Tag-Archiv für 'bildung'

Bruhn, Huisken und Klaue in Leipzig

Der Arbeitskreis Gesellschaftskritik lud im Sommer 2013 zum Zweck der Förderung von Gesellschafts- und Ideologiekritik Joachim Bruhn, Freerk Huisken und Magnus Klaue nach Leipzig. Die Referate, die sich alle an bereits dokumentierten anlehnen, stehen hier zur Verfügung.

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Gerhard Stapelfeldt: Kritik der Soziologie

Die kritische Theorie der Gesellschaft in Soziologie zu verwandeln, ist überhaupt ein problematisches Unterfangen. (Max Horkheimer)

Gerhard Stapelfeldt, der 30 Jahre am Institut für Soziologie der Universität Hamburg lehrte, bestimmt den Begriff der Soziologie in Differenz zur Gesellschaftstheorie: Die Theorie der Gesellschaft ist Aufklärung über die Bewusstlosigkeit der Gesellschaftsgeschichte und des gesellschaftlichen Verhältnisses. Die Soziologie, so Stapelfeldt, geht von dieser Bewusstlosigkeit aus, ohne sie zu Bewusstsein zu bringen: sie erfährt dadurch Gesellschaft als einen Kosmos unveränderlicher Gesetze und Tatsachen. Einen Beitrag zur Kritik der Soziologie leistete Stapelfeld auf Einladung der ag antifa in Halle, in dem er unter anderem die Entstehungsgeschichte von Soziologie und Gesellschaftstheorie aufzeigt.

Die Soziologie, die Wissenschaft vom logos der societas, verhält sich paradox zu ihrem Gegenstand: sie untersucht gesellschaftliche Phänomene und Strukturen, indem sie gesellschaftliche Verhältnisse voraussetzt. Daher ist ihr nicht der Geist des Widerspruchs, sondern der Geist der Anpassung und des Autoritarismus immanent.
Um im allgemeinen zu bestimmen, was Soziologie sei, ist ihre Entstehung als Fachwissenschaft im frühen 19. Jahrhundert nachzuzeichnen. Daraus ergeben sich nicht nur die Differenzen von Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie einerseits, Soziologie andererseits, sondern auch die beiden grundsätzlich unterschiedenen Richtungen der Soziologie als Naturwissenschaft (»soziale Physik«) einerseits und als Geisteswissenschaft andererseits. Max Weber hat um 1900/1920 versucht, diese beiden Richtungen zusammenzuführen: in einer sinnverstehenden Soziologie, die geschichtstheoretisch die Genese der politischen Gesellschaft als »Gehäuse der Hörigkeit« vorführt.

    Download: via AArchiv | via RS.com (mp3; 82 min; 113 MB)

Siehe auch Stapelfeldts Veröffentlichungen Zur deutschen Ideologie, Soziologische Theorie und gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, Lit-Verlag Münster, 2005. Hier besprochen von JustIn Monday und Theorie der Gesellschaft und empirische Sozialforschung. Zur Logik der Aufklärung des Unbewußten, ça ira Freiburg, 2004.

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Phantasie als Kompetenz. Zur Ideologie der Kreativität in der neueren Pädagogik.

Im Rahmen der Antifaschistischen Hochschultage (unter dem schönen Titel Hört auf zu studieren, fangt an zu begreifen) lud die ag antifa Magnus Klaue nach Halle, um ihn über die Ideologie der Kreativität in der neueren Pädagogik referieren zu lassen. Nach einigen Worten zur Begriffsgeschichte der Kreativität, skizziert Klaue – mit Verweis auf einen Ausspruch Neil Postmans (der vom Verschwinden der Kindheit schrieb) – die Veränderung des Kindheitsbegriffs und zeigt die Umgestaltung der Pädagogik: Am Beispiel der sogenannten unbedingten Schule, einer Reformschule aus Bonn, verdeutlicht er die Integration einstiger Ideologiekritik, um abschließend über die Möglichkeiten einer ästhetischen Erziehung (Schiller) zu sprechen.

