Tag-Archiv für 'sexualität'

Sex als Lohnarbeit

Kaum eine Debatte ist so moralisch aufgeladen wie die um Prostitution. Die Frage, ob Prostitution per se als Unterdrückung von Frauen verurteilt werden soll oder ob nicht vielmehr die Selbstorganisierung von SexarbeiterInnen ein sinnvoller Ansatz ist, zieht einen Graben auch durch feministische Zusammenhänge. Wir dokumentieren im Folgenden mehrere Beiträge, die für letztere Position argumentieren und die eine Kritik an der moralischen Verurteilung von Prostitution formulieren.

1.) 17 Grad – Prostitution ist …

In einer Themensendung von 17 Grad wurde im letzten Jahr die Prostitution behandelt. Vor allem werden Argumente von Prostitutionsgegnern unter die Lupe genommen und kritisiert. Davon ausgehend wird eine ökonomische und klassen-analytische Betrachtung der Sexarbeit entwickelt. Immer wieder wird dabei auf den Text „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ von Friedrich Engels zurückgegriffen. Die Sendung basiert auf Texten von Nichtidentisches und von Helen Ward.

„Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters”. Dieses Zitat von Marx könnte suggerieren, dass Prostitution für unsere Hörerinnen und Hörer eine recht klare Sache ist. Stattdessen hat sie sich als wahre Herausforderung erwiesen – und die Positionen Linker erstrecken sich von der Befürwortung von Repression und Abschaffung auf der einen Seite zur Entkriminalisierung und gewerkschaftlichen Organisierung auf der anderen Seite. [via]

    Download: via Mediafire (mp3; 92.3 MB; 59:59 min)

2.) Melissa Grant – Hure spielen

Im Rahmen der Reihe „Die Untüchtigen“ war im letzten Jahr die Autorin Melissa Grant im Hamburger Golem zu Gast. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal hat sie ihr Buch „Hure Spielen“ vorgestellt, das im letzten Jahr bei Edition Nautilus erschienen ist. Es geht Melissa Grant in diesem Buch darum, die Perspektive umzudrehen: nicht über SexarbeiterInnen und deren Schicksal zu reden, sondern über jene, die sich anmaßen, für Prostituierte zu sprechen. So lässt sich herausfinden, dass es in diesen Debatten meist nicht in erster Linie um die SexarbeiterInnen selbst geht, sondern um eine moralische Legitimation einer Reihe von Berufen: Polizei, Journalismus, Sozialarbeit, etc. – von Melissa Grant zusammengefasst als „Mitleidsindustrie“. Auf der Veranstaltung wurde zunächst Melissa Grant vorgestellt und ein Auszug aus ihrem Buch vorgelesen. Dann beantwortet sie einige Fragen, wobei es viel um einen Vergleich der amerikanischen und europäischen Verhältnisse geht.

Buchvorstellung, Gespräch »HURE SPIELEN – DIE ARBEIT DER SEXARBEIT« mit: Melissa Grant & Mithu M. Sanyal

Während die Bundesregierung an Änderungen zum Prostitutionsgesetz arbeitet, die bis Jahresende vorgenommen werden sollen, ist es in der öffentlichen Debatte zur Prostitution stiller geworden. Doch nun meldet sich in Deutschland eine junge amerikanische Stimme zu Wort: Melissa Gira Grant – ehemals Sexarbeiterin, heute Journalistin – stellt mit ihrem Buch »Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit« die Debatte vom Kopf auf die Füße und attackiert all jene, die Prostitution zum Wohle der Frauen verbieten wollen. Sie lässt Sexarbeiterinnen (und Sexarbeiter) selbst zu Wort kommen und zeigt auf, dass nicht die Arbeit der Sexarbeit eine Zumutung ist, sondern deren Kriminalisierung: entwürdigende Polizeieinsätze, Illegalität, gewalttätige Übergriffe und Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Außerdem stellt Grant eine Verknüpfung her zwischen dem Umgang mit dem Thema Sexarbeit zu einer Reproduktion klassischer Geschlechterrollen und entlarvt die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle. Grants kluge Analyse liefert eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit einem hochaufgeladenen Thema. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu M. Sanyal stellt Grant ihr Buch vor und diskutiert über die Situation von Sexarbeitern in Deutschland. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 229.3 MB; 1:40:08 h)

Ein Interview mit Melissa Grant im Spiegel findet sich hier.

