Tag-Archiv für 'pädagogik'

Die Verwirklichung der Poesie

Kunst, Spektakel & Revolution N°4

Ende 2014 ist die vierte Ausgabe der Zeitschrift Kunst, Spektakel & Revolution erschienen (herausgegeben vom Bildungskollektiv im Katzenberg Verlag). Das Heft dokumentiert und ergänzt den vierten Teil der gleichnamigen Veranstaltungsreihe in Weimar. Thema des Heftes ist die Poesie des 19. Jahrhunderts und ihr Verhältnis zu den revolutionären Bewegungen jener Epoche. Wir dokumentieren hier zum einen Vorträge, die bei Heft-Vorstellungen gehalten wurden und zum anderen die der Veranstaltungsreihe zugrundeliegenden Vorträge.

Die vierte Ausgabe dokumentiert den Veranstaltungsblock, der im Sommer 2012 unter dem Titel »Die Verwirklichung der Poesie« stattgefunden hat. Thema ist das Verhältnis von Poesie und Revolution – revolutionäre Poesie, Poetik der Revolution – im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die beiden Wegmarken bilden dabei die Französische Revolution von 1789ff und den Aufstand der Pariser Commune von 1871. Jene Revolution und dieser Revolutionsversuch haben bestimmt, was in dieser Epoche möglich war, haben eröffnet, was künftig möglich sein würde und hinterlassen ein Erbe, das noch zu rächen sein wird – auch im Bereich der künstlerischen Produktion. Besprochen werden im Heft u.a.: Friedrich Hölderlin, Heinrich Heine, Rahel Varnhagen, Comte de Lautréamont, Arthur Rimbaud, Baudelaire und Blanqui, Richard Wagner, Louise Michel und die Frauen der Pariser Commune. (via)

Zur vierten Ausgabe von KSR

Interview mit Radio Dreyeckland

Einen kurzen Einblick in das Heft hat der Mitherausgeber Lukas Holfeld in einem Interview bei Radio Dreyeckland in Freiburg gegeben (via):

    Download: via AArchiv | via FRN (mp3; 21 MB; 9:03 min)

Lukas Holfeld im Gespräch mit Marcus Quent

Einen etwas ausführlicheren Einblick in das Heft hat Lukas Holfeld am 11.02.2014 im Leipziger Institut für Zukunft im Gespräch mit Marcus Quent (Engagierte Wissenschaft) gegeben. Sie sprechen über den Hintergrund der Veranstaltungsreihe und das Thema der Broschüre.

    Download: via AArchiv (mp3; 26.5 MB; 28:54 min)

Despotismus der Freiheit

Im Anschluss an das Gespräch hat Sebastian Tränkle einen Vortrag über Georg Büchner gehalten, ein Dichter, der gut in die vierte KSR-Ausgabe gepasst hätte, es aber nicht hineingeschafft hat. Tränkle arbeitet anhand Georg Büchners Dantons Tod den Widerspruch zwischen revolutionärer Moral und individuellem Glücksstreben heraus – um anschließend mit Bezug auf Oscar Wilde der Moral eine materialistische Absage zu erteilen. Dem Vortrag liegt ein Beitrag zugrunde, den Tränkle für das Buch Gewalt und Moral. Eine Diskussion über die Dialektik der Befreiung (Hendrik Wallat, Hg.) verfasst hat.

In Georg Büchners Dantons Tod (1835) wird ein zentrales Problem aller revolutionären Politik dramatisiert: Der Konflikt zwischen der ihr zugrunde liegenden Moral und dem Glücksstreben der einzelnen Individuen. Büchners Drama – in der Sprache so unerhört modern, dass man bisweilen meinen möchte, es nehme Brecht vorweg – seziert in geradezu ideologiekritischer Manier die jakobinischen Moralvorstellungen und ihren blutigen Konsequenzen. Aus der historischen Rückschau lässt das zur terroristischen Endzeit der Französischen Revolution situierte Stück gar Fluchtlinien hin zum Großen Terror des Stalinismus erkennen. Vor dem Hintergrund der beiden historischen Erfahrungen wird die Fragwürdigkeit eines jeden Ansatzes zu einer politischen Ethik deutlich. Mit einem Seitenblick auf Oscar Wilde soll ihr schließlich eine materialistische Absage erteilt werden: Dort wo nur für »die Sache« gekämpft wird, statt für das eigene Glück ist die Revolution schon an den Revolutionären gescheitert – oder zeitgemäßer formuliert: führt sich jeder Versuch zur Befreiung selbst ad absurdum.

Von Sebastian Tränkle ist jüngst ein Aufsatz zum Thema erschienen: »Polizeisoldat des Himmels. Über revolutionäre Moral und die Negation des individuellen Glücksanspruchs«, in: Hendrik Wallt (Hg.), Gewalt und Moral. Eine Diskussion der Dialektik der Befreiung, Münster: Unrast 2014. Der Vortrag möchte mit dem Essay auch das Buch vorstellen. Sebastian Tränkle ist als freier Autor tätig und lebt in Berlin. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 48.9 MB; 53:26 min)

Auguste Langlois schäumt nicht im Tuileriengarten

Bei der Release-Veranstaltung zu KSR#4 in der ACC Galerie Weimar hat Clemens Bach seinen in der Broschüre enthaltenen Artikel vorgestellt: es geht um den Begriff einer negativen Pädagogik in den Werken von Joris-Karl Huysmans und Comte de Lautréamont. Zuvor liest Lukas Holfeld einen Auszug aus der Einleitung des Heftes vor.

