Tag-Archiv für 'kapitalismuskritik'

Kapitalistische Krisenzeiten.

Entgegen dem Bekenntnis der parlamentarischen Linken zu Markt, Staat und Kapital, aber auch entgegen der naiven und gefährlichen Legende, eine gesunde Realwirtschaft sei der Habgier von Bankern zum Opfer gefallen, fanden in den letzten Monaten wiederholt Veranstaltungen statt, die daran erinnerten, dass die Ursachen für die viel zitierte Krise nicht in der Gier oder in ungenügenden Reglementierungen liegen, sondern auf eine strukturelle Analyse zu pochen sei. Eine Analyse, die darauf beharrt, dass Kapitalismuskritik eine Kritik der Normalität des Kapitalismus bedeutet – und auf der Erkenntnis, dass zu dieser Normalität auch die Krise gehört.
In Halle organisierten die kritischen Interventionen eine Veranstaltungsreihe zur Krisenhaftigkeit des Kapitalismus (mit Ernst Lohoff (Krisis), Daniel Späth (Exit!), Anton Landgraf und Hannes Bode als Referenten) und deren Folgen. In Bremen sprach Thomas Ebermann zum Verhältnis von Krise und Nationalismus. Beides wollen wir an dieser Stelle dokumentieren.

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Zinskritik als Allheilmittel? Widersprüche und Gefahren der Kapitalismuskritik.

Bei einer Sendung des freien Radios Helsinki (aus Graz) kommen Heribert Schiedel und Peter Bierl ausführlich zu Wort. Ihre Beiträge analysieren die Verschleierung der Kritik des Kapitalismus durch die sogenannte Zinskritik. Download: via AA (mp3; 0:59 h; 81 MB)

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Die suspendierte Gattung

Zur Kritik der deutsch-europäischen Flüchtlingspolitik

Mit dem von Würzburg ausgehenden Protestmarsch nach Berlin, dem Protestcamps in neun deutschen Städten vorangegangen waren, der Besetzung der nigerianischen Botschaft (siehe auch hier) und der großen Demonstration am 13.10.2012 in Berlin erfährt das Thema der Flüchtlingspolitik zur Zeit erfreulicherweise einige Aufmerksamkeit. Danyal, Autor des Blogs Cosmoproletarian Solidarity, hat im Juni diesen Jahres auf Einladung der AG Gesellschaftskritik in Würzburg einen Vortrag über die europäische Flüchtlingspolitik gehalten. Zum einen gibt er dabei zahlreiche Beispiele für den Umgang der deutschen und europäischen Behörden mit Flüchtlingen, zum anderen formuliert er eine Kritik am Prinzip kapitalistischer Staatlichkeit, das sich systematisch gegen »das flüchtige Leben« richtet. Eine Textversion des Vortrags findet sich auf dem Blog der Zeitschrift »Das Grosse Thier«.

Ankündigungstext: Mehr als 1.500 Exilsuchende starben im Jahr 2011 in jenem Gewässer, das den wesentlichen vom vollends verüberflüssigten Teil der kapitalisierten Gattung trennt. Den vielen anderen nimmt sich Frontex an, die Apparatur zur militärischen Abriegelung der europäischen Außengrenzen vor dem überflüssigen Leben, oder, wenn der eine oder die andere doch durchschlüpft, die Heimatfront aus regierungsamtlicher Schikane, kulturalistischer Betreuungsökonomie und nächtlichem Abschiebekommando. Den Geflüchteten aus den Ruinen des Weltmarkts oder vor Despotien wie dem Iran wird ihre Überflüssigkeit vor dem Kapital wieder eingehämmert: Man kaserniert sie, dass sie nur keine Freude haben an der Selbstbefreiung vom unmittelbaren Zwang und sich wieder aus freiem Willen verflüchtigen. Die Subjektivität, d.h. die Ermächtigung zur Selbsterhaltung, wird ihnen abgesprochen und zwar im Interesse der nationalen Arbeitskraft. Der politische Souverän, der Menschen als Deutsche konstituiert, stundet die Fungibilität der nationalen Arbeitskraft, er täuscht ihre kapitale Wertigkeit nur vor, um so die nationale Formierung zu garantieren. Vor Hunger, Krieg und Tugendterrorismus Geflüchtete sind der Ausschuss jener vernunftwidrigen Sozietät, die von den konkreten Individuen absieht, um sie als Exemplare der kapitalisierten Gattung zu konstituieren, die alsdann aus dem Blut und Boden einer Nation erwachen. Kein politischer Souverän existiert, der ihr Leben zu schützen wagt; keine Zwangsgewalt, die sie als die Ihrigen identifiziert und fähig ist, ihre Selbstverwertung zu verbürgen. (via)

    Download: via AArchiv | via RS (mp3; 23,1 MB; 1 h 7:21 min) | Hören: via Soundcloud
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Critique du néo-libéralisme ou critique de la société marchande ?

