 MB; 43:39 min) / Discussion (30,1 MB; 32:52 min)

4.) Israel, the Left, and the Crisis of the Late 1960s

Unter diesem Titel liegt uns ein Vortrag von Moishe Postone vor, den er an der Universität Wisconsin-Madison gehalten hat. Wenn ich es richtig verstanden habe (die etwas verhallte Aufnahme macht es etwas schwierig, das Englisch zu verstehen), versucht er einen Zusammenhang zwischen dem linken Antisemitismus und Antizionismus und der Ende der 60′er, Anfang der 70′er Jahre nach einer Periode der Prosperität erstmals wieder einbrechenden Krise zu rekonstruieren. Dabei greift er auf Aspekte seiner Antisemitismus-Theorie zurück, die er in Antisemitismus und Nationalsozialismus entwickelt hat. [Falls jemand eine genauere Inhaltsangabe schreiben kann/will – her damit!]

We present a lecture, Moishe Postone held at the University of Wisconsin-Madison. If I unterstood correctly (the quality is not the best, what makes it difficult for me to understand the english language), he tries to reconstruct a dependence between the leftist antisemitism and antizionism and the crisis in the late 60’s / early 70’s, that hit after a period of prosperity. For this he quotes aspects of his theory of antisemitism, he has expounded in his text „Antisemitism and National Socialism“. [If somebody wants to give a more exactly summary – you‘re welcome!]

    Download: via AArchiv (45,5 MB; 49:41 min) | via Soundcloud

5.) Zeiten des Zorns – Zur Geschichte und Politik der Revolutionären Zellen

Back to Germany: Die letzten Statements der Revolutionären Zellen sind dahingehend mit der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken verbunden, als dass in ihnen — mehr als 10 Jahre nach der Entebbe-Entführung, bei denen Mitglieder der RZ Juden und Nicht-Juden voneinander selektiert hatten — erstmals aus der antiimperialistischen Bewegung heraus Zweifel am linken Antizionismus formuliert wurde, der fest in der Theorie und Praxis der bewaffneten Gruppen verankert war. In ihrer Bewertung der Geschichte der RZ spielen Antisemitismus und Antizionismus zwar keine Rolle (bzw. werden kurz als unwesentlich abgetan), der Vortrag von Klaus Viehmann (ehemals Bewegung 2. Juni) und Stefan Wisniewski (Ex-RAF-Mitglied), den beide am 22.03.2001 im Berliner SO36 gehalten haben, ist dennoch interessant, da er einen ausführlichen Überblick über die Aktivitäten, Aktionsformen und Debatten der RZ von ihren ersten Aktionen bis zu ihrer Auflösung gibt. Zwischendurch sind Ausschnitte aus einem Interview mit Enno Schwall (RZ) von 1986 einmontiert, das damals nicht veröffentlicht wurde. Schwall gibt darin Statements zu einer (damals) neuen Perspektive auf den bewaffneten Kampf, wie sie den RZ vorschwebte.

Durch eine Reihe von Verhaftungen wurden Revolutinäre Zellen und Rote Zora wieder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Aber hinter den Fragen der Solidarität mit den Angeklagten, der Prozessstraegie oder der Auswirkungen von Verrat ist die Politik dieser Gruppen aus der linken Diskussion fast verschwunden. In der Veranstaltung soll die langjährige Geschichte der RZ vorgestellt und diskutiert werden. Wieso entstanden die RZ Anfang der 70er Jahre? Mit welcher Konzeption traten sie an? Welche Sozialrevolutionären und antiimperialistischen Ansätze versuchten sie zu verwirklichen? Wie kam es zur Aktion gegen die OPEC- Konferenz 1995 und zur Entführen eines Verkehrsflugzeuges nach Entebbe 1976? Wie veränderten sich die RZ in den 80er Jahren? Warum wurde die „Flüchtlingskampagne“ gestartet? Und wieso haben die RZ ihre Aktionen seit einigen Jahren eingestellt? Ausschnitte aus dem Film der Veranstaltung am 22. März 2001 im SO 36 in Berlin u.a. mit Klaus Viehmann (Bewegung 2. Juni und zu 15 Jahre Haft verurteilt. Von 1978 bis 1993 im Knast) und Stefan Wisniewski (RAF und zu zweimal lebenslänglich verurteilt, 1978 – 1999 in Haft.)