Am 30.10.2014 wird das Heft in der ACC Galerie vorgestellt und wird erstmals erhältlich sein. Außerdem stellt Clemens Bach die Thesen seines Textbeitrags über die Romane von Joris-Karl Huysman und Comte de Lautréamont vor. In Huysmans‘ Roman »Gegen den Strich« und Lautréamonts »Gesängen des Maldoror« spürt er einen negativen Kern pädagogischer Prozesse auf und stößt dabei auf die Grenzen, die der Leib dem pädagogischen Zugriff setzt und dabei ein fiebriges Erschaudern vor dem gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft hervorruft. Passagen aus beiden Romanen werden leserisch vorgetragen. (via)

    Download: via AArchiv (mp3; 43.9 MB; 47:57 min)

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Phantasie als Kompetenz. Zur Ideologie der Kreativität in der neueren Pädagogik.

Im Rahmen der Antifaschistischen Hochschultage (unter dem schönen Titel Hört auf zu studieren, fangt an zu begreifen) lud die ag antifa Magnus Klaue nach Halle, um ihn über die Ideologie der Kreativität in der neueren Pädagogik referieren zu lassen. Nach einigen Worten zur Begriffsgeschichte der Kreativität, skizziert Klaue – mit Verweis auf einen Ausspruch Neil Postmans (der vom Verschwinden der Kindheit schrieb) – die Veränderung des Kindheitsbegriffs und zeigt die Umgestaltung der Pädagogik: Am Beispiel der sogenannten unbedingten Schule, einer Reformschule aus Bonn, verdeutlicht er die Integration einstiger Ideologiekritik, um abschließend über die Möglichkeiten einer ästhetischen Erziehung (Schiller) zu sprechen.

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Peter Bierl über Rudolf Steiners Anthroposophie

Mit bestem Dank an die Redaktion contra.funk, möchte ich auf das informative, 30 minütige Interview hinweisen, das selbige kürzlich mit Peter Bierl geführt hat. Es geht um die esoterische »Anthroposophie« Rudolf Steiners und ihre Rolle in der Pädagogik der Waldorfschulen. (Für einen längeren Vortrag zum Thema siehe hier.)

Download: mp3 via FRN (22 MB), mp3 nachbearbeitet via AArchiv (9 MB)

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Libertärer Aktionstag

Am Rande zwei Vorträge, die auf dem 2. Libertären Aktionstag am 27. Februar in Gera gehalten wurden. 1. Bildung ohne Zwang – Anarchisten als Pädagogen von Ulrich Klemm Download (mp3, stereo, 128 kbps, 88,4 MB), 2. Anarchistische Perspektiven zwischen Alltag & Föderation Download (mp3, stereo, 128 kbs, 44,9 MB). Die Dateien sind komplett unbearbeitet.

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Material zur Kritischen Bildungstheorie

Auf der Webseite http://www.kritische-bildungstheorie.de stehen Radiobeiträge des Pädagogen und Mitbegründers des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) Heinz-Joachim Heydorn zur Verfügung:

1. Gewissen und Gewalt: Im Gespräch mit Heydorn berichten Berthold Simonsohn (Verfolgter des Nationalsozialismus, Professor für Sozialpädagogik), Sizilie Hoffmann, Herbert Kopf und Walter Loss (Studenten der Pädagogik) über ein Kolloquium zum Thema „Gewissen und Gewalt“ an der Hochschule für Erziehung an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt (aM). Anlässlich des Ausschwitzprozesses diskutieren sie über die Begriffe Schuld, Gewissen, Verantwortung, Macht und Gewalt.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 37MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 11MB)

 
2. Lehrerbildung ein Dauerproblem: Heydorn untersucht unterschiedliche Konzepte der Lehrerbildung auf den Einfluss von Ideologie und Interesse. Er betrachtet die Anforderungen seiner Zeit an Bildung und Lehrerbildung und diskutiert unterschiedliche Bildungskonzepte an den Hochschulen für Erziehung.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 41MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 12MB)

 
3. Zur pädagogischen Situation unserer Zeit: Heydorn stellt angesichts der Auflösung der bürgerlichen Kultur und der Perspektivlosigkeit eines „postreligiösen Zeitalters“ (Heydorn) Überlegungen über Möglichkeiten und Grenzen der Erziehung in der Schule an. Er kritisiert eine Reduzierung der Pädagogik auf (Über)Lebenshilfe und plädiert für eine Überwindung der Spaltung zwischen Geist und Wirklichkeit.

Download:
hohe Qualität (mp3, 192kbit/s, 34MB)
niedrige Qualität (mp3, 32 kbit/s, 10MB)

Alle lq-Dateien auch noch mal hier.

Update: Es steht nun auch ein Beitrag von Roger Behrens zu Heydorns kritischer Bildungstheorie zur Verfügung. Der Ablauf dieser FSK-Freibaduniversitäts-Sendung ist so konzipiert, dass zwischen Teil 1 und Teil 2 des Kommentars Heydorns oben stehender Beitrag „Zur Pädagogischen Situation unserer Zeit“ abgespielt wird.

Download (via load.to): Teil 1 und Teil 2

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