Those of you speaking (or at least understanding) French perhaps like to have a look at this video recording of a lecture by Anselm Jappe.

Download (audio only/mp3): via AArchiv (1:13 h, 33 MB)

Description:

Les crises financières à répétition sont-elles dues aux seules politiques néo-libérales qui favorisent le capital financier aux dépend du travail salarié ou indiquent-elles la limite historique de la société capitaliste elle-même, basée sur la valeur, le travail abstrait, l’argent, la marchandise et le fétichisme de la marchandise ?

Depuis vingt ans, la « critique de la valeur » propose une relecture de l’œuvre de Marx en ce sens et en dérive des analyses du monde actuel. C’est ainsi que les contestations que le capitalisme ne manquera de provoquer pourront s’attaquer au noyau de cette formation sociale -le travail abstrait producteur de marchandise- au lieu de se cantonner à une critique morale de ses symptômes, comme la spéculation.

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Das Geschlecht des Kapitalismus

Die marxo-feministische Gesellschaftstheoretikerin Roswitha ScholzExit!«) war kürzlich (Juni 2011) bei den Linken Buchtagen in Berlin eingeladen, ihr Buch »Das Geschlecht des Kapitalismus. Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Kapitals« vorzustellen, dass erstmals im Jahr 2000 bei Horlemann erschienen ist und nun in einer erweiterten Fassung neu aufgelegt wurde. Ihr zur Vorstellung des Buches gehaltener Vortrag eignet sich als Einführung in den abspaltungstheoretischen Ansatz.

Download: via AArchiv | via MF (1:01 h, 21 MB)

Buchkurzbeschreibung: (mehr…)

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Die Situationisten und die Aufhebung der Kunst

Die Dokumentation des internationalen Symposiums Interventionen, das im Oktober 2010 in Paderborn stattfand, enthält den Mitschnitt eines Vortrags von Anselm Jappe (u.a. Autor der Zeitschrift Exit!) mit dem Titel „Die Situationisten und die Aufhebung der Kunst: was bleibt davon nach fünfzig Jahren?“. Jappe gibt dort einen Überblick über die Geschichte und Aspekte der kritischen Theorie der Situationistischen Internationalen, besonders mit einem Fokus auf den Gegenstand der Kunst. Besonders interessant werden die Ausführungen Jappes m.E. am Ende des Vortrags, wo er den Fortschrittsglauben der S.I. kritisiert und die Perspektive der S.I. auf die Aufhebung der Kunst mit ähnlichen und doch entscheidend anderen Ansätzen aus der Ästhetischen Theorie Adornos konfrontiert. Um diesen Aspekt dreht sich dann auch die Diskussion, die wegen des Mittagessens leider vorzeitig abgebrochen werden musste. Die anderen auf dem Symposium gehaltenen Vorträge sind hier dokumentiert. Ein Text von Anselm Jappe zum Vergleich von Adorno und Guy Debord gibt es hier.

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Über kapitalistischen Realismus

Inkasso Hasso (Radio Corax) hat ein hörenswertes Feature zusammengestellt, das sich mit dem Verhältnis von Warenästhetik, Kulturindustrie, Kritik und revolutionärem Potential auseinandersetzt. Manfred Prisching (Soziologe, Graz), Diedrich Diederichsen, Tilman Reitz (Soziologe, Jena), Schorsch Kamerun (Sänger, Autor, Theaterregisseur) und Ulrich Bröckling (Soziologe, Halle) sprechen darin über Konsumismus, Gegenkultur und die Funktion von Kritik und Kreativität für den Kapitalismus. Das Feature ist an das im letzten Jahr erschienene Buch „Kapitalistischer Realismus“ angelehnt, in dem einige der zu Wort Kommenden einen Beitrag veröffentlicht haben.