    Download (Audio): via AArchiv (75,9 MB; 1:22:53 h)
    Video: youtube oder

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Gender Metaphors in Science and the dubious “gene Talk”

Evelyn Fox Keller is one of the pioneers of feminist science studies. 2009 the Canadian radio series How to think about science dedicated an episode to her work. Listen to the feature including a talk about her experiences as a female scientist, the gender metaphors shaping science and the history of genetics. Though not giving a (explicitly) feminist perspective, the second half of the podcast concerning the public discourse on genes and the very different way contemporary biology conceptualizes inheritance is very interesting, too. On Youtube there is a speech by Evelyn Fox Keller on the same issue.

Science, according to its first practitioners, was a masculine pursuit. Francis Bacon writing in the early 17th century invited „the sons of knowledge“ to pass through „the outer courts of nature“ and on into „her inner chambers.“ Science was male, nature female. And, according to Evelyn Fox Keller, this was no mere figure of speech – it had a shaping influence through the centuries on how science was imagined and how it was done. Evelyn Fox is emeritus professor of the philosophy and history of science at MIT, and a keen observer of the ways in which models and metaphors condition our understandings. In recent years she has been particular critical of the ways in which simplistic models of the all-powerful gene mislead public understanding of genetics and developmental biology. And her proposal with regard to what she calls „gene talk“ is the same one she made in her pioneering Reflections on Gender and Science in the 1980’s: „change the terms of the discussion.“ Evelyn Fox Keller shares some of her story and some of her thoughts on how gender, language, model and metaphor have coloured the practice of science.

Listen:

Download: via RS.com (0:54 h, 25 MB)

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CrimethInc. – Message in a bottle

[English description further down.] Ende des Jahres 2012 haben einige Aktivisten des anarchistischen Kollektivs CrimethInc eine Vortragsreise durch Europa unternommen, bei der sie zum einen über die Aktivitäten und theoretischen Grundlagen von CrimethInc, zum anderen über gegenwärtige Kämpfe und Konflikte in den USA berichtet haben. In Deutschland haben sie unter anderem im Berliner Laidak Station gemacht – die Ex-Magazin-Redaktion stellt einen Mitschnitt des CrimethInc-Vortrags zur Verfügung. Der Vortrag erzählt zum einen eine ‚kleine Geschichte‘ der sozialen Bewegungen in den USA, ausgehend von der klassischen Arbeiterbewegung, über die Epoche des sozialen Kompromisses, bis hin zur neuen Prekarität – um festzustellen, dass sowohl Forderungen, die von der Produktionssphäre ausgehen, als auch Forderung die von der Konsumsphäre ausgehen, heute keine darüber hinausgehende Perspektive eröffnen können. Zum anderen geben die beiden einen Bericht über aktuelle soziale Bewegungen in den USA (u.a. das Scheitern von Occupy oder der Streik in Oakland) und stellen einige Überlegungen dazu an, welche Anforderung eine antikapitalistische Bewegung sich heute stellen muss. Trotz der zum Teil etwas hemdsärmlig-pathetischen Art der beiden, so ist hier doch vielleicht eine interessante Stimme aus den Staaten zu hören. Ein Interview mit zwei „Agenten“ von CrimethInc gibt es hier zu lesen – deutsche Texte von CrimethInc sind hier zu finden.

In the end of 2012 activists of the anarchist collective CrimethInc did a ‚lecture‘-journey through europe, to talk about theoretical aspects of their activity and to report on actual conflicts and fights in the USA. In Germany they visited the Laidak-Bar in Berlin – the Ex-Magazin-Redaktion is presenting a recording of this evening. The presentation draws a ‚little history‘ of social movements in the USA (the traditional workers-movement – the epoch of social compromise – the new forms of precarity) and detects, that neither demands that start from production, nor demands that start from consumption can open a perspective to overthrow capitalism today. On the other hand the two guys give a report about actual social movements in the USA (for example the failure of Occupy or the strike in Oakland) and make some considerations about those tactics, a contemporary anticapitalist movement has to develope. More stuff by CrimethInc you can find here.