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Reflexionen über die Kulturindustrie

Im Rahmen der Sendung Klärwerk hat Marius Meier von Radio Z Nürnberg im Juli 2012 ein interessantes Interview mit Detlev Claussen geführt, das in eine Reihe von Reflexionen über Begriff und Wirklichkeit der Kulturindustrie eingebettet ist. Sowohl eine knappe Einführung in die Kritik der Kulturindustrie wird geboten, als auch die Frage nach ihrer Aktualisierung (insb. hinsichtlich des WWW) gestellt. Interessant sind Claussens Ausführungen zum Verhältnis des Internets zur (Halb-)Bildung sowie zum Eindringen der Verwalteten Welt ins Individuum.

Download: via AArchiv (0:28 h, 10 MB), via Radio Z (26 MB) | via FRN (0:23 h, 33 MB, Interview ohne Kommentar!)

Im Rahmen unserer letzten Sendung beschäftigten wir uns eine Stunde lang mit der Theorie der Kulturindustrie.

Ein wechselhafter Sommer hat begonnen, und während andere Medien sich vor allem einer ressentimentbehafteten Berichterstattung über die Folgen der Schulden- und Wirtschaftskrise widmen, will das Klärwerk heute die Frage nach den Verhältnissen und Rahmenbedingungen stellen, unter denen sich Kultur im Jahre 2012 abspielt.
Der Begriff der „Kulturindustrie“ geisterte noch vor 20 Jahren häufiger durch Zeitungen und Magazine und wurde häufig im Sinne der kulturkonservativen Konstatierung eines vermeintlichen Werteverfalls missbraucht. Heutzutage gibt es kaum mehr öffentliche Debatten, die sich seiner bedienen.Wir versuchen im Rahmen unserer Themenstunde in die Theorie der Kulturindustrie einzuführen.

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Adorno über Erziehung nach Auschwitz

Adornos 15minütiger Radiovortrag über Erziehung nach Auschwitz von 1966 kann bei HR2 gehört werden.

Download (14 MB)

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Schule der Nation

Die Redaktion Sachzwang FM ist weiterhin produktiv und nimmt sich in der aktuellen Sendung (Ende April) die Schule als kapitalistische Konditionierungsanstalt vor. Im ersten Teil der Sendung kommt Freerk Huisken (GSP) zu Wort: »Wieso, weshalb, warum macht die Schule dumm?«. Im Anschluss nimmt Magnus Klaue die sog. Bildungsproteste unter die Lupe und kritisiert en passant Reformpädagogik und das deutsche Bildungsbürgertum. Sein Vortrag trägt den Titel »Die Bildung als Widersacher des Geistes« (Dr. Indoctrinator hat in seiner Eröffnungsmoderation offenbar die beiden Substantive vertauscht) und wurde im November 2010 in Wien von der Basisgruppe Politikwissenschaft aufgezeichnet. Er kann einzeln heruntergeladen werden.

    Download
    Sendung: via AArchiv | MF (2 h, 41 MB)
    Vortrag Klaue:
    Edit: nachbearbeitet, daher nun ohne blechernen Klang: via AArchiv | via MF (0:46 h, 33 MB) | Original via BaGruPoWi (21 MB, leiser und mit blechernem Klang)

Ankündigungstext zum Vortrag Klaues: (mehr…)

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Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus

Videoaufzeichnungen der Ringvorlesung »Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus«.

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Wissenschaft – Aufklärung – Mündigkeit. Anmerkungen zum Bildungsbegriff

Die letzten Studierendenproteste sind längst abgeflaut und ihre Inhalte galten der radikalen Linken als mindestens zweifelhaft. An dieser Stelle seien einige Beiträge zum Themenkomplex Bildung & Wissenschaft gewissermaßen nachgereicht (oder auch präventiv für den nächsten Protest empfohlen).

