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Libertärer Literat und Lebemann #3

Glos­sen von und über Erich Müh­sam

5.) Die Psychologie der Erbtante: Wir nähern uns nun langsam dem literarischen Vermächtnis Erich MĂĽhsams, wobei es sich doch bei seinem Buch »Die Psychologie der Erbtante« (1905) um eine streng wissenschaftliche Abhandlung handelt, zu der sich MĂĽhsam durch eine chronische Finanznot getrieben sah. In alphabetischer Reihenfolge präsentiert uns MĂĽhsam die Ergebnisse empirischer Forschung ĂĽber das Erbtantenwesen und lotet von Fall zu Fall die Möglichkeiten der – dann doch immer misslingenden – Erberschleichung aus…

Wir verweisen auf zwei Versionen:

  1. Gelesen von Wolfram Huke, mit Musik von Robert Elvin und Richard Walker: via etwas ist immer (zip, 136 min, 150 MB) | via Mediafire
  2. Gelesen von Herbert Schäfer, via DSR 2: Teil 1 (33:20 min; 30,7 MB), Teil 2 (34:56 min; 32,1 MB), Teil 3 (33:17 min; 31 MB), Teil 4 (34:00 min; 16,1 MB) | via Mediafire

6.) Die Affenschande: Auch die Kurzgeschichte »Die Affenschande« (als Text via zeno.org: Teil 1 | Teil 2) handelt von Familien-Verhältnissen, wobei es eher um die Verwandschaft zwischen Menschen und Affen geht: Nelly Pritschke, eine empirisch forschende Zoologin, ĂĽberredet ihren kĂĽnftigen Gatten, den asketischen Moralisten Felix Klötschipper, dazu, an einem zoologischen Experiment zur Erforschung der Ă„hnlichkeit von Menschen und Affen teilzunehmen. Ein Experiment mit unerwarteten Folgen… Die Geschichte ist ein spöttischer Schlag gegen die Naturforscher der Rassenhygiene. Hier gelesen von Steffen Lukas:

    Download: via Vorleser.net (mp3; 19,9 MB; 21:41 min) | via Mediafire
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Libertärer Literat und Lebemann #2

Glossen von und ĂĽber Erich MĂĽhsam

3.) Erich MĂĽhsam – Ein Leben fĂĽr die Revolution – Ihr hört einen Vortrag von Johannes K.F. Schmidt, den dieser 2007 im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Anarchistischen Gruppe Mannheim gehalten hat. Er fĂĽhrt in einige theoretische Aspekte des Anarchismus MĂĽhsam’scher Prägung ein, spricht ĂĽber sein Verhältnis zur Sozialdemokratie, Parlamentarismus, Reformismus so wie Gewalt und gibt einen kleinen Exkurs zur Geschichte der Gasbeleuchtung. Er berichtet auĂźerdem ĂĽber MĂĽhsams Versuch der Organisation des Subproletariats und weitere revolutionäre Umtriebe, behandelt einige literarische Erzeugnisse und TheaterstĂĽcke und rezipiert selbst ein paar SchĂĽttelreime. Er streift die MĂĽnchner Ereignisse von 1919 und spricht ĂĽber MĂĽhsams BerĂĽhrungen mit der Justiz. Insgesamt ein eher essayistischer Vortrag im authentisch-anarchistischen Sinne.

    Download: via AGM (ogg; 55,3 MB; 56:12 min) | via AArchiv (mp3; 32,1 MB; 56:05 min)

4.) 17 Grad / Ausgabe 85: Münchner Räterepublik: Da Johannes K.F. Schmidt die Geschichte der Münchner Räterepublik nur streift, fügen wir einen Beitrag zu diesem Thema hinzu: in einer Audio-Collage gibt die Redaktion 17 Grad einen Überblick über die Ereignisse in München 1919. Dabei wechseln sich chronologische Berichte über die Ereignisse mit der Verlesung von damals verbreiteten Flugblättern, Bekanntmachungen und Proklamationen.