3.) Carolin Küppers – Diskurs über Sexarbeit und Menschenhandel während der WM in Südafrika

Interessanterweise gibt es immer wieder dann Wellen von moral panic über Prostitution, wenn internationale Sport-Events stattfinden – oft werden dabei Sexarbeit und Menschenhandel unzulässigerweise miteinander vermengt und nicht selten wird dabei rassistisch argumentiert. Im Rückblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat die Wüste Welle Tübingen ein Interview mit der Soziologin Carolin Küppers geführt, die über den Diskurs über Prostitution und Menschenhandel geforscht und dabei auch mit südafrikanischen SexarbeiterInnen gesprochen hat. Im Interview geht es dabei auch sehr grundlegend um den Charakter und die gesellschaftliche Bewertung von Sexarbeit sowie um unterschiedliche feministische Positionen zu diesem Thema. [Teil 1 | Teil 2]

Teil 1

    Download: via FRN (mp3; ; 15:27 min)

Teil 2

    Download: via FRN (mp3; 10 MB; 13:29 min)

Radio Dreieckland hat anlässlich ähnlicher Debatten im Vorfeld der WM in Brasilien ein hörenswertes Interview mit Friedrike Strack geführt, die lange Zeit bei Davida, einer brasilianischen Prosituiertenorganisation, gearbeitet hat. Dieses Interview kann hier gehört werden.

4.) Welche Prostitution wollen wir? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Welt am Donnerstag“ (ein Projekt der WOZ und der Autonomen Schule Zürich) fand am 05.02.2015 eine Gesprächsrunde mit Rebecca Angelini (Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration) und Brigitte Obrist (ehemalige Prostituierte und ehemalige Projektleiterin bei der Aidshilfe Schweiz) statt. Anlass der Diskussion sind zunehmende rechtliche Reglementierungen für SexarbeiterInnen in der Schweiz und zunehmende Stimmen, die eine Bestrafung von Freiern fordern. Beide berichten aus den Erfahrungen von SexarbeiterInnen, plädieren für eine klare Trennung zwischen Sexarbeit und Menschenhandel, fordern eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse von SexarbeiterInnen und kritisieren jegliche Verbotsforderungen und z.B. das Schwedische Modell. Rebecca Angelini macht in der Diskussion eine Sache klar, die m.E. sehr wichtig ist: Wer es für problematisch hält, dass Frauen mehr oder weniger unfreiwillig im Bereich der Sexarbeit ihr Geld verdienen, der sollte anstatt ein Verbot der Sexarbeit zu fordern, vor allem die Ursachen dafür bekämpfen, dass zahlreiche Frauen eine äußerst beschränkte Berufswahl haben – nämlich die europäische Flüchtlingspolitik.

WELCHE PROSTITUTION WOLLEN WIR? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Die Frage, ob Prostitution verboten oder legalisiert werden soll, entzweit Europas Feminist_innen. Wenn es nach Alice Schwarzer geht, ist der Fall klar: Prostitution fördert den Menschenhandel und gehört verboten, die Freier müssen bestraft werden. In der Schweiz kommt ein Expertenbericht des Bundesrats zu einem anderen Befund: Prostituierte sollen rechtlich gestärkt werden. Politische Vorstösse von links bis rechts, die von Besserstellung bis zum Verbot des Gewerbes reichen sowie der vorliegende Expertenbericht: 2015 wird das Jahr sein, in dem in der Schweiz politisch die Weichen gestellt werden, welcher Weg eingeschlagen wird. [via]

    Download: via FRN (mp3; 54 MB; 59:28 min)

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland werden Debatten darüber geführt, Sexarbeit zu reglementieren und wichtige Errungenschaften zurückzunehmen. Hierüber hat im letzten Jahr Sonja Dolinsek ein Interview bei Radio Corax gegeben, welches hier nachgehört werden kann.

