Tag-Archiv für 'franz-neumann'

Zwischen Diktatur und Demokratie

Was bleibt von Franz Neumann?

Am 14. Mai 2012 hat das Hamburger Institut für Sozialforschung anlässlich des 70. Jahrestags der Erscheinung des Buches »Behemoth« eine Veranstaltung zur Aktualität Franz Neumanns veranstaltet. Mit Prof. Dr. David Kettler (Bard College), Prof. Dr. Oliver Lepsius (Universität Bayreuth), Prof. Dr. Alfons Söllner (TU Chemnitz) und Prof. Dr. Michael Wildt (Humboldt-Universität zu Berlin) waren dabei einige wichtige akademische Neumann-Rezipienten anwesend, die über einige Aspekte – Probleme, Stärken, Schwächen, implizite theoretische Annahmen, Aktualität und Rezeption – der theoretischen Bemühungen Neumanns diskutiert haben. Weil es Neumanns wichtigster Gegenstand war, geht es auch in der Diskussion um das (Un-)Wesen des nationalsozialistischen (Un-)Staates. David Kettler beharrt dabei auf der zentralen Frage, die mit Neumann verbunden ist: Welche Rolle die Shoa und der Antisemitismus in der Struktur des Nationalsozialismus gespielt haben, in welchem Verhältnis dies zu einer ökonomischen Rationalität steht und ob dies in Neumanns Forschungen angemessen erfasst ist. Die Klangqualität der Aufnahme ist leider nicht sonderlich gut.

Vor 70 Jahren erschien Franz Neumanns „Behemoth“ – ein Meilenstein der Forschung über „Struktur und Praxis des Nationalsozialismus“. Neumann – das war der prominente Weimarer Anwalt und Sozialdemokrat, der sich später vorwarf, nicht entschlossen genug für die Republik gekämpft zu haben. Der Emigrant, der sich als Politikwissenschaftler neu erfinden musste, um die Katastrophe zu verstehen. Der amerikanische Regierungsberater, der sich der Zerstörung des Nationalsozialismus und der Re-education der Deutschen widmete. Der politische Denker, für den Demokratie sich nicht in Verfahren und Rechten erschöpfte, sondern sozial- und bildungspolitisch abgesichert sein muss und ihre Legitimität auf individuelle Teilhabe gründet, auf die Erfahrung, etwas verändern zu können – eine notwendig unabgeschlossene Aufgabe. [via]

    Download (via AArchiv): Referate (mp3; 56,7 MB; 1:01:52 h) | Diskussion (mp3; 46,7 MB; 51:01 min)

| Referate und Diskussion via Mediafire (unbearbeitet: mp3; 104,6 MB; 1:54:12 h)

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»…dass… nichts Ähnliches geschehe.« Gesellschaftskritik nach Auschwitz

Der FreibÄrger stellt nun den zweiten Mitschnitt der Veranstaltungsreihe »Kritik und Krise« mit Martin Dornis zur Verfügung. Dieser versucht sich an einem Brückenschlag von Marx zu Adorno, von der Gesellschaftskritik des 19. Jahrhunderts zum kategorischen Imperativ, »Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.« Im Zentrum stehen dabei die geschichtlichen Wandlungen des Kapitals im Verhältnis zu seinem Staat vom Liberalismus bis zum Nationalsozialismus sowie die Bedeutung der Krise für die jeweiligen Verhältnisse und ihre Kritik. Zur Charakterisierung des Nationalsozialismus und seiner politischen Ökonomie referiert Dornis die Ansätze von Langerhans, Pollok, Neumann, Horkheimer, Adorno und heutiger »antideutscher« Theoretiker, ähnlich wie er es in seinem Vortrag über die Vernichtungsideologie des deutschen Nationalismus tat.

Download: via AArchiv | via MF (mp3, mono, 48 kBit/s; 27,1 MB; 1:18 h)

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Deutscher Nationalismus. Vernichtungsideologie auf der Basis kapitalistischer Vergesellschaftung

Martin Dornis, assoziiert im Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig und Redakteur der Zeitschrift »Exit! Krise und Kritik der Warengesellschaft«, referierte im Juni 2009 in Chemnitz über den Nationalsozialismus. Der Vortrag aus der Reihe HalluziNation Deutschland – Beiträge zur Therapie einer Zwangsvorstellung befasst sich mit verschiedenen Typen und der Geschichte des Nationalismus seit der Französischen Revolution, besonders mit dem deutschen völkischen Nationalismus, und mit den Wandlungen der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Selbstverständnisses im 18. und 19 Jahrhundert. Außerdem behandelt Dornis die Analysen des Nationalsozialismus von Franz Neumann (Behemoth) und Friedrich Pollock.

Die Tonqualität ist eher mäßig. Gesamtlänge: 1:35 h Vortrag, 1:10 h Diskussion.

Zu beziehen bei Archive.org als ogg oder mp3, alternativ in einer kleineren Fassung hier: Vortrag (32,5 MB) & Diskussion (23,9 MB) (mp3, mono, 48 kBit/s).

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