Tag-Archiv für 'leipzig'

Gesellschaftskritik und kommunistische Programmatik

Im Zuge des öffentlichen Selbstverständigungs- und Organisierungsprozesses, den ursprünglich die Sozialistische Initiative Berlin-Schöneberg (SIB) angestoßen hat und der dann in den Aufbauprozess der Neuen Antikapitalistischen Organisation mündete, veröffentlichten im Marx-Forum mehrere Leute aus Bochum das „Bochumer Programm“. Die Leipziger Translib hat am 27.03.2015 einen Mitunterzeichner dieses Programms, Robert Schlosser, eingeladen, um mit ihm anhand des Bochumer Programms über Perspektiven von Gesellschaftskritik und kommunistischer Programmatik zu diskutieren. Damit sollte der Diskussionsprozess fortgesetzt werden, den die Translib mit der Diskussion ihres Koalitionspapiers, der Scherbentheorie und der Degrowth-Konferenz begonnen hat. Einerseits sei hier der Mitschnitt der Veranstaltung mit Robert Schlosser dokumentiert, andererseits habe ich das Bochumer Programm und einen Kommentar Schlossers zu diesem Programm eingesprochen.

1.) Das Bochumer Programm

Das Bochumer Programm wurde 2011 veröffentlicht und stellt einige Forderungen vor, die nach Auffassung der AutorInnen derzeit einen hohen Stellenwert haben. Es geht darin vor Allem um eine Verbesserung der Bedingungen, unter denen sich Lohnabhängige zur Überwindung der Lohnarbeit organisieren können.

    Download: via AArchiv (mp3; 3.4 MB; 3:44 min)

2.) Revolutionäres Minimalprogramm

Robert Schlosser hat eine Kommentierung des Bochumer Programms geschrieben, in dem er einige der Punkte des Programms näher erläutert und auf Kritiken am Programm reagiert hat. Er stellt darin fest, dass die einzelnen Punkte des Programms „ausnahmslos als Reformen verwirklicht werden [könnten], ohne dass die kapitalistischen Produktionsverhältnisse verschwinden würden. In ihrer Summe würden sie allerdings in einem Umfang ‚Selbstverwaltung‘ (…) durchsetzen und dem Kapital Schranken auferlegen (…), dass sie ohne revolutionäre Massenbewegung niemals durchzusetzen wären.“

    Download: via AArchiv (mp3; 12.8 MB; 13:56 min)

3.) Diskussion mit Robert Schlosser in der Translib

Auf Facebook hat die Translib die Diskussion mit Robert Schlosser folgendermaßen zusammengefasst:

Hier kommt die Aufzeichnung der Diskussion mit Robert Schlosser über Gesellschaftskritik und kommunistische Programmatik. Nach etwa 10 minütiger Einführung durch einen Translibier folgt der etwa 45 minütige Beitrag unseres Gasts. In ihm geht es unter anderem um das Verhältnis von Arbeitserfahrung und Theoriebildung, und jenes von Reformen und soziale Revolution, sowie um den Stand der politischen Diskussion(skultur) im linksradikalen Spektrum. Etwas näher wird dann auf die Entstehung des „Bochumer Programm“ und die Debatte um dasselbe eingegangen. Auf den Vortrag folgen 80 Minuten Diskussion über diese und andere von Schlosser aufgeworfene Fragen.[via]

Vortrag

    Download: via AArchiv (mp3; 53.2 MB; 58:05 min)

Diskussion

    Download: via AArchiv (mp3; 74.1 MB; 1:20:56 h)

Ein Verzeichnis der auf trend.infopartisan dokumentierten Diskussionsbeiträge zum NAO-Prozess findet sich hier. Weitere Texte von Robert Schlosser sind auf dessen Homepage zu finden – so u.a. eine Kritik an der Marx-Auslegung von Robert Kurz und eine kritische Anmerkung zu den 28 Thesen zur Klassengesellschaft.

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“Das letzte Biest am Himmel” – Ein Gespräch zwischen Roter Flora und Conne Island

Eine Aufnahme, die weniger Theorie als gewohnt bietet, dennoch durchaus interessant ist, weil sich der Mitschnitt mit Orten beschäftigt, die eine linksradikale Praxis über mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte (zumindest mit)bestimmt haben: Das Conne Island in Leipzig und die Rote Flora in Hamburg. Vertreterinnen beider Zentren fanden im Golem zusammen, um über die jeweilige Geschichte, Strukturen, Unterschiede und Spannungsfelder zu diskutieren.