Download (via AArchiv): Presentation (mp3; 1:05:43 h; 62,1 MB) | Discussion (mp3; 0:44:25 h; 42,7 MB)

Zum Ankündigungstext: (mehr…)

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»I was not a member of any Communist Party«

Bertolt Brecht vor dem Ausschuss für un-amerikanische Tätigkeit

Ein historisches Dokument, vorgestellt von Eric Bentley

[English description further down.] Nicht nur die Geschwister Eisler, auch Bertolt Brecht musste im Oktober 1947 vor dem »Ausschuss für unamerikanische Tätigkeit« (House Committee on Un-American Activities) Rede und Antwort stehen, der im Zuge der ersten Welle der Kommunistenhatz nach dem zweiten Weltkrieg in den USA erneut Wichtigkeit erlangte und eher einem propagandistischen Zweck diente, jedoch einige Prozesse gegen Exil-Kommunisten nach sich zog. Im Folgenden ist die Aufnahme des Verhörs von Bertolt Brecht dokumentiert. Die HörerInnen erhalten dabei einerseits einen Eindruck von Brechts schlechtem, aber selbstbewusst vorgetragenem Englisch, für das er im amerikanischen Exil bald bekannt geworden war – zum anderen von der List, mit der Brecht die Fragen der Ausschuss-Mitglieder erwiderte. Interessant und absurd wird das Verhör vor allem an der Stelle, bei der sich Brecht mit den Vorgesetzten des Komittees darüber streitet, wie das Lehrstück »Die Maßnahme« zu interpretieren sei. Die Aufnahmen werden von Eric Bentley eingeleitet und kommentiert. Ein wichtiges und interessantes Dokument der Geschichte des Kommunismus und Antikommunismus sowie der Nachkriegsgeschichte.

Bertolt Brecht at the ‚House Committee on Un-American Activites‘A historical document, presented by Eric Bentley: Like Gerhart and Hanns Eisler, also Bertolt Brecht had to answer the questions of the Members of the House Committee on Un-American Activities (HCUA), that was built to opress communist tendencies, which apparently infiltred the american society. After the Second World War and in aftermath of the first big wave of pursuit against communists, the HCUA get propagandistic importance and prepared some legal proceedings against communist expatriates. Hereafter we offer the recording of the interrogation of Bertolt Brecht in octobre 1947. The listeners get an impression of Bertolt Brechts bad, but self-confident spoken English (the exile-friends of Brecht laugh about and learned to like that pronunciation) and also of the trick of Brecht’s answers. The most interesting and surely absurd part of the questioning begins, when Brecht and the questioners quarrel about the interpretation of Brecht’s play »Die Maßnahme« (The Decision). The original recordings are introduced and commented by Eric Bentley. An important and interesting document of communist and anti-communist history.

    Download (via Mediafire): Seite A (mp3; 28,5 MB; 31:06 min) | Seite B (mp3; 27,9 MB; 30:30 min)

Kurzer Text über Brechts Verhör: (mehr…)

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Hegel und Haiti

Da wir doch gerade bei einer aufklärungskritischen Deutung Hegels waren…

1. Auf FRN erschien gerade erst vorgestern eine Hörbuchfassung des Essays »Hegel und Haiti«. Dieser stammt aus der Feder von Susan Buck-Morss und entfaltet die These, dass es der Sklavenaufstand 1791 im damaligen französischen Kolonialgebiet Saint-Domingue und die schließlich in die Unabhängigkeitserklärung Haitis 1804 mündende Revolution waren, die Hegel zu seiner berühmten Herr-Knecht-Dialektik inspirierten. Aufklärungskritisch ist der Essay, insofern er zum einen recht detailliert darlegt, wie sich die bürgerlichen Freiheits- und Gleichheitsforderungen von Anfang an auf den weißen Mann beschränkten, während die zu ihnen in krassem Widerspruch stehende Institution der Sklaverei überwiegend stillschweigend oder offen apologetisch gebilligt wurde. So richtete sich die Anklage der »Knechtschaft«, vorgetragen von Philosophen wie Rousseau oder Locke, allein gegen den europäischen Absolutismus. Zum anderen bringt er die noch heute allzu oft anzutreffende Geschichtsfälschung zur Sprache, die darin besteht, die im Sinne des Mythos der Aufklärung verdrängte Gewalt- und Kolonialgeschichte Europas großzügig zu beschweigen und auszublenden, wenn es um die Universalität der mit ihr inaugurierten Vernunft und den Aufstieg des durch sie ermöglichten kapitalistischen Reichtums geht.

Klappentext:

1791 revoltierten die Sklaven von Saint Domingue, dem heutigen Haiti, unter Absingen der Marseillaise gegen die französischen Kolonialherren. Die »schwarzen Jakobiner« bewiesen so die Unteilbarkeit der Aufklärung. Diese im Okzident verdrängte Geschichte Haitis wird derzeit angesichts zunehmender weltweiter Ungleichheit wiederentdeckt. Anknüpfungspunkte dafür finden sich ausgerechnet bei Hegel, der die Ereignisse in der Karibik verfolgte. Seine Überlegungen zum Verhältnis von Herrschaft und Knechtschaft lesen sich wie ein Kommentar zum Geschehen – ohne daß Haiti mit einem Wort erwähnt würde. Susan Buck-Morss konfrontiert Hegels Interesse mit seiner Philosophie und skizziert die Grundlinien einer neuen Universalgeschichte.