Das Ex-Magazin hat im letzten Jahr einen offenen Antwortbrief von Sascha Bergthal an Tanja Rahm veröffentlicht, die zuvor in der Welt ihrerseits einen Offenen Brief geschrieben hatte. Beiträge zum Thema im Audioarchiv findet ihr hier: Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit | Femen und der Feminismus.

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Kein Kavaliersdelikt

Die Ex-Magazin-Redaktion dokumentiert einen Vortrag der Gruppe Les Madeleines zur Kritik der Definitionsmacht, über die in Berlin wieder mal diskutiert wird – wahlweise herunterzuladen via Hightail oder via AArchiv. Material zur Kritik des Konzepts findet sich hier, Texte zur Begründung und Verteidigung der Definitionsmacht hier, hier und hier.

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Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit

Zeitgleich mit tagespolitischen Diskussionen um ein Verbot der Prostitution, lud die Kritische Intervention Theodora Becker und Magnus Klaue nach Halle, um – Abseits von Skandalisierung und Voyeurismus – den Begriff der Sexarbeit hinsichtlich des gesellschaftlichen Verhältnisses zu Arbeit, Sexualität und Körper zu untersuchen.

Theodora Becker: Sehnsucht nach Unmittelbarkeit – Prostitution als illegitimes Kind der Kulturindustrie

Theodora Becker von der autonomen Hurenorganisation Hydra e.V. in Berlin geht der Frage nach, was an der Prostitution der bürgerlichen Ordnung so bedrohlich erscheint, von der sie doch zugleich ein unabdingbarer und institutionalisierter Bestandteil ist, dessen Kontrolle zwar für dringend notwendig erachtet, dessen tatsächliche Abschaffung aber doch selten versucht wurde. In der ambivalenten Stellung der käuflichen Lust zeigt sich ein ebenso problematisches gesellschaftliches Verhältnis zur Sexualität, das auch durch sogenannte sexuelle Revolutionen nicht aus der Welt geschafft wurde. Wie dieses Verhältnis heute aussieht, zeigt sich auch daran, wie sich die Ware Sexualität unter kulturindustriellen Vorzeichen darstellt und welche Bedürfnisse und Sehnsüchte sie bedient. Becker wirft auch die Frage auf, warum in der üblichen, moralisch gefärbten Kritik an der Prostitution die Kommerzialisierung des Intimsten beklagt, jedoch das, was dieser Tauschhandel ermöglicht, meist nicht beachtet wird.

    Download: via AArchiv (mp3)

Wie so häufig bei Veranstaltungen in Halle, gab es vor dem Referat ein Gespräch mit Radio Corax, welches den Fokus stärker auf die tagesaktuellen Debatten um Alice Schwarzers Forderung nach der Abschaffung der Prostitution legt.

Ankündigung:

Sie wollen Prostitution abschaffen und Frauenhandel stärker bekämpfen. Das Argument: Sexarbeiterinnen würden nicht freiwillig in dem Gewerbe arbeiten, es seien patriarchal dominierte ökonomische Strukturen, welche sie in ihre Situation drängen würden. Daher veröffentlichte die Zeitschrift von Alice Schwarzer, EMMA, einen „Appell gegen Prostitution“. Allerdings: Nach Frauen, die selbst betroffen sind, sucht man auf der Liste der UnterstützerInnen vegebens. Die haben schlicht woanders unterschrieben. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter beklagen in einem »Appell für Prostitution« die Ächtung ihres Berufes. Radio Corax sprach mit Theodora Becker vom Hydra e. V. über Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit.

