Tag-Archiv für 'behinderung'

“Jeder stirbt für sich allein.” Von der Notwendigkeit und Unmöglichkeit über den Tod zu sprechen.

Nachdem es in letzter Zeit häufiger (etwa hier) den Versuch einer materialistischen Auseinandersetzung mit dem Tod gegeben hat, organisierte die „Kritische Intervention“ in Halle eine Vortragsreihe über die „Notwendigkeit und Unmöglichkeit über den Tod zu sprechen.“

Oliver Decker sprach dabei über den Körper als Heils- und Handelsgut, Guido Sprügel unternahm eine gesellschaftskritische Betrachtung der Sterbehilfe, Kirsten Achtelik referierte über die Widersprüche der Pränataldiagnostik und zwei Protagonisten der K.I – Malina Schwarz und Morten Lund – erklärten zum Auftakt die Motivation der Veranstaltungsreihe und erinnerten an Auseinandersetzungen mit der Ideologie (und den Ideologen) des Todes (mit Verweisen auf Adorno, Bloch, Sartre, Canetti, Heidegger, Horkheimer, Marcuse,..).

Malina Schwarz/Morten Lund: Nachruf. Über den Tod im Bestehenden

Die Thematisierung des Todes, um den die materialistische Kritik „nie ein großes Gewese“ (Magnus Klaue) gemacht hat, erweckt häufig den Eindruck eines rein intellektuellen Spiels. Im Gegensatz zum Sterben, diesem körperlichen und oftmals schmerzhaften Prozess, scheint es unmöglich den Tod sinnvoll zu fassen: den Tod denkend zu bestimmen, überschreitet die Grenzen des Bestimmbaren. So haben aktuelle Versuche sich dem Thema aus einer kritisch-materialistischen Perspektive zu nähern, nicht zufällig zumeist eine thesenhafte Form.
Doch jede Beschäftigung mit dem Tod einzustellen, Tod und Sterben voneinander getrennt zu betrachten, greift zu kurz. Nicht ohne Grund sprach Adorno von der Abschaffung des Todes als wesentlichem Bestandteil utopischen Denkens, das versucht über das Bestehende hinauszukommen. Notwendig ist zudem eine Kritik am Umgang mit dem Tod, der „bloß noch die absolute Irrelevanz des natürlichen Lebewesens gegenüber dem gesellschaftlich Absoluten“ bestätigt. Den Tod als „Gegebenes“ (Jean-Paul Sartre) darzustellen und zu akzeptieren, bedeutet der „Ideologie der Unparteilichkeit des Todes“ (Max Horkheimer) zuzureden und die materialistische Kritik daran zu vernachlässigen, wohl wissend, dass in der falschen Gesellschaft “selbst die Utopie von der Abschaffung des Todes falsch wird” (Lars Quadfasel).
Im Rahmen der Vortragsreihe „Jeder stirbt für sich allein. Von der Notwendigkeit und Unmöglichkeit über den Tod zu sprechen“ werden Malina Schwarz und Morten Lund referieren und dabei an Auseinandersetzungen mit der Ideologie (und den Ideologen) des Todes erinnern. Sie zeigen unterschiedlichste Formen der Verherrlichung des Todes, die mit Martin Heidegger als deutschen Philosophen nicht rein zufällig den einflussreichsten Apologeten des Todes in der Moderne fand, und deren philosophische Kritik. Darüber hinaus zeigen sie aktuelle Entwicklungen im Umgang mit dem Tod, der “Nichtung aller Möglichkeiten” (Jean-Paul Sartre) auf, die zum einen in einer Ökonomisierung des Sterbens und des Todes zu sehen sind; zum anderen in einer Todessehnsucht. In „einer Welt in der es längst Schlimmeres zu fürchten gibt als den Tod“ (Theodor W. Adorno) bleiben Fragen: Wie ist es in diesen Zuständen um die Hoffnung bestellt, das Leben nicht vom Tod diktieren zu lassen? Wenn die gewalttätige Abkürzung des Lebens, die gerade in den verschiedenen Formen der Todessehnsucht ihren Ausdruck findet, nichts anderes ist, als die Dementierung des Glücksversprechens: Ist die Aufforderung das Ende seines Lebens selbst zu bestimmen, kaum mehr als eine voreilige Versöhnung mit Naturkräften?

