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Candide oder Hoffen lernen nach Voltaire

Wenige Jahre nachdem der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz seine grundsätzliche Überlegung publiziert hatte, dass diese Welt trotz all ihrer Übel die beste aller möglichen Welten sei, wurde Lissabon 1755 von einem verheerenden Erdbeben zerstört, bei dem es zu 100.000 Toten kam. Dieses Ereignis verarbeitete der französische Aufklärer Voltaire in einer seiner bekanntesten Erzählungen „Candide oder der Optimismus“. Der optimistische Protagonist Candide wird in dieser Geschichte mit den grausamsten Übeln der Welt konfrontiert – und kann trotzdem nicht aufhören zu hoffen. Es handelt sich bei dieser Erzählung um einen satirischen Schlag gegen Leibniz und den metaphysischen Optimismus – in ihrer beißenden Ironie ist es eine Klage gegen vermeidbares Leiden und eine Polemik gegen die unkritische Genügsamkeit der Philosophen, denen, egal unter welchen Umständen, immer nur einfallen will, alles auf einen zureichenden Grund zurückzuführen. 1982 hat die Berliner Schaubühne eine grandiose Hörspielbearbeitung von Candide produziert – auf witzigste Art und Weise werden hier aktuelle weltpolitische Ereignisse in die Handlung integriert und haufenweise Zitate und Verweise versteckt: von griechischen Sagenfiguren, über romantische Motive, bis zu Karl Marx und dem Existentialismus.

Aergernis hat vor einiger Zeit einen Auszug des Hörspiels gepostet, in dem Candide bei Utopia strandet:

Das ganze Hörspiel gibt es hier:

Download: via RS [36.9 MB, 1.20 h]

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