Magnus Klaue – Sexwork und Körperpolitik als postfeministische Sozialtechnologie

Magnus Klaue, der in einigen Wochen im Ca-Ira Verlag ein neues Buch veröffentlichen wird, kritisiert die Verwandlung von Sexualität in „Arbeit“, wie sie sich exemplarisch an den Werken von Beatriz Preciado studieren lässt, die keinen Unterschied zwischen Sexualität und Prostitution kennen und das inkommensurable Moment des Triebs durch totale Technifizierung des Sexus zu tilgen suchen. Klaue versucht zu zeigen, inwiefern die „postfeministische“ Körperpolitik Emanzipation nur noch als restlose Selbstzurichtung subjektloser Subjekte kennt, denen Unbewusstes, Trieb und Leib nichts anderes sind als Objekt und Resultat von Wahlentscheidungen und „Einschreibungen“, mithin Ausdruck totaler Vergesellschaftung.

    Download: via AArchiv (mp3)

testcard #17: Sex

Abschließend sei noch auf eine ältere Ausgabe der Testcard hingewiesen. Nummer 17 erschien 2008 unter dem Titel „Sex“ und Radio Corax sprach aus diesem Anlass mit dem, mittlerweile verstorbenen, Herausgeber Martin Büsser

Ankündigung:

„Wurden Sexualität und gesellschaftliche Befreiung Anfang der 1970er noch in einem untrennbaren Zusammenhang miteinander gedacht, ist linker Umgang mit Sex schon ein Jahrzehnt später immer stärker von Sexismus-Debatten überlagert worden. Nirgends wurde lustvoll über Sexualität geschrieben: Körper und Sex erscheinen seit den 1980ern in linksradikalen Kreisen als vermintes Gelände…“ Mit diesen Worten beginnt das Editorial der neuen Testcard. Jene Zeitschrift, die sich als Anthologie zur Popgeschichte und Poptheorie versteht. Testcard erscheint halbjährlich und beinhalten Artikel zu Musik, Film und zeitgenössischer Kunst, die um einen wechselnden Themenschwerpunkt kreisen. Diesmal eben Die Linke und der Sex. Was die MacherInnen dazu veranlasst hat? Darüber hat Judith mit dem Mitherausgeber Martin Büsser geredet.

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Denkstoffe

Beim Schweizer Radio DRS gab es in der Sendung Reflexe eine interessante Reihe zu KlassikerInnen der Kulturwissenschaften im 20. Jh. In je etwa halbstündigen Gesprächen mit KennerInnen des besprochenen Werkes geht u. a. um Horkheimer/Adorno, H. Arendt, M. Foucault, J. Butler, J. Derrida und N. Luhmann. (Backup via MF)

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BDSM und Feminismus / BDSM and political correctness

1. BDSM und Feminismus

Mit diesem Beitrag nehmen wir noch einmal den Themenkomplex Postmoderne, Sexualität, Körper wieder auf: Anna Kow (u.a. Zeitschrift „Die Krake“) referiert in ihrem Vortrag, den sie am 11.07.2011 im Rahmen der Polyphantasiatage der Gruppe Wider die Natur gehalten hat, über die Rolle von BDSM in den feministischen Diskursen, zwischen „sex-negativem-“ und Pro-Sex-Feminismus. Sie selbst verteidigt BDSM als lustvolle und subversive Praxis. Bei ihrem Vortrag stand ein BDSM-Glossar zur Verfügung, welches hier angesehen werden kann. Die im Vortrag gezeigten Musik-Videos können hier und hier angesehen werden. In ihrem zugrundeliegenden Text „Gefährliches Vergnügen: Sex und Feminismus. Ein Abriss“ aus der Outside The Box #1 bezieht sich Anna Kow u.a. auf das Kontrasexuelle Manifest von Beatriz Preciado, welches Magnus Klaue in seinem Vortrag kritisiert hatte. Ihr Text steht unten zur Verfügung. – Die weiteren im Rahmen der Polyfantasiatage gehaltenen Vorträge sind direkt im Archiv dokumentiert.