Im Abstand von rund 400 km steht jeweils ein Bürgerschreck aus Mörtel und Ziegelstein. Im Hamburger Schanzenviertel hält sich seit 25 Jahren die Rote Flora. An den Ausläufern von Leipzig Connewitz residiert seit 23 Jahren das Conne Island. Einladend und abweisend, luzide und behäbig, störrisch und befriedet. Die „Terrorzentralen“, um die die Lustangst von CDU und Boulevard kreist, geben Verfassungsschutz und Polizei die Gelegenheit Tonbänder zu füllen und Planstellen zu rechtfertigen. Alle anderen gehen dort saufen, Skateboard fahren oder diskutieren.
Die beiden linksradikalen Zentren teilen eine wechselhafte Geschichte. Sie ist sowohl von internen Konflikten um die Ausrichtung des eigenen Ladens, als auch von politischen Auseinandersetzungen mit und gegen die Mehrheitsgesellschaft durchzogen. Auch wenn es punktuell einen Austausch gab – wie uns die Betreiber versichern – wurden die gleichen, sich stellenden Fragen in der Roten Flora und dem Conne Island getrennt voneinander durchgekaut:
Versteht man sich als linker „Freiraum“, in dem sich ohne Verwertungsdruck abhängen lässt oder nimmt man die Totalität des Kapitalismus an, der quasi auch in Viertelautonome einfährt wie der heilige Geist und den man selbst über die Schwelle der eigenen Haustür trägt? Wie hält man es mit der Nachbarschaft? Wohnt nebenan die Vielheit freundlicher Subjekte, die dem eigenen Treiben wohlwollend gegenüber stehen oder hausen dort verkniffene Rassisten, die man häufiger erschrecken muss, damit sie nicht auf dumme Ideen kommen? Welchen Stellenwert haben Konzerte und Partys? Wird Pop als Vehikel zur Politisierung und Geldbeschaffung nur benutzt oder meint man in der Musik und der Kunst selbst eine genuin politische und subversive Praxis zu erkennen? Wie geht man mit den Umarmungen des etablierten Betriebs um? Ersticken bezahlte Stellen oder eine institutionalisierte Kultur- und Projektförderung die politischen Ansprüche und lassen einen ungewollt zum anerkannten Teil der Zivilgesellschaft heranreifen? Begünstigen linksradikale Zentren mit ihrer Protestfolklore nicht noch die Attraktivität der sogenannten Szeneviertel und befeuern so Umstrukturierungs- und Verdrängungsprozesse?

    Download: via AArchiv (mp3)

Der gezeigte Film zum Conne Island findet sich hier, der angesprochene Spiegel TV Clip zur Flora hier, die ungekürzte Variante der Aufzeichnung hier.

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Konsumkritik als subversive Praxis oder kapitalistische Selbstoptimierung?

Anfang September fanden in Leipzig knapp 3000 Menschen zusammen, um über das Wachstum der kapitalistischen Ökonomie zu diskutieren. „Degrowth“ hieß die Konferenz, deren Tenor auch über Leipzig hinaus zu vernehmen war: Trotz Wachstumsdogma geht es den Leuten beschissen. Stattdessen solle die Schrumpfung von Produktion und Konsum ein Leben ohne Angst und Zwang ermöglichen. Kritikerinnen, allen voran aus dem Umfeld der translib, warfen ein, dass keiner der Ansätze von Degrowth ein besseres Leben herbeiführen wird. Man wolle den Kapitalismus gesund schrumpfen, träume den Traum einer „natürlichen Wirtschaftsordnung“, eines Kapitalismus mit menschlichen Antlitz. Man predige Verzichtsideologie, Asketismus, während die Schrumpfung in Griechenland, Spanien und anderswo, längst angeordnete Realität ist. Die Gruppe Kritische Intervention aus Halle fragte ebenfalls danach, woher die Attraktivität eines solchen Spektakels rührt und hat Ulrich Schuster und Lydia Jacobi (Roter Salon, Leipzig) eingeladen, um über den Gehalt und die Übergänge der Postwachstums- und Konsumkritikbewegung in affirmative Denk- und Verhaltensweisen zu sprechen. Dabei kritisieren die Beiden die Postwachstumsbewegung und Konsumkritik als Teil einer immanenten Bestätigung des schlechten Bestehenden, als Vorreiter des Kapitalismus.

Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft, vegetarische und vegane Kost, fair gehandelte Produkte, sauberer Strom, Tauschbörsen und Aufrufe zum Shoppingverzicht – der Trend geht zum kritischen Konsumbewusstsein. Längst hat Konsum- und Wachstumskritik die Nischen des politischen Aktionismus und der Subkultur verlassen. Die im September in Leipzig durchgeführte degrowth-Konferenz wurde nicht nur von etablierten Stiftungen und staatsnahen Bildungseinrichtungen unterstützt, es kamen auch Tausende, um dabei zu sein.
Doch worauf zielt eine Bewegung, deren Aufrufe zum Maßhalten und Verzicht die ohnehin gestressten Individuen zu mehr Selbstkontrolle anhalten? Was kommt heraus, wenn sich die Kritik nicht gegen Standortkonkurrenz und Mehrwertproduktion wendet, sondern glaubt das kapitalistische Wachstumsmonster durch „Widerstand gegen sich selbst“ und gelebte Utopien besänftigen zu können?
Gegenüber der Aufmotzung der als Spektakel daherkommenden Konsumkritik zur Befreiungsperspektive ist Skepsis angebracht. Doch worauf läuft sie hinaus? Dem Unbehagen an den negativen Folgen der kapitalistischen Warenwelt für den Menschen und dem Wunsch, nachhaltig zu leben, lässt sich angesichts der Produktion von Giftmüll und minderwertigen Lebensmitteln und im Wissen um den Raubbau an Naturressourcen nicht jegliches kritisches Potential absprechen.

    Download: via AArchiv (mp3)

Vor dem Referat sprach Radio Corax mit einem der Referenten, mit Ulrich Schuster.

EDIT: Bereits Anfang September lud die IG Robotercommunismus zu einer Veranstaltung in Leipzig unter dem Titel: „Bhutan: Fluchtpunkt der Postwachstumsbewegung – Ein ideologiekritischer Kommentar zur Harmony, zur Happiness und zum Horror der Degrowth-Bewegung“. Im ersten Teil werden einige Erfahrungen mit Degrowth-Aktivisten geschildert. Im zweiten Teil versucht der Referent den autoritären Charakter der Postwachstumsideologie aus scheinbar randständigen Details herauszuarbeiten. Abschließend gibt es noch eine längere Diskussion.

    Download: via AArchiv (mp3)
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Diskussionen in der Translib

Das sind alles nur Mätzchen, Genossen; für den sozialen Kampf brauchen wir gute Laboratorien.
(»Der Chemiker«, zitiert nach Victor Serge)

Seit gut einem dreiviertel Jahr gibt es in Leipzig ein »Communistisches Labor« – die Translib ist Bibliothek, Organisations- und Diskussionsplattform in einem. Was ein communistisches Labor ist, warum ihr Attribut mit c geschrieben wird und einige andere Fragen haben Leute von der Translib in einem Interview mit der Leipziger Stadtteilzeitung 3Viertel+ beantwortet. Anfang des Jahres fanden in der Translib zwei Diskussionsveranstaltungen statt, die wir im Folgenden dokumentieren:

1.) Diskussion des Koalitionspapiers

Um ein Selbstverständnis ihres Vorhabens zu finden und ein Kritikprogramm zu umreißen, haben die Leute, die in der Translib organisiert sind, ein Koalitionspapier geschrieben. Es geht darin um Klassengesellschaft, Ideologie und Fetischismus, Kritik, Kommunismus und Wissenschaft sowie das Geschlechterverhältnis. Einige Leute von der Translib haben das Koalitionspapier eingesprochen:

    Download: via AArchiv (mp3; 70.6 MB; 1:13:33 h)

Im Januar dieses Jahres lud die Translib dazu ein, das Koalitionspapier zu diskutieren. Der Begriff der libidinösen Ökonomie, der im Koalitionsbegriff verwendete Gesellschafts- und Klassenbegriff, das Nord-Süd-Verhältnis, die Frage nach dem Vorrang theoretischer Bildung und die Probleme, die der Konzeption einer Planwirtschaft innewohnen, waren die wichtigsten Diskussionspunkte.