Das neueste Arrangement des marktwirtschaftlichen Systems ist das Eindringen des Freizeitvokabulars in die Arbeitswelt: Kreativität und Selbstbestimmung, einst emanzipatorische Kategorien, sind mittlerweile Vorraussetzung für den kapitalistischen Konkurrenzkampf. Wo einst der Arbeiter am Fließband stand, im schweren Kapitalismus, stehen nun mobile Arbeitskräfte, auf den ersten Blick selbstorganisierte Einheiten. Es ist immer schwieriger eine Grenze zwischen Freizeit und Arbeitszeit zu ziehen. Meetings finden in lockerer Freizeitatmosphäre statt, durch das Internet wird jeder Ort jederzeit zum potentiellen Produktionsort und wichtige Entscheidungen werden immer öfter beim Feierabendbier oder Afterwork-Cocktail getroffen. Eine Collage über die Auswüchse des „leichten Kapitalismus“, die Ideologie des Konsumismus, Subversionsstrategien und Möglichkeiten widerständiger Praxis. [via FRN]

Download: via FRN (mp3, Stereo, 160 kbps, 41:01 min, 47 MB)

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Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft in den Romanen von Charles Dickens

1. Björn Oellers: Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft in den Romanen von Charles Dickens

Ein hörenswerter Vortrag von Björn Oellers (Falken Hamburg), den er am 29.01.2011 im Rahmen der Reihe »Kunst und Kritik« der Falken Erfurt gehalten hat. Er beginnt mit einer kurzen Einführung in die Theorie des Romans von Georg Lukács, skizziert dann das Selbstverständnis der liberalen Epoche der kapitalistischen Gesellschaft, um anschließend, jeweils in Bezug auf Analysen von Karl Marx, darzulegen, wie Charles Dickens die Wirklichkeit dieser Gesellschaft in seinen Romanen darstellt.

Björn Oellers: Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft in Romanen von Charles Dickens, in: Gerhard Stapelfeldt (Hrsg.): Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie Band 10, Hamburg 2010.

    Download: via Audioarchiv (61,9 MB, 1 h 7 min); Nachbearbeitet via Audioarchiv (23 MB)

Während der Ausdruck “Neoliberalismus” eine Neuauflage impliziert, stellt sich die Frage nach dem Inhalt des klassichen Liberalismus. Schon dieser ist durch einen tiefen Widerspruch -Verherrlichung und Liquidierung des Individuums – gekennzeichnet, was anhand einer Analyse der englischen Literatur dargelegt werden kann. Für einen näheren Blick auf das Schicksal des bürgerlichen Subjekts sollen ausgesuchte Romane von Charles Dickens (1812 – 1870) untersucht werden, der wie Marx in der Zeit der Hochphase des Liberalismus lebte. Seine Romane bilden ein Panorama zeitgenössischer sozialer Problemstellungen und gesellschaftlicher Krisen. Der Roman thematisiert bereits durch seine Form das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, indem sich die Handlung auf eine/n oder mehrere Held_innen konzentriert, deren Erlebnisse und Gedanken den Zusammenhang des Geschehens bilden und die Ereignisse struturieren. Es sind, wie in der Theorie des klassischen Liberalismus, die freien Individuen, die handeln und die Gesellschaft gestalten. In Dickens Romanen dagegen geht die liberale Gesellschaft einen anderen Weg, der von ihrer Entstehung über Blüte und Krise in eine neue Form gesellschaftlicher Integration führt: den Imperialismus. Diese Entwicklung des Verfalls von Individualität soll in der Veranstaltung nachgezeichnet werden.

2. Bayern 2: Charles Dickens und Emily Bronte – Geschichten aus dem viktorianischen England

Ein Feature von Herbert Becker über das Leben von Charles Dickens, gesellschaftliche Hintergründe und über das soziale Engagement seiner Literatur.

    Download: via Bayern 2 (15 MB, 21 min 49 sec)

3. Hörbücher von Charles Dickens (Die Silvesterglocken, Die Geschichte des Tom Smart, Die Geschichte des Schuljungen): hier.

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Kapitalistische Vergesellschaftung und nationalistische Ideologie

Mitschnitt eines Vortrags, den Martin Dornis am 19.08.2010 in Jena, im Rahmen der Reihe »Schwarz.Rot.Gold. …sind nicht mal alles Farben« gehalten hat. Er skizziert die Geschichte des Staates im Kapitalismus, um anschließend Besonderheiten des deutschen Staates und der damit verbundenen nationalistischen Ideologie herauszuarbeiten. Ankündigungstext hier. Untenstehend findet ihr das Thesenpapier zum Vortrag und die verwendeten Zitate.

Download (29.19 MB): via keine Farben/Soundcloud, via Audioarchiv

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