Feminismus und Sexualität verbindet eine eher sprunghafte Beziehung voller Missverständnisse. Der radikale Feminismus der 1970er hat Sexualität vor allem als patriarchales Machtinstrument kritisiert. 30 Jahre später diskutieren Aktivist_innen die Potentiale queerer Pornographie und fordern „Schwänze für Alle“. Anna Kow stellt das widersprüchliche Verhältnis dar und plädiert für einen sex-positiven Feminismus, der sich BDSM als subversive Praxis kritisch aneignet. Dass gleichwohl der sexistische Normalzustand anzuprangern ist – und demzufolge kein queerer Freifahrtschein für Heterosexismus zu erwarten ist – sollte klar sein. [via]

Download: Radiosendung via Mediafire (mp3; 54,9 MB; 60 min); unbearbeiteter Mitschnitt via AArchiv (mp3; 21,8 MB; 31:45 min)

2. BDSM and politcal correctness

Carl Smith talks about BDSM in a speech he held in March 26th in 2009 in Vienna, organized as a part of the series „Just Sex“ by Basisgruppe Politikwissenschaft. He talks about BDSM (as well as other forms of sexuality that diverge from the norm) and its history from the 19th century, then follows the appearance and reception of BDSM in popular culture throughout the 20th century along many examples in movies and music. He also mentions HIV and the ressentiments against homosexuals that were aroused through the disease. Sadly, the clips from movies (Lawrence From Arabia (1962), Morocco (1930)) and music videos that he shows can‘t be seen, as this is only an audio track. Among the persons he talks about are, besides of course Marquis de Sade, Leopold von Sacher-Masoch, Marlene Dietrich, Mishima Yukio, Larry Townsend and many more.

What is BDSM and what does it stand for and how does it challenge Political Correctness? How does a relationship between a Master and a Slave work? What could a BDSM-scene look like? This lecture will not only answer the above questions but will try to overcome some common stereotypes associated with BDSM. [via]

Download: via BaGru PoWi oder via AArchiv (mp3; 45,1 MB; 1:38 h)

Weiter zum Text von Anna Kow: (mehr…)

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Der postmoderne Körper

1. Die Antiquiertheit des SexusZur Kritik der postmodernen Körpertechnologie: Im Rahmen der Reihe „Hab mich gerne, Postmoderne. Zur Kritik des Poststrukturalismus“ der Gruppe AG No Tears for Krauts referierte Magnus Klaue am 18. Mai 2011 über die Ersetzung des Leib-Begriffs durch den des Körpers in der postmodernen Körperpolitik. Er geht dabei zunächst auf das Konzept der Polyamorie ein, das er als einen rationalisierten, technisierten Umgang mit eigenen Gefühlen kritisiert. Während in der Polyamorie über Sexualität eigentlich gar nicht mehr gesprochen wird, ist die Austreibung der Sexualität auch für postmoderne Körperkonzepte kennzeichnend. Während im Begriff des Leibes auf etwas nicht Verfügbares verwiesen ist und zudem mit der Thematisierung des Alterns Geschichtlichkeit impliziert, ist hier der Körper als etwas bloß Erzeugtes nur noch ein Ensemble von Technologien, das keine Geschichte mehr hat. Die Aufnahmequalität ist leider nicht sonderlich gut.