Das Hörbuch basiert auf der 2011 in der Edition Suhrkamp erschienenen deutschen Übersetzung. Das erstmals im Jahr 2000 veröffentlichte englischsprachige Original inklusive der Bilder kann man hier als PDF beziehen. Sowohl die deutschsprachige Suhrkamp- als auch die englische Buchausgabe enthalten als zweiten Teil noch den hier nicht vertonten Aufsatz »Universal History«.

2. Eine positive Besprechung des Buches liegt in einer Sendung von »Lorettas Leselampe« (FSK) vor. Dort erfährt man noch einiges über Geschichte und Gegenwart Haitis, die Sklaverei und die Revolution sowie über Susan Buck-Morss. Download via FRN (0:52 h, 37 MB).

3. Ein englischsprachiges Interview mit Susan Buck-Morss aus derselben Reihe wie jenes mit Moishe Postone ist hier zu finden. Darin gibt sie u.a. Auskunft über ihren intellektuellen Werdegang und ihre Studienzeit in Deutschland.

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BDSM und Feminismus / BDSM and political correctness

1. BDSM und Feminismus

Mit diesem Beitrag nehmen wir noch einmal den Themenkomplex Postmoderne, Sexualität, Körper wieder auf: Anna Kow (u.a. Zeitschrift „Die Krake“) referiert in ihrem Vortrag, den sie am 11.07.2011 im Rahmen der Polyphantasiatage der Gruppe Wider die Natur gehalten hat, über die Rolle von BDSM in den feministischen Diskursen, zwischen „sex-negativem-“ und Pro-Sex-Feminismus. Sie selbst verteidigt BDSM als lustvolle und subversive Praxis. Bei ihrem Vortrag stand ein BDSM-Glossar zur Verfügung, welches hier angesehen werden kann. Die im Vortrag gezeigten Musik-Videos können hier und hier angesehen werden. In ihrem zugrundeliegenden Text „Gefährliches Vergnügen: Sex und Feminismus. Ein Abriss“ aus der Outside The Box #1 bezieht sich Anna Kow u.a. auf das Kontrasexuelle Manifest von Beatriz Preciado, welches Magnus Klaue in seinem Vortrag kritisiert hatte. Ihr Text steht unten zur Verfügung. – Die weiteren im Rahmen der Polyfantasiatage gehaltenen Vorträge sind direkt im Archiv dokumentiert.

Feminismus und Sexualität verbindet eine eher sprunghafte Beziehung voller Missverständnisse. Der radikale Feminismus der 1970er hat Sexualität vor allem als patriarchales Machtinstrument kritisiert. 30 Jahre später diskutieren Aktivist_innen die Potentiale queerer Pornographie und fordern „Schwänze für Alle“. Anna Kow stellt das widersprüchliche Verhältnis dar und plädiert für einen sex-positiven Feminismus, der sich BDSM als subversive Praxis kritisch aneignet. Dass gleichwohl der sexistische Normalzustand anzuprangern ist – und demzufolge kein queerer Freifahrtschein für Heterosexismus zu erwarten ist – sollte klar sein. [via]

Download: Radiosendung via Mediafire (mp3; 54,9 MB; 60 min); unbearbeiteter Mitschnitt via AArchiv (mp3; 21,8 MB; 31:45 min)

2. BDSM and politcal correctness

Carl Smith talks about BDSM in a speech he held in March 26th in 2009 in Vienna, organized as a part of the series „Just Sex“ by Basisgruppe Politikwissenschaft. He talks about BDSM (as well as other forms of sexuality that diverge from the norm) and its history from the 19th century, then follows the appearance and reception of BDSM in popular culture throughout the 20th century along many examples in movies and music. He also mentions HIV and the ressentiments against homosexuals that were aroused through the disease. Sadly, the clips from movies (Lawrence From Arabia (1962), Morocco (1930)) and music videos that he shows can‘t be seen, as this is only an audio track. Among the persons he talks about are, besides of course Marquis de Sade, Leopold von Sacher-Masoch, Marlene Dietrich, Mishima Yukio, Larry Townsend and many more.