Im Januar haben wir in die translib eingeladen, um öffentlich über unser Koalitionspapier zu diskutieren. Obwohl wir keine Präsentation vorbereitet hatten, entspann sich eine dreistündige Diskussion, mal heiter, mal zäh, mal konfrontativ. Es gibt ziemlich viele Ähms, Irgendwies und Sozusagens, aber das sich durch diese Hemmnisse hindurch entfaltende Gespräch ist trotzdem nicht ganz uninteressant. [via]

    Download (via AArchiv): Teil 1 (mp3; 50.8 MB; 55:28 min) | Teil 2 (mp3; 59.1 MB; 1:04:36 h) | Teil 3 (mp3; 52.7 MB; 57:31 min)

2.) Diskussion der Scherbentheorie

Im Juli 2012 haben einige Individuen aus dem ehemaligen Club für sich einen Text mit dem Titel „Scherbentheorie“ veröffentlicht. Der Text versucht den gegenwärtigen Zustand der radikalen Linken zu erfassen und kritisiert die Organisationsform der Gruppe. In einer Ausgabe der Radiosendung „Wutpilger-Streifzüge“ wurde dieser Text eingesprochen und kann hier (mit etwas Punkrock garniert) nachgehört werden:

    Download: via Mediafire (mp3; 55.4 MB; 1 h)

Im Februar 2014 wurde die Scherbentheorie in der Translib zur Diskussion gestellt. Kann das Bild der Scherbe zu einem adäquaten Verständnis der Mängel der gegenwärtigen linksradikalen Praxisformen beitragen? Oder wird damit suggeriert, man müsste nur ein ehemals heiles Ganzes einfach wieder zusammenfügen? Was meint der Text, wenn er proklamiert, dass der Totalität der bürgerlichen Welt eine neue kommunistische Totalität entegengesetzt werden müsse? Diese und ähnliche Fragen wurden bei dieser Zusammenkunft diskutiert. Die Translib hat zur Veranstaltung einige Thesen und einen Reader vorbereitet.

Im Februar luden wir ein zur Diskussion der Scherbentheorie, einer 2012 verfassten Broschüre, die versucht, eine prinzipielle Kritik an der (radikalen) Linken zu formulieren. Im Fokus stehen insbesondere ihre organisatorischen und kommunikativen Formen, sowie die Zersplitterung in diverse einander mit Ignoranz, Argwohn und Verachtung begegnende, spezialistisch bornierte Grüppchen und Fraktionen. Diese Kritik interessierte anscheinend sehr viele Leute, denn der Raum war ziemlich überlaufen an diesem Abend. Am Ende schien niemand mit dem Text wirklich glücklich zu sein, wofür es auch manchen guten Grund gibt. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 118,9 MB; 2:09:54 h)
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Thomas Ebermann – Widerstand gegen sich selbst

Die technische Qualität ist nicht die Beste, der Mitschnitt bricht abrupt ab und das Gesagte ist recht anekdotisch. Dennoch sind die Ausführungen von Thomas Ebermann zur Konsumkritik als kapitalistische Selbstoptimierung aus dem Conne Island eine Empfehlung.

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40 Jahre PREC

Interview zur portugiesischen Revolution von 1974

Vor vierzig Jahren brach in Portugal im Zuge vorhergehender Streiks und einer progressiven Verschwörung innerhalb des Militärs die sogenannte Nelkenrevolution aus, die nicht nur die Befreiung vom faschistischen Salazar-Regime durchsetzte, sondern in einer Bewegung von Besetzungen die Kollektivierung des Bodens anstrebte und dazu tendierte, die Produktion in proletarischer Selbstverwaltung zu übernehmen. Aus diesem Anlass hat die Leipziger Translib eine Veranstaltungsreihe über diese »letzte sozialistisch orientierte Revolutionsbewegung der Arbeiter_innen und Landarmut im alten Europa« organisiert. Für die Translib war Christopher Zwi in der Sendung Buhne bei Radio Blau zu Gast. Im Gespräch gibt Zwi einen guten Überblick über die Abläufe und das Scheitern der Revolution.

    Hören: via Soundcloud

    Download: ganze Sendung via Mediafire (82,4 MB) | kürzere Version via FRN (37 MB)

Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrags findet in der Translib gerade ein Workshop zum Thema »Avantgarde oder Arrièregarde? Die linken Organisationen Portugals im andauernden revolutionären Prozess« statt. Der letzte Programmpunkt der Veranstaltungsreihe findet am 20. Juni statt. An diesem Abend wird ein Zeitzeuge aus Portugal zu Gast sein. Wir möchten diese Veranstaltung ausdrücklich empfehlen. Weitere Infos hier.