Zur neuesten Tendenz postmoderner Genderpolitik gehört der Versuch, die geschlechtertheoretischen Prämissen der Arbeiten von Judith Butler et al. in einer Weise praktisch werden zu lassen, die die altlinke Formel vom Privaten, das politisch sei, in denkbar bedrohlichster Weise zu verwirklichen verspricht. Beatriz Preciados „Kontrasexuelles Manifest“, das den Hass auf Sexus und Trieb selbstbewusst im Titel führt, sowie die „gendertechnologischen“ Schriften Donna Haraways sind die Referenztexte einer gender- und queerlinken Bewegung, die jeden Einzelnen auffordert, die Abschaffung des Leibes zugunsten des „Körpers“ und den Rückbau des Ich zum bewusstlosen Knotenpunkt blinder „Konstitutionsprozesse“ mit Haut und Haaren an sich selbst zu exekutieren. Der anti-humanistische „neue Mensch“, der dabei entstehen soll und wahlweise als „Mensch-Maschine“ oder „Cyborg“ figuriert, hat kein Unbewusstes und kein Triebschicksal, keine Geschichte und kein Begehren mehr. Seine Symbolwelt steht Preciado gemäß nicht mehr im Banne des „Phallus“, sondern des „Dildos“, des puren Konstrukts, das die reale Erfahrung der Verschränkung von Sexualität und Herrschaft liquidiert, indem es Intersubjektivität und Herrschaft konvergieren lässt. In seiner Welt gibt es weder Intimität noch individuelle Liebe, die Impulse der kindlichen Sexualität sind ebenso getilgt wie die Erfahrung der Sterblichkeit des menschlichen Körpers. Sexualität, von jedem Einzelnen als angstbesetzt und rätselhaft empfunden, soll kommensurabel gemacht werden, indem sie zum puren Vollzug eines allgemeinen Gesetzes erniedrigt wird: lästig, aber nötig, frei von jedem Glücksversprechen und damit auch von der Angst vor Enttäuschung. In Anschluss an Günther Anders’ Theorem von der „Antiquiertheit des Menschen“ möchte der Vortrag zeigen, dass die Postmoderne damit endgültig zur praktischen Ethik individueller Selbstauslöschung wird, wie Anders sie in Heideggers Technikbegriff, den der deutsche Faschismus zu verwirklichen suchte, angelegt sah. Magnus Klaue ist freier Autor und schreibt unter anderem für „Bahamas“ und „Jungle World“. [via]

2. Der (post-)moderne KörperOrt der gelebten Möglichkeiten?: In ihrem Vortrag über den postmodernen Körper im Rahmen der Reihe „Kunst, Spektakel und Revolution“ kritisieren Katja und Korinna (siehe ihren Artikel Fat is a feminist Issue hier oder zum anhören hier) aus einer dezidiert feministischen Perspektive ebenfalls das postmoderne Verhältnis zum Körper. Grundthese ist hier mit Marx und Adorno, dass das verdinglichte Gesellschafts-Naturverhältnis in der kapitalistischen Produktionsweise neben einer Beherrschung der äußeren Natur auch die des eigenen Leibes bedeutet. Die so beherrschte und verdrängte Natur kehrt im bürgerlichen Konzept der Weiblichkeit wieder – die verdrängte menschliche Leiblichkeit wird auf die Frau projiziert. Mit der Emanzipation der Frau zum bürgerlichen Subjekt verschärft sich das weibliche Verhältnis zum eigenen Körper jedoch: sie muss Natur zugleich repräsentieren und beherrschen. Was diese Veränderung für weibliche Körperlichkeit bedeutet, hat dabei etwas mit den Veränderungen im Produktionsprozess zu tun: während im industriellen Zeitalter der Körper ein Mittel der Produktion darstellt, wird er im post-industriellen Zeitalter aus dem Produktionsprozess ausgeschlossen und selbst zu einem Gegenstand der Produktion: er wird zu einem gestaltbaren, jederzeit verfügbaren Produkt. Was dies für viele Frauen bedeutet, ist Gegenstand des Vortrags. In Weimar haben Katja und Korinna ihrem Vortrag ein Musikvideo vorangestellt, welches hier angesehen werden kann.