What is BDSM and what does it stand for and how does it challenge Political Correctness? How does a relationship between a Master and a Slave work? What could a BDSM-scene look like? This lecture will not only answer the above questions but will try to overcome some common stereotypes associated with BDSM. [via]

Download: via BaGru PoWi oder via AArchiv (mp3; 45,1 MB; 1:38 h)

Weiter zum Text von Anna Kow: (mehr…)

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Herbert Marcuse on the Frankfurt School

An interesting conversation with Herbert Marcuse, who, being one of its key figures, talks about the history, thought and personnel of the Frankfurt School. He explains the changes in western societies that led to the groups revision and reexamination of Marx´theory and especially traditional marxism, and exhibits in which way the Frankfurt School further developed, expanded and revised it.

Download via Audioarchiv (0:44h; 15 MB)

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The relevancy of Adornos Critique of Culture Industry for today

Does Popular Culture Keep Us Stupid?

In this panel discussion on Popular Culture, held at Michigan State University in April 2010, Christian Lotz, David Stowe and Diane Wakoski discuss Adornos theses and how they are to be interpreted today.

Lotz gives a short outline of Adornos Critique of Culture Industry as he unfolded it in the famous chapter of his „Dialectic of Enlightenment“ and the historical background in which he developed it.
David Stowe criticizes some aspects of Adornos argumentation, claiming for example that he didn‘t really try to look at what he experienced as american mass culture in its peculiarity, but rather judged it from the narrow-minded viewpoint of a traditional-educated european (as can be seen in his condemnation of jazz).
Diane Wakoski, a poet, refutes adornos well-known sentence that one should not make art after the Holocaust.

The discussion that follows their statements is particularly interesting, dealing with the question how the internet affects Culture Industry in these days and what Adorno might have thought about this development.
They also talk about some movies that had a big influence on recent Popular Culture, for example „Fight Club“.

Download: via Audioarchiv (technically reworked*, 1:19 h, 27 MB); original file via MSU (72 MB)

* We tried to remove some noise and to adapt the volume, but the sound quality isn‘t that good, though.

Announcement text: (mehr…)

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Kevin Anderson on Rosa Luxemburg

Kevin Anderson, co-editor of The Rosa Luxemburg Reader, talks about the thought of this marxist thinker and her relevance for todays problems, like her crisis theory or marxo-feminism. The interview was conducted by Suzi Weissman.

Download: via Anderson’s Website; via MF (15 MB, 0:32 h)

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Theorizing Historical Change: Critical Theory and the Transformations of the Twentieth Century

The Institute for Advanced Study (University of Minnesota) recorded an interview with Moishe Postone concerning his interests, his research and teaching, politics and history and a lot more. It’s available as small video and as mp3 file, which you can watch/download here. Use this link to download the flash video (flv). Or download this audio file, which is a bit smaller and contains less noise (mp3, mono, 48 kBit/s, 16 MB).

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Moishe Postone on Philosophy and Society

Ende 2007 sprach Moishe Postone auf dem französischen Kongress Altermarxisme. Eine Aufzeichnung seines auf Englisch gehaltenen Referats ist hier zu betrachten (WMV). Alternativ kann auch dieser Link direkt in einem externen Player geöffnet, der Vortrag als mp3 (64 kbit/s, mono, 17,5 MB) oder das Video im Originalformat (145.73 MB) heruntergeladen werden. Länge: 38 Minuten
Etienne Balibar hatte einige Anmerkungen zu Postones Vortrag, auf die jener auch antwortete. (Download Diskussion: Video / Video, mp3)

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Postone: Aspects of value criticism – Aspekte der Wertkritik

In this speech, Moishe Postone outlines his „Reinterpretation of Marx’s critical theory“ (Time, Labour und Social Domination). Postones speech was in English, Norbert Trenkle (Krisis) translated into German.

We work on an edition including only Postone’s Speech, but not the translation.
Download: via Mediafire (mp3, mono, 48 kbit/s, 47 MB, 2:17 h)

Deutsche Beschreibung
In diesem Vortrag stellt Moishe Postone thesenhaft seine »neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx« (»Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft«) vor. Postone hielt sein Referat auf Englisch, Norbert Trenkle (Krisis) übersetzte es ins Deutsche.

Der Mitschnitt liegt bei der VeranstalterInnengruppe Redical [M] (mp3, stereo, 96 kbit/s, 2:17 / ~90 MB) und in einer kleineren Fassung hier.

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