Tag-Archiv für 'film'

Kritische Zombies

Apropos Utopie/Dystopie – einige der populärsten Dystopien kommen aus dem Zombie-Genre. Hierzu drei Beiträge:

1. Gesellschaftskritik in Zombie-Filmen

Im Rahmen des Jour-Fixe der Falken Erfurt hat einer der Falken-Genossen einen Vortrag über Gesellschaftskritik in Zombie-Filmen gehalten. Er informiert über Ursprünge und die Entwicklung des Genres, bespricht einige wichtige Zombie-Filme und arbeitet verschiedene gesellschaftskritische Motive aus diesem Material heraus.

Wenn die Toten erwachen …

Zombiefilme haben den Ruf, genauso stumpfsinnig und geistlos zu sein wie die darin vorkommenden Untoten – aber das stimmt nur zum Teil. Tatsächlich können die inszenierten Dystopien und Endzeitszenarien durchaus als Projektionsfläche einer allgemein empfundenen Ohnmacht gegenüber der Gesellschaft und Artikulation eines Fortschrittspessimismus gelesen werden. Anhand von Filmausschnitten und Thesen diskutieren wir verschiedene Interpretationsansätze. [via]

    Download: via Aarchiv (mp3; 40.7 MB; 29:40 min)

2. Der Zombie ist der Wert

Ähnliche Motive arbeitet der Text „Der Zombie ist der Wert“ von Alex Schärer heraus, der in der Züricher Zeitschrift Risse – Analyse und Subversion – No.6 erschienen ist. In der Sendereihe Sexy Kapitalismus … oder Pop ist eine Pizzaschachtel wurde dieser Text, unterlegt mit passender Musik und Audio-Film-Schnipseln, schon vor einiger Zeit einmal vorgelesen. Der Text konzentriert sich auf die Motive der Zombie-Triologie von George Romero und bringt diese am Schluss mit einigen wertkritischen Theoremen in Verbindung.

    Download: via Mediafire (mp3; 54.9 MB; 1h)

3. Zombies! Dekonstruktion eines Mythos

Auf Deutschlandfunk wurde 2011 ein aufwendig produziertes Feature über den Zombie-Mythos von Markus Metz und Georg Seeßlen gesendet. Darin wird die Entwicklung des Zombie-Mythos von seinen Ursprüngen im Voodo-Kult bis zu den postmodernen Hollywoodproduktionen hörbar, wobei vor allem die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Zombie herausgearbeitet wird. Es kommen verschiedene Kulturwissenschaftler, Autoren und Filmproduzenten zu Wort und das Ganze wird von zahlreichen Samples und eigens produzierten Hörspielsequenzen gerahmt. Eine durchaus hörenswerte Radioproduktion.

50 Millionen Menschen auf der Welt bekennen sich zu der aus Afrika stammenden Religion, die in der westlichen populären Kultur als „Vodoo“ bezeichnet wird und hier für wüste Okkult- und Verschwörungsfantasien herhalten muss. Zu den faszinierend-bedrohlichen Vorstellungen dabei gehört der Zombie: der durch Zauberei in eine willenlose Hülle verwandelte Mensch.

Die ersten Hollywood-Zombie-Filme standen in den 1930er-Jahren noch ganz unter dem Eindruck der tendenziösen Berichte aus Haiti und des Schocks der erfolgreichen Sklavenrevolte, bei der die Vodoo-Religion eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hatte. Mit wenigen Ausnahmen wurde in der Filmproduktion der rassistisch-propagandistische Aspekt gedankenlos übernommen und mit anderen Horror-Mythen verbunden. Erst George A. Romero schuf 1968 mit seinem rauen Film „The Night of the Living Dead“ einen neuen Bezug: Der Zombie als Metapher des Verfalls von Kapitalismus und Demokratie. Seitdem sind Zombie-Filme, -Songs, -Bücher und -Comics aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken.

Produktion: DLF 2011 [via]

    Hören: via DLF-Stream (1 h)

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Kunst und Gesellschaftskritik in Zeiten der Kulturindustrie (I)

„[…] jede Ware eine Waffe, jeder Supermarkt ein Trainingscamp. Das erhellt die Notwendigkeit der Kunst als Mittel, die Wirklichkeit unmöglich zu machen.“ (Heiner Müller)

Bekanntlich sah Theodor W. Adorno in der Kunst einen Rückzugsraum für unverstümmelte Erkenntnis: In der ästhetischen Erfahrung kann das Subjekt eine Ahnung davon gewinnen, dass die instrumentelle Naturbeherrschung barbarisch ist. An der Möglichkeit ästhetischer Erfahrung entscheidet sich, inwieweit die Menschen überhaupt noch ein Gespür für ihr Leid und einen Sinn für gesellschaftliche Alternativen haben. Auch heute noch stellt sich die Frage, ob Kunstwerke potentiell die Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse, ihrer Verwerfungen und Widersprüche ermöglicht, oder ob, zumal in Zeiten der alles in Warenform pressenden kapitalistischen Kulturindustrie, nicht einmal mehr die Kunst uns retten kann. Liegt womöglich die Stärke der Kunst in der Macht der Erkenntnis bei gleichzeitiger Ohnmacht in dem, was man Praxis nennt?
Diesen Fragen nähert sich derzeit die Veranstaltungsreihe der Kritischen Interventionen in Halle. Die ersten vier Vorträge – von Christoph Hesse, Marc Grimm, Baumeister & Negator und Lukas Holfeld – können wir hier dokumentieren.

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Reflexionen über die Kulturindustrie

Im Rahmen der Sendung Klärwerk hat Marius Meier von Radio Z Nürnberg im Juli 2012 ein interessantes Interview mit Detlev Claussen geführt, das in eine Reihe von Reflexionen über Begriff und Wirklichkeit der Kulturindustrie eingebettet ist. Sowohl eine knappe Einführung in die Kritik der Kulturindustrie wird geboten, als auch die Frage nach ihrer Aktualisierung (insb. hinsichtlich des WWW) gestellt. Interessant sind Claussens Ausführungen zum Verhältnis des Internets zur (Halb-)Bildung sowie zum Eindringen der Verwalteten Welt ins Individuum.

Download: via AArchiv (0:28 h, 10 MB), via Radio Z (26 MB) | via FRN (0:23 h, 33 MB, Interview ohne Kommentar!)

Im Rahmen unserer letzten Sendung beschäftigten wir uns eine Stunde lang mit der Theorie der Kulturindustrie.

Ein wechselhafter Sommer hat begonnen, und während andere Medien sich vor allem einer ressentimentbehafteten Berichterstattung über die Folgen der Schulden- und Wirtschaftskrise widmen, will das Klärwerk heute die Frage nach den Verhältnissen und Rahmenbedingungen stellen, unter denen sich Kultur im Jahre 2012 abspielt.
Der Begriff der „Kulturindustrie“ geisterte noch vor 20 Jahren häufiger durch Zeitungen und Magazine und wurde häufig im Sinne der kulturkonservativen Konstatierung eines vermeintlichen Werteverfalls missbraucht. Heutzutage gibt es kaum mehr öffentliche Debatten, die sich seiner bedienen.Wir versuchen im Rahmen unserer Themenstunde in die Theorie der Kulturindustrie einzuführen.

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Wer denkt, ist nicht wütend

Die bekannte Adorno-Dokumentation Der Bürger als Revolutionär | Wer denkt, ist nicht wütend kann inzwischen auf Youtube angesehen werden: 1. Teil / 2. Teil

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