Die Entwicklung des bürgerlichen Subjekts war notwendig verbunden mit der Spaltung des Menschen in Geist und Körper. Die Herrschaft des sich autonom dünkenden Geistes über den Körper bedeutete seitdem, immer einen Teil der körperlichen Bedürfnisse zu verleugnen. Unterdessen zeichnet sich der gegenwärtige Trend eher durch eine tiefe Sorge um den Körper aus. Er ist zu einem Ort der unendlichen Gestaltung avanciert, in dem sich Bilder von Ästhetik, Fitness und Selbstkompetenz vereinen sollen. Dies scheint jedoch zunächst weniger ein Zeichen von Autonomie zu sein als vielmehr der Gewalt gesellschaftlicher Zwänge geschuldet, von denen vor allem Frauen betroffen sind. Diese äußern sich nicht zuletzt darin, dass der Körper zum bevorzugten Austragungsort innerer Konflikte geworden ist. Spiegelt der destruktive Umgang mit dem Körper einerseits die leidvollen Konflikte des Subjekts mit der Gesellschaft wider, so bleibt ebenso zu fragen, welches emanzipatorische Potential sich im Körperkult ausdrückt. Steckt im Bedürfnis nach der Umgestaltung des eigenen Körpers womöglich ebenso die Anklage gegen das schlechte Bestehende wie der verborgene Wunsch der individuellen Emanzipation? Eine feministische, emanzipatorische Kritik am Körper hieße eine bewusste Reflexion auf dieses Verhältnis von Wünschen und Zwängen, dem versucht wird, nachzuspüren. Katja und Korinna leben in Leipzig. In der letzten Ausgabe der „Outside the Box Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik“ schrieben sie über die feministische Kritik des postmodernen Körperverhältnisses. [via]

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Sexualität und Behinderung

„Behinderung“ bedeutet in kapitalistischen Gesellschaften die körperlich oder geistig bedingte Unmöglichkeit gelungener Subjektivität. Vermittelt über die gesellschaftlichen Anforderungen an das Subjekt, ist es den unter diese Kategorie subsumierten Menschen nicht nur erschwert ein glückliches Verhältnis zu sich selbst und zum eigenen Körper zu finden, es sind zudem zahlreiche Ausschlüsse im gesellschaftlichen Leben damit verbunden. Zentral ist dabei u.a., dass behinderten Menschen abgesprochen wird, eine selbstbestimmte Sexualität zu haben. Nicht nur, dass etwa weibliche Behinderte in der ideologischen Vorstellung als geschlechtslose Wesen gelten – die gesellschaftlichen Bedingungen zeigen deutlich, dass Sexualität Behinderter nicht erwünscht ist. Im Februar 2011 wurde auf Radio LORA München eine Sendung ausgestrahlt, die sich mit Sexualität und Behinderung auseinandersetzte. Vier körperlich behinderte Frauen kommen in dieser Sendung zu Wort, sprechen über das gesellschaftliche Körperverhältnis, über ideologische Vorstellungen von der (A-)Sexualität Behinderter, gesellschaftliche Schranken, die Behinderten gesetzt werden, über den Kampf Behinderter um sexuelle Selbstbestimmung und berichten vor allem über eigene Erfahrungen.

Behindert ist nicht – behindert wird. Auch im Ausleben selbstbestimmter Beziehung und Sexualität müssen körperlich Behinderte gesellschaftliche, bürokratische und physische Hürden nehmen. Erschreckend ist die Zahl der sexuellen Gewalt, die behinderten Mädchen und Frauen wiederfährt und der Umgang der Rechtsprechung mit diesem Phänomen. Interviewpartnerinnen sind die Sozialpädagogin Ute Strittmater und die Mitarbeiterin Ute Schön von den Netzwerkfrauen-Bayern. Außerdem die Psychologinnen Inge Plangger und Renate Geifrig. Alle vier Frauen bewegen sich im Rollstuhl. [via]

Download: via FRN (mp3; 47,5 MB; 51:50 min)