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Oliver Decker: Ware:Körper. Zur Sozialpsychologie von Markt und Medizin

In der Gesellschaft der Warenproduzenten, geht es auch bei der Gesundheit als Ware um Kapitalbildung. Ein Produkt wird nicht produziert, um sinnliche Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um den Kapitalstock zu vermehren. Mit einem Rückgriff auf die Schutzpatrone vieler medizinischer Fakultäten (Cosmas und Damian), zeigt Oliver Decker wie der menschliche Körper direkt in diese ökonomische Logik einbezogen wird. Vorab führte Radio Corax ein Interview mit Decker, der sich unter anderem in seiner Veröffentlichung „Der Warenkörper“ mit dem Verhältnis von kapitalistischer Akkumulation und dem menschlichen Körper beschäftigt.

Die Ökonomisierung erfasst den menschlichen Körper, er wird zur Ware. Am deutlichsten ist das in der modernen Medizin. Sie braucht den Körper als Ressource, ob in der Stammzellforschung oder der Organtransplantation. So wird der menschliche Körper und werden seine Teile zum Handelsgut. Erstaunlicherweise war der Körper im historischen Umbruch zur Moderne schon einmal ein solches: Der ganz Europa erfassende Reliquienhandel machte menschliche Körperteile zum begehrtesten Handelsgut – und zum Heilsgut. Mit dieser Vorgeschichte wird auf einen Schlag sichtbar, dass der Griff nach dem menschlichen Körper keine ökonomische Landnahme ist: Waren-Gesellschaft und moderne Medizin verbindet mehr, als sie an ihrer Oberfläche zu erkennen geben. So wird eine noch weiter zurückreichende „untergründige Geschichte des Körpers“ (Horkheimer/Adorno) frei gelegt. Es ist die Geschichte des Opfers, das zuallerst das Menschenopfer war. Schon dieses war geprägt von der Ersetzungslogik und wie das Menschenopfer sind Markt und Medizin Versöhnungsversuche – die dann wiederholen, was sie abwehren sollen. Von diesem Wiederholungszwang sind weder Markt noch Medizin bis heute frei. Im Rahmen der Vortragsreihe „Jeder stirbt für sich allein. Von der Notwendigkeit und Unmöglichkeit über den Tod zu sprechen“ wird Oliver Decker zur Warenförmigkeit des Körpers und den damit zusammenhängenden Problemen der Organspende und des Organhandels referieren. Dabei kommt dem Thema Tod eine mehrfache Bedeutung zu: Zunächst benötigt die Organtransplantation die Feststellung des Todes, bei der sich vor allem der Hirntod als das Ende des Lebens aus wissenschaftlicher Sicht durchgesetzt hat. Zudem ermöglicht die Verlängerung des Lebens nicht nur eine erweiterte Verwertbarkeit des menschlichen Körpers, sondern verkürzt auf der anderen Seite das Leben anderer, weniger profitabler Körper; Menschen, die auf den Verkauf ihrer Organe angewiesen sind.

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Guido Sprügel: Die Einsamkeit der letzten Dinge. Eine gesellschaftskritische Betrachtung der Sterbehilfe

Was es über eine Gesellschaft aussagt, wenn der Tod als Erlösung erscheint, wenn die Zahl der in Anspruch genommenen Sterbehilfe zunimmt, fragt der Journalist Guido Sprügel (Jungle World) und zeichnet mit Hilfe viel empirischen Materials das Bild einer legalisierten Sterbehilfe als bürokratisches Monstrum, dem die Idee des Hospiz gegenübergestellt wird. Auch hier sprach Radio Corax zuvor mit dem Referenten.