  1. Gerhard Stapelfeldt: Bildung ist keine Ware? Kritische Anmerkungen zu einer politischen Parole.
    Dieser Text wurde in der »contra.funk«-Sendung vom Dezember 2009 (vom bermuda.funk – Freies Radio Rhein-Neckar) gekürzt wiedergegeben. Stapelfeldt leitet die Idee der Bildung von der Idee der Philosophie und des Humanismus als (revolutionäres) Streben nach Mündigkeit her und kritisiert das Humboldtsche Bildungsideal als eines der »deutschen Innerlichkeit«. Zudem geht er dem historischen Wandel/Niedergang der Bildung nach.
    Die Sendung enthält darüber hinaus einen Bericht zu den antisemitischen Vorfällen bei der Filmvorführung von »Warum Israel« in Hamburg, ein Interview über das mögliche Aus der Freien Radios in Sachsen und Terminankündigungen und Musik.
    Download (20,5 MB; 1 h); Text hören auf Myspace (21 min); Text als PDF via Antifa AK
  2. »Bildung, Halbbildung, Bildungsklau? Zum Bildungsbegriff Theodor W. Adornos und seiner semantischen Verkümmerung zur Parole innerhalb der Studierendenproteste«.
    Es handelt sich um ein 36minütiges Radiogespräch, das Markus Mersault von der Gruppe Emanzipation und Frieden mit Eva Klinkisch führte. Letztere promoviert im Fach Soziologie und beschäftigt sich dabei u.a. mit dem Bildungsbegriff.
    Download: via FRN (35 MB); via MF (11 MB)
    Beschreibung:
    Wer heutzutage Kritik am Bildungswesen formuliert, stellt mitnichten seine Renitenz und Autonomie zur Schau, sondern reiht sich ein in eine mal latent und unterschwellig, mal akut und offen auftretende Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsteile, die von Schülern, Studenten und Arbeitslosen bis hin zu Arbeitgebern und Politikern artikuliert werden. Während den einen die Ausrichtung des Bildungswesens an Verwertungsimperativen zu weit geht und sie lauthals fordern, ihnen nicht die Bildung zu klauen, geht den anderen die Zurichtung des Bildungswesens gemäß ökonomischen Bedürfnissen im Zeitalter verstärkten Wettbewerbs und angesichts der Globalisierung nicht weit genug, solange weiter unnützes, unverwertbares Wissen vermittelt werde und sich einige Studierende erdreisten, die Regelstudienzeit zu überschreiten. Fast allen Diskussionen ist gemeinsam, dass über das Grundsätzliche überhaupt nicht diskutiert wird: Was eigentlich ist Bildung?
    Jener Frage soll mit Hilfe Theodor W. Adornos nachgegangen werden, der Bildung nicht nur von Wissen, sondern gerade auch von Halbbildung abgrenzt und auf den essentiellen Zusammenhang von Bildung und Gesellschaft verweist. Mit ihm lässt sich am heutigen Bildungsbegriff eine Kritik formulieren, die individuellen und gesellschaftlichen Verkürzungen widersteht. Und mit ihm lassen sich auch kritische Anmerkungen zu jenen Protestlern machen, die sich mit ihrem Kampf gegen Gebühren und Kapitalisierung überhaupt am kritischsten wähnen: den Studierenden.

  3. Auch die Kulturkritik München hat sich mit der Bildungsproblematik beschäftigt. Es liegen folgende Radioaufzeichnungen vor:
    1. Wissenschaft und Kultur – menschliche Selbstverständigung und die Macht pluraler Beliebigkeiten
    2. Wissenschaft und Emanzipation – Begriffsbildung einer kritischen Theorie
    3. Diskussion zum Bildungsstreik: Wissenschaft und Emanzipation – Begriffsbildung einer kritischen Theorie. (83 Minuten)
      Es handelt sich um die Aufzeichnung einer Diskussionsveranstaltung zum vorgenannten Text.

    Die Sendungen enthalten Musik und sind etwa eine Stunde lang.

Zum Thema u.a. bereits archiviert: (mehr…)

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Libertärer Aktionstag

Am Rande zwei Vorträge, die auf dem 2. Libertären Aktionstag am 27. Februar in Gera gehalten wurden. 1. Bildung ohne Zwang – Anarchisten als Pädagogen von Ulrich Klemm Download (mp3, stereo, 128 kbps, 88,4 MB), 2. Anarchistische Perspektiven zwischen Alltag & Föderation Download (mp3, stereo, 128 kbs, 44,9 MB). Die Dateien sind komplett unbearbeitet.

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Der Weg an die Universität. Höhere Frauenbildung vom Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Vielleicht interessieren wen die verfügbaren Aufzeichnungen der Göttinger Ringvorlesung vom Sommersemester 2008 zum Thema: »Höhere Frauenbildung vom Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs«.