Weiteres Material:

Eine Chronik der Ereignisse in Portugal 1973 – 1976 (PDF)

Und Portugal heute? – „Eine Diktatur der Märkte“ (auch gespielt in der Buhne-Sendung)

Ankündigungstext zur Veranstaltungsreihe: (mehr…)

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Deutsche Dörfer: Comeback der 90er?

Im Zuge der Leipziger Buchmesse lud die Jungle World ins Conne Island um über den Antirassismus im Zeichen der Nazi- und Bürgerproteste gegen Flüchtlingsheime diskutieren zu lassen. Der knapp zweistündige Mitschnitt der Veranstaltung gibt einen bemerkenswerten Einblick in den Zustand der hiesigen Linken im Jahr 2014: Christian Jakob weist zu Beginn sachlich auf die (durchaus verbesserte, aber weiterhin desaströse) Situation von Flüchtlingen in Deutschland hin, Jennifer Stange erinnert daran, dass es Proteste gegen Notunterkünfte nicht nur in der Zone gab/gibt und während Felix Fiedler in den Flüchtlingsprotesten eine neue Perspektive für die radikale Linke sieht, macht Jan (Georg) Gerber auf das instrumentelle Verhältnis dieser in Bezug auf Flüchtlinge aufmerksam.

Die Zahl rechtsextremer Angriffe auf Flüchtlingsheime hat sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Bürger protestieren gemeinsam mit Nazis gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. Das erinnert an die neunziger Jahre. Gleichzeitig haben Flüchtlinge den Widerstand gegen das Migrationsregime mehr und mehr selbst in die Hand genommen und die Flüchtlingsabwehr hat sich an die europäischen Außengrenzen verlagert. Wie geht die Linke mit dieser Situation um? Muss sich antirassistische Arbeit zuerst gegen den gesellschaftlichen Rassismus wenden oder gegen die staatliche Flüchtlingspolitik? Ist wieder klassische Antifa-Arbeit gefragt? Oder geht es jetzt darum, vor allem Flüchtlinge bei ihrem Kampf zu unterstützen?
Die Wochenzeitung „Jungle World“ diskutiert dies mit Christian Jakob, Felix Fiedler, Jennifer Stange, Jan-Georg Gerber. Moderation: Ivo Bozic

    Download: via AArchiv (mp3)
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Die alternativlose Universität

Ein Feature, welches auf einem Text des Leipziger AK Gesellschaftskritik basiert, von Radio Corax über den Zustand an den hiesigen Universitäten und der Kritik des Studierens, ist hier zu hören.

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Der Krieg in Syrien

Einen sehr informativen Überblick über Ursachen, Verlauf und Prognosen des Krieges in Syrien gab Florian Markl (Mena) bei einer Veranstaltung in Leipzig. Hier das Referat, dort die Diskussion.

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Save Radio Blau!

Da das Audioarchiv sein Material wesentlich von den Freien Radios bezieht und die emanzipatorische Bildung durch Hören von deren wichtiger Arbeit abhängig ist, poste ich an dieser Stelle einen offenen Brief für die Erhaltung von Radio BLAU in Leipzig, dem die ökonomische Abschaltung droht:

Offener Brief an den Medienrat der sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

Sehr geehrte Mitglieder des Medienrates,

wir sorgen uns um die Zukunft von RADIO BLAU in Leipzig.

Mit Schreiben vom 13. Oktober 2009 hat die Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co. KG (Apollo Radio) mitgeteilt, dass sie die bisherige Kooperation mit dem Radio‐Verein Leipzig zum 31. Dezember 2009 aufkündigt. Damit ist ungeklärt, wer ab dem 1. Januar 2010 die Sende‐ und Leitungskosten für RADIO BLAU zahlen wird. Als nichtkommerzieller Programmanbieter ist der Radio‐Verein Leipzig nicht in der Lage, diese Kosten selbst zu tragen. Dies würde das Aus für RADIO BLAU auf UKW bedeuten.

Diese Entwicklung ist medien‐ und gesellschaftspolitisch fatal. (mehr…)

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