„Die Signatur des Zeitalters ist es“, so Adorno „daß kein Mensch, ohne alle Ausnahme […] sein Leben mehr selbst bestimmen kann.“ So scheint die Sehnsucht, wenigstens das Ende seines Lebens selbst frei wählen zu dürfen, ein letztes Residuum menschlicher Autonomie zu sein. Nicht verwunderlich ist es somit, dass über 70% der deutschen Bevölkerung, so legen es die immer wiederkehrenden Umfragen durch Meinungsforschungsinstitute nahe, eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe begrüßen würden. Dass sich in einer kapitalistischen Vergesellschaftung bei einer bestehenden Nachfrage entsprechende marktförmige Angebote finden lassen, scheint ebenso wenig verwunderlich. Wieso aber ist es problematisch, Organisationen wie Dignitas, die gewerbliche Sterbehilfe anbieten, zu legalisieren? Der Vortrag wird das problematische Verhältnis von Freitod und organisierter Sterbehilfe thematisieren und dabei auch die Frage nach Möglichkeiten eines selbstbestimmten Todes „in einer Welt in der es längst Schlimmeres zu fürchten gibt als den Tod“ (Adorno) aufwerfen.
Im Rahmen der Vortragsreihe „Jeder stirbt für sich allein. Von der Notwendigkeit und Unmöglichkeit über den Tod zu sprechen“ berichtet Guido Sprügel, der als freier Journalist unter anderem für die Jungle World schreibt, über die letzte Lebensstation vieler Menschen. Welche Gründe gibt es für den Wunsch nach Sterbehilfe? Und was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn die “Lösung Tod” immer einfacher zu bekommen ist? Dabei sollen auch der gesellschaftliche Umgang mit organisierter Sterbehilfe im europäischen Ausland und dortige gesetzliche Bestimmungen in den Blick genommen werden.

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Kirsten Achtelik: Auslese, Perfektionierung und die Last der Entscheidung

Kirsten Achtelik, die zum Thema ein Buch im Verbrecher-Verlag veröffentlichen wird, zeigt die diskriminierenden Implikationen der pränatalen Dignostik auf, die bei Verdacht auf genetisch bedingte Behinderungen an Embryonen in den ersten Tagen ihrer Entwicklung durchgeführt werden. Achtelik problematisiert im Vortrag das Selbstbestimmungskonzepts der Frauenbewegung („Mein Bauch gehört mir“), verweist auf technische und gesetzliche Entwicklungen der Pränataldiagnistik, um dann – mit Hilfe eines geschichtlichen Abrisses zur Eugenik – zu fragen, inwieweit sich hier Kontinuitäten aufzeigen lassen. Einige Einwände finden sich in einem ebenfalls vorab geführten Gespräch.