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Radiofeatures von Robert Kurz

  • Das Ehrenamt als Lückenbüßer? Privater Idealismus und die Krise des Sozialen
    Text, Stream, mp3-Download
  • Imperialer Stammtisch oder globale Feuerwehr? Mythos G8
    Text, Stream, mp3-Download
  • Bildungsproletariat und Elitenbildung. Anmerkungen zur Ökonomie des kulturellen Notstands
    Text, Stream, mp3-Download
  • Liebesökonomie und Schicksalsgemeinschaft. Familienbande als Krisenrezept
    Text, Stream, mp3-Download
  • Jung gegen Alt? Politische Bevölkerungsökonomie in der Krise
    Text, Stream (RM), mp3-Download
  • „Die Gesellschaft des Weniger“. Der Niedergang des Sozialen und die Ratlosigkeit der Soziologie
    Text, Stream, mp3-Download
  • Die unsichtbare Hand. Von der persönlichen Herrschaft zum strukturellen Diktat der Märkte
    Text, Stream
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Material zur Kritischen Bildungstheorie

Auf der Webseite http://www.kritische-bildungstheorie.de stehen Radiobeiträge des Pädagogen und Mitbegründers des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) Heinz-Joachim Heydorn zur Verfügung:

1. Gewissen und Gewalt: Im Gespräch mit Heydorn berichten Berthold Simonsohn (Verfolgter des Nationalsozialismus, Professor für Sozialpädagogik), Sizilie Hoffmann, Herbert Kopf und Walter Loss (Studenten der Pädagogik) über ein Kolloquium zum Thema „Gewissen und Gewalt“ an der Hochschule für Erziehung an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt (aM). Anlässlich des Ausschwitzprozesses diskutieren sie über die Begriffe Schuld, Gewissen, Verantwortung, Macht und Gewalt.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 37MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 11MB)

 
2. Lehrerbildung ein Dauerproblem: Heydorn untersucht unterschiedliche Konzepte der Lehrerbildung auf den Einfluss von Ideologie und Interesse. Er betrachtet die Anforderungen seiner Zeit an Bildung und Lehrerbildung und diskutiert unterschiedliche Bildungskonzepte an den Hochschulen für Erziehung.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 41MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 12MB)

 
3. Zur pädagogischen Situation unserer Zeit: Heydorn stellt angesichts der Auflösung der bürgerlichen Kultur und der Perspektivlosigkeit eines „postreligiösen Zeitalters“ (Heydorn) Überlegungen über Möglichkeiten und Grenzen der Erziehung in der Schule an. Er kritisiert eine Reduzierung der Pädagogik auf (Über)Lebenshilfe und plädiert für eine Überwindung der Spaltung zwischen Geist und Wirklichkeit.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 34MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 10MB)

Alle lq-Dateien auch noch mal hier.

Update: Es steht nun auch ein Beitrag von Roger Behrens zu Heydorns kritischer Bildungstheorie zur Verfügung. Der Ablauf dieser FSK-Freibaduniversitäts-Sendung ist so konzipiert, dass zwischen Teil 1 und Teil 2 des Kommentars Heydorns oben stehender Beitrag „Zur Pädagogischen Situation unserer Zeit“ abgespielt wird.

Download (via load.to): Teil 1 und Teil 2

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Bernd Beier: Die SI als Kritiker der französischen Studierendenbewegung

Kurzbeschreibung: „Ohne große Gefahr, uns zu irren, können wir behaupten, dass der Student in Frankreich nach dem Polizisten und dem Priester das am weitesten verachtete Wesen ist.“ Mit diesen wenig versöhnlichen Worten begann die Broschüre „Über das Elend im Studentenmilieu“, welche die Situationistische Internationale in Zusammenarbeit mit einigenStrasbourger Studenten verfasst hatte. Diese radikale Kritik der Rolle des Studenten, der Universität und der gesellschaftlichen Totalität stellte das Vorspiel zu den revolutionären Unruhen von Mai 1968 dar. 35 Jahre später erschüttert eine Streikbewegung den Bereich der kulturellen Produktion in Frankreich. Dieser Streik reflektiert die reale Proletarisierung der in der Kulturindustrie Beschäftigten. Doch was die Situationisten 1966 für den Studenten feststellten, giltentsprechend für den Künstler: „Seine extreme Entfremdung kann nur durch die Kritik der ganzen Gesellschaft kritisiert werden. Keinesfalls kann diese Kritik auf dem studentischen Gebiet vollzogen werden: der Student als solcher maßt sich einen Pseudowert an, der ihm verbietet, sich seiner wirklichen Enteignung bewusst zu werden, und er bleibtdamit auf dem Gipfel des falschen Bewusstseins.“ (mehr…)

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