Tag-Archiv für 'klassentheorie'

Über die historische Vergänglichkeit von »Geschichte und Klassenbewusstsein«

Geschichte und Klassenbewusstsein war ein zu Recht prägendes Werk des Marxismus und es gibt Grund genug, 90 Jahre nach seinem Erscheinen an dieses Buch und seinen Autor, Georg Lukács, zu erinnern. Aber es gibt keinen Grund, auf eine kritische Revision seiner Grundlagen zu verzichten oder über die Katastrophengeschichte des 20. Jahrhunderts hinwegzugehen, als ließe sich bruchlos an den jungen Lukács anknüpfen. Das dachte sich auch die Hamburger Gruppe Melange und organisierte am 4. Juli 2013 eine Art Gegenveranstaltung zur Reihe »Über das Schicksal der Revolution entscheidet das Klassenbewusstsein«. Die Reihe wurde von Kritikmaximierung organisiert und ist bei uns dokumentiert worden.

In den ersten knapp 20 Minuten des folgenden Mitschnitts formuliert ein Vertreter der Gruppe Melange eine Kritik an der Ausrichtung der Veranstaltungsreihe und stellt anschließend den Referenten Robert Fechner vor. Dieser befasst sich im ersten Teil seines Vortrags mit Lukács‘ Verdinglichungsaufsatz und kritisiert die diesem zugrunde liegende Interpretation der Kritik der politischen Ökonomie. Fechner attestiert Lukács u.a. Gebrauchswertfetischismus und ein falsches Verständnis der Kategorie »abstrakte Arbeit«. Im zweiten Teil wendet er sich Axel Honneths Verdinglichungstheorie zu und liefert eine fulminante Kritik an dessen idealistisch-ideologischem Anerkennungsgefasel.

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Proletariat als Prozess

Im Rahmen der Theorie-Praxis-Lokal-Veranstaltungen hielt Peter Christoph Zwi (Mitglied des Autorenkollektivs Biene Baumeister Zwi Negator) im April 2000 einen Vortrag zum Begriff des Proletariats bzw. der Proletarisierung. Zwi führt hier den Klassenbegriff nicht als statisch festzulegende Kategorie ein, sondern als Prozess. Dabei argumentiert er m.E. ähnlich wie Adorno in seinem Text „Gesellschaft“1, in dem dieser Gesellschaft als Prozess begreift und in diesem Zuge den Begriff der Klassengesellschaft verteidigt.

Download: archive.org oder in einem Stück via MF (mp3, stereo, 48 kBit/s; 46 MB; 2:15 h)

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Kommunismus – aber wie? II

Bei Radio Frei findet sich nun der Mitschnitt der Veranstaltung »Kommunismus – aber wie?« mit Hannes Gießler (Cee Ieh, Gruppe in Gründung) und Christoph Zwi (Biene Baumeister Zwi Negator, Situationistische Revolutionstheorie), die in Jena am 15. Juni wiederholt wurde. Hannes Gießler führt mehrere Gründe auf, warum seines Erachtens die kommunistischen Revolutionsversuche gescheitert sind, weist auf die Gefahren erneuter Revolutionsversuche hin und plädiert dafür die bürgerliche Gesellschaft, als Versuch eine Vermittlung im Widerstreit zwischen Individuum und Allgemeinheit zu organisieren, anzuerkennen. Christoph Zwi referiert ausführlich zum Begriff des Kommunismus und zieht hierzu Marx, Georg Lukács, Walter Benjamin und die Situationisten heran. Leider reagieren die beiden kaum aufeinander und so stehen ihre unterschiedlichen Positionen auch in der Diskussion eher nebeneinander, als dass eine Konfrontation stattfindet. In Leipzig soll es hitziger zugegangen sein – trotzdem sehr hörenswert!

Audiocharakteristika: mp3, mono, 32 kbps

Download:
Einführungsreferate (18,6 MB, 81:24 Minuten)
Diskussion (14,7 MB, 64:03 min).

Siehe auch: Gespräch mit Hannes Gießler und Christoph Zwi

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Klassentheorie

Kurzbeschreibung: Ein Referat von Michael Heinrich zur „Klassenfrage“.

Gesamtlänge: 1:35h

Audiocharakteristika: mp3/ogg, stereo, 64 kbit/s

Download bei Archive.org oder hier.

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