Dass Fortschritt und Regression sich in technischen Möglichkeiten verschränken, wird mit Blick auf sogenannte Reproduktionstechnologien wie Präimplantations- und Pränataldiagnostik besonders deutlich. In den achtziger Jahren galten sie vielen als Ausdruck kapitalistischer und patriarchaler Herrschaft, wobei auch eugenische Tendenzen und NS-Kontinuitäten kritisiert wurden. Die in den 1970er Jahren legalisierte (und Mitte der 1990er nur auf dem Papier abgeschaffte) embryopathische Indikation zum Schwangerschaftsabbruch erlaubte den Abbruch bei diagnostizierten oder prognostizierten ‚Schädigungen‘ oder ‚Erbkrankheiten‘ des Fötus.
Dabei ist die Entscheidung über eine solche Abtreibung nie eine bloß individuelle, sondern gesellschaftlich vermittelt und bedingt. Die abelistische Gleichsetzung von Behinderung mit Leiden und Schmerzen, die unterstellt dass das Leben der Betroffenen nicht wert sei, gelebt zu werden ist ein weiterhin wirkmächtiges Konstrukt. Diese Techniken befördern, so eine weitere Kritik, zudem die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.
In gewissen queeren Zusammenhängen werden einige dieser Technologien heute als subversive Mittel für selbstbestimmte Fortpflanzungsentscheidungen jenseits heteronormativer Zwänge und Vorstellungen von Natürlichkeit gerühmt. Einer Kritik an der modernen Biomedizin wird schnell eine regressive Sehnsucht nach vortechnologischer Harmonie unterstellt. Die kürzlich erfolgte Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik gilt schließlich vielen als Erweiterung der Selbstbestimmung der Frau.
Kristen Achtelik wird unterschiedlichen Positionen zu Reproduktionstechnologien aufzeigen und für eine Reflektion der Bedeutung gesellschaftlicher Verhältnisse für individuelle Entscheidungen argumentieren. Die politische Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung und persönlichen Anwendung von Reproduktionstechnologien entspringt – bereits bei einer historischen Betrachtung – nicht nur dem Wunsch das Individuum von der Schicksalhaftigkeit seiner eigenen Biologie zu befreien, sondern war und ist immer auch eine Form der Bevölkerungspolitik. Bevölkerungspolitische Maßnahmen sind dabei immer auch an die Idee eines gesunden „Volkskörpers“ gebunden, der den Tod der Anderen in der Weise impliziert, dass er zwar nicht, „meine persönliche Sicherheit erhöht; der Tod der Anderen, der Tod der bösen, der niederen (oder degenierten oder anormalen) […]wird das Leben im allgemeinen gesünder machen“ (Foucault).
Eine – auch feministisch motivierte – Kritik an Gen- und Reproduktionstechnologien kann dabei aufzeigen, warum der Gendiskurs momentan so erfolgreich ist und von staatlichen Instanzen gefördert wird und wie Frauen unter einen gesellschaftlichen Druck gesetzt sind, diesen in eine individuelle Entscheidung zu integrieren.

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Die Utopie von der gesunden Welt. Zur Züchtung des »brauchbaren Menschen« im NS-Staat

Wolfgang Dreßen hat für den DLF einen guten Beitrag über die (Vor-) Geschichte und das Nachleben des NS-»Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« verfasst. Er beleuchtet u.a. die Nichtentschädigung der von Zwangssterilisierung betroffenen Menschen in der BRD und die Individualisierung der »Biopolitik« durch pränatale medizinische Techniken heute.

Download: via DLF | via RS.com (0:29 h, 26 MB)

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Sexualität und Behinderung

„Behinderung“ bedeutet in kapitalistischen Gesellschaften die körperlich oder geistig bedingte Unmöglichkeit gelungener Subjektivität. Vermittelt über die gesellschaftlichen Anforderungen an das Subjekt, ist es den unter diese Kategorie subsumierten Menschen nicht nur erschwert ein glückliches Verhältnis zu sich selbst und zum eigenen Körper zu finden, es sind zudem zahlreiche Ausschlüsse im gesellschaftlichen Leben damit verbunden. Zentral ist dabei u.a., dass behinderten Menschen abgesprochen wird, eine selbstbestimmte Sexualität zu haben. Nicht nur, dass etwa weibliche Behinderte in der ideologischen Vorstellung als geschlechtslose Wesen gelten – die gesellschaftlichen Bedingungen zeigen deutlich, dass Sexualität Behinderter nicht erwünscht ist. Im Februar 2011 wurde auf Radio LORA München eine Sendung ausgestrahlt, die sich mit Sexualität und Behinderung auseinandersetzte. Vier körperlich behinderte Frauen kommen in dieser Sendung zu Wort, sprechen über das gesellschaftliche Körperverhältnis, über ideologische Vorstellungen von der (A-)Sexualität Behinderter, gesellschaftliche Schranken, die Behinderten gesetzt werden, über den Kampf Behinderter um sexuelle Selbstbestimmung und berichten vor allem über eigene Erfahrungen.