    Download: via Mediafire (mp3; 82,3 MB; 59:56 min)
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Libertärer Literat und Lebemann #1

Glossen von und ĂĽber Erich MĂĽhsam

Als Anarchokommunist, der es geschafft hat, es sich mit anarchistischen und kommunistischen Organisationen gleichermaßen zu verscherzen, scheint uns Erich Mühsam nicht die unsympathischste historische Gestalt der deutschen Linken zu sein. Deshalb möchten wir hier in loser Folge auf biographische Features, Lesungen und Vorträge aufmerksam machen, die sich mit Mühsams Leben und Schaffen beschäftigen. Bei der Aufarbeitung des Materials hat uns Mühsam mitunter zum Lachen gebracht, wobei klar ist, dass sein theoretisches Wirken auch eine kritische Betrachtung verdient; es handelt sich aber auch um einen sehr ernsten Teil einer unabgegoltenen und abgebrochenen Geschichte, wenn man sich gewahr wird, welches Schicksal damit verbunden ist. Anlass für die Idee zu dieser Reihe, für die wir inzwischen eine ganze Menge Material gesammelt haben, war die Herausgabe seiner Tagebücher, die 2011 beim Verbrecher Verlag begonnen hat.

1.) Poesie und Revolution: Ihr hört zuerst ein biographisches Feature von Kurt Kreiler. U.a. kommen darin Lotte Loebinger und Augustin Souchy zu Wort, die MĂĽhsam persönlich gekannt haben; es sind einige AuszĂĽge aus theoretischen Texten und aus Tagebucheinträgen, sowie Vertonungen seiner Gedichte zu hören. Man erfährt einiges ĂĽber seine Liebesaffären und finanzielle Probleme, sein Engagement gegen den Krieg, seine Tätigkeit in der Novemberrevolution und der MĂĽnchner Räterepublik – schlieĂźlich ĂĽber seine Haft, seinen Zwist mit Parteikommunismus und Sozialdemokratie und seinen Kampf gegen die Nazis, die ihn brutal gefoltert und 1934 ermordet haben.

    Download: via Mediafire (mp3; 54,8 MB; 59:52 min)

2.) 17 Grad / Ausgabe 115: Erich MĂĽhsam: Die 17-Grad-Redaktion hat einige interessante Tagebucheinträge von Erich MĂĽhsam aus den 1910er Jahren herausgesucht und vorgelesen. Man erfährt Persönliches, aber auch Einschätzungen MĂĽhsams zu politischen Entwicklungen seiner Zeit und zur Entwicklung proletarischer Kämpfe in Deutschland – zwischen verächtlichem Spott ĂĽber die deutsche Arbeiterbewegung und ĂĽberraschter Sympathie fĂĽr selbstorganisierte Gegenwehr der Arbeiter. Zudem ist eine ausfĂĽhrliche Auslassung ĂĽber den Vegetarismus enthalten. Die vollständige Sendung wird auf der Homepage von 17 Grad zur VerfĂĽgung gestellt, auf dem AArchiv-Server findet ihr eine nachbearbeitete Version, in der die Musik herausgeschnitten ist.

Liebe Zuhörerinnen, geschätzte Zuhörer: wenn jemand der ehemaligen Reichs- und heutigen nur –hauptstadt weniger zugetan ist als der Bayerischen, wenn einer Vegetarier und andere Abstinent- und Verzichtler verspottet, wenn er es schafft, sich sowohl mit anarchistischen als auch mit kommunistischen Organisationen zu überwerfen, ohne politischen Verve einzubüßen, dann kann das kein so schlechter Mensch sein. Gewesen sein, müsste man genauer sagen. Denn der Anarchist und gleichzeitige Bohemian Erich Mühsam wurde 1934 von den Nazis im KZ Oranienburg ermordet. Dieser Tage erscheint nun der erste Band seiner Tagebücher im Berliner Verbrecherverlag. Die Berliner Morgenpost nennt dies ein literarisches Mammutprojekt, immerhin sind insgesamt 15 Bände und damit ca. 7000 Seiten geplant. Wir nennen es – bodenständig wie wir sind – großartig, wollen aber, wenn es um den vollbärtigen Zausel aus Lübeck geht, der während der Münchner Räterepublik so einiges auf die Beine gestellt und unter die Tische getrunken hat, von der Prämisse der werbefreien Sendungen Abstand nehmen: Sie hören in der Folge eine Reklame in Reinkultur, eine Hommage an den Autor mit seinen eigenen Worten quasi. Kaufen Sie diesen und die folgenden 14 Bände. Und wenn Sie dann noch Barmittel übrig haben: Sie wissen ja, wo Sie unsere Spendenaktion „Pate 2.0“ im Netz finden. [via]

    Download: via 17 Grad (mp3; 82,3 MB; 59:56 min) | via AArchiv (nachbearbeitet; 19,1 MB; 33:19 min)
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