Behindert ist nicht – behindert wird. Auch im Ausleben selbstbestimmter Beziehung und Sexualität müssen körperlich Behinderte gesellschaftliche, bürokratische und physische Hürden nehmen. Erschreckend ist die Zahl der sexuellen Gewalt, die behinderten Mädchen und Frauen wiederfährt und der Umgang der Rechtsprechung mit diesem Phänomen. Interviewpartnerinnen sind die Sozialpädagogin Ute Strittmater und die Mitarbeiterin Ute Schön von den Netzwerkfrauen-Bayern. Außerdem die Psychologinnen Inge Plangger und Renate Geifrig. Alle vier Frauen bewegen sich im Rollstuhl. [via]

Download: via FRN (mp3; 47,5 MB; 51:50 min)

»Ich unterstütze Sie doch nicht dabei, einen weiteren Sozialfall zu produzieren« – dies wird oftmals körperlich beeinträchtigten Frauen entgegengehalten, wenn sie sich bei Kinderwunsch über eine mögliche Schwangerschaft beraten lassen wollen. Das Stichwort des ›Sozialfalls‹ verweist dabei darauf, dass die Diskriminierung Behinderter, soziale Ungleichheit und Biopolitik eng miteinander verwoben sind. Eine weitere Sendung auf Radio LORA klärt darüber auf, wie Behinderung und deren angebliche Vererbbarkeit tatsächlich in Beziehung zueinander stehen, welche Möglichkeiten behinderte Frauen mit Kinderwunsch haben und welche Schwierigkeiten ihnen dabei durch die Gesellschaft und die körperliche Einschränkung gesetzt sind. Es kommen in der Sendung betroffene Frauen, eine Gynäkologin und eine Dokumentarfilmerin zu Wort, die über Hilfsmaßnahmen, pränatale Diagnostik (das damit verbundene Thema der Eugenik ist Gegenstand dieses Artikels in der Phase 2) und eigene Erfahrungen berichten und formulieren dabei die klare Botschaft, dass der Kinderwunsch behinderter Frauen erfüllbar ist. Im zweiten Teil der Sendung spricht die Moderatorin zudem mit einer Sexualpädagogin über gesellschaftlich bedingte Probleme bei der Sexualität geistig beeinträchtigter Menschen.

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“, steht im Artikel 3 des Grundgesetzes. Die gesellschaftlichen Tabuthemen: ‚mentale und körperliche Beeinträchtigungen und Sexualität und Kinderwunsch‘ finden allerdings reichlich zögerlich Raum in der öffentlichen Wahrnehmung. Wer will sich schon gedanklich damit befassen, womit Menschen mit Lernschwierigkeiten und deren Angehörige konfrontiert sind, wenn mit der Pubertät die Sexualität in ihr Leben tritt? Wer will sich damit auseinandersetzen, welche Probleme auftauchen, wenn beispielsweise Frauen mit Lähmungen oder Spastiken, im Rollstuhl sitzend, Kinder bekommen wollen? Es sind wahrscheinlich auch deshalb Tabuthemen, weil wenig Wissen über Erblichkeiten, über die tatsächlichen Probleme, über Hilfsmaßnahmen und Finanzierungsbedarf vorhanden ist. Wir versuchen heute ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten und lassen zu Wort kommen: Die Betroffenen Esther Hoffmann und Christine Gasafy, die Gynäkologin Prof. Dr. Gerlinde Debus, die Dokumentarfilmerin Ute Wagner-Oswald, die Betroffene Petra Gross und die Diplompsychologin und Sexualpädagogin Lucyna Wronska. [via]

Download: via FRN (mp3; 50 MB; 54:38 min)

Leider ist das Thema der Behinderung, die damit verbundenen gesellschaftlichen Körperverhältnisse und das hierdurch produzierte Leid viel zu selten Teil linksradikaler Theoriebildung und Forderungen. Daher sei zusätzlich auf ein sehr hörenswertes Interview mit Philipp von den Falken Erfurt verwiesen [via], das im Vorfeld der Veranstaltung „Hauptsache gesund!? Behinderung und Krankheit als Super-GAU des bürgerlichen Subjekts“, in der Sendung „Reibungspunkt“ auf Radio FREI gesendet wurde. Unbedingt lesenswert ist außerdem der gleichnamige Text der Jungen Linken gegen Kapital und Nation. Im FRN stehen in der Kategorie Behinderung neu denken weitere Sendungen zum Thema zum Nachhören zur Verfügung.

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