»Ich unterstütze Sie doch nicht dabei, einen weiteren Sozialfall zu produzieren« – dies wird oftmals körperlich beeinträchtigten Frauen entgegengehalten, wenn sie sich bei Kinderwunsch über eine mögliche Schwangerschaft beraten lassen wollen. Das Stichwort des ›Sozialfalls‹ verweist dabei darauf, dass die Diskriminierung Behinderter, soziale Ungleichheit und Biopolitik eng miteinander verwoben sind. Eine weitere Sendung auf Radio LORA klärt darüber auf, wie Behinderung und deren angebliche Vererbbarkeit tatsächlich in Beziehung zueinander stehen, welche Möglichkeiten behinderte Frauen mit Kinderwunsch haben und welche Schwierigkeiten ihnen dabei durch die Gesellschaft und die körperliche Einschränkung gesetzt sind. Es kommen in der Sendung betroffene Frauen, eine Gynäkologin und eine Dokumentarfilmerin zu Wort, die über Hilfsmaßnahmen, pränatale Diagnostik (das damit verbundene Thema der Eugenik ist Gegenstand dieses Artikels in der Phase 2) und eigene Erfahrungen berichten und formulieren dabei die klare Botschaft, dass der Kinderwunsch behinderter Frauen erfüllbar ist. Im zweiten Teil der Sendung spricht die Moderatorin zudem mit einer Sexualpädagogin über gesellschaftlich bedingte Probleme bei der Sexualität geistig beeinträchtigter Menschen.

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“, steht im Artikel 3 des Grundgesetzes. Die gesellschaftlichen Tabuthemen: ‚mentale und körperliche Beeinträchtigungen und Sexualität und Kinderwunsch‘ finden allerdings reichlich zögerlich Raum in der öffentlichen Wahrnehmung. Wer will sich schon gedanklich damit befassen, womit Menschen mit Lernschwierigkeiten und deren Angehörige konfrontiert sind, wenn mit der Pubertät die Sexualität in ihr Leben tritt? Wer will sich damit auseinandersetzen, welche Probleme auftauchen, wenn beispielsweise Frauen mit Lähmungen oder Spastiken, im Rollstuhl sitzend, Kinder bekommen wollen? Es sind wahrscheinlich auch deshalb Tabuthemen, weil wenig Wissen über Erblichkeiten, über die tatsächlichen Probleme, über Hilfsmaßnahmen und Finanzierungsbedarf vorhanden ist. Wir versuchen heute ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten und lassen zu Wort kommen: Die Betroffenen Esther Hoffmann und Christine Gasafy, die Gynäkologin Prof. Dr. Gerlinde Debus, die Dokumentarfilmerin Ute Wagner-Oswald, die Betroffene Petra Gross und die Diplompsychologin und Sexualpädagogin Lucyna Wronska. [via]

Download: via FRN (mp3; 50 MB; 54:38 min)

Leider ist das Thema der Behinderung, die damit verbundenen gesellschaftlichen Körperverhältnisse und das hierdurch produzierte Leid viel zu selten Teil linksradikaler Theoriebildung und Forderungen. Daher sei zusätzlich auf ein sehr hörenswertes Interview mit Philipp von den Falken Erfurt verwiesen [via], das im Vorfeld der Veranstaltung „Hauptsache gesund!? Behinderung und Krankheit als Super-GAU des bürgerlichen Subjekts“, in der Sendung „Reibungspunkt“ auf Radio FREI gesendet wurde. Unbedingt lesenswert ist außerdem der gleichnamige Text der Jungen Linken gegen Kapital und Nation. Im FRN stehen in der Kategorie Behinderung neu denken weitere Sendungen zum Thema zum Nachhören zur Verfügung.

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In Erinnerung an Martin Büsser

Im September 2010 ist, völlig überraschend, der Poptheoretiker, Musikkritiker und Herausgeber der Zeitschrift Testcard, Martin Büsser, an Krebs gestorben (Nachruf des Ventilverlags, Nachruf von Roger Behrens). Er schrieb unrastsam zahlreiche Bücher und Artikel zur Geschichte der Popmusik, zu Popnationalismus, Geschlechterverhältnissen und vielen anderen Themen. Mit seinem Tod ist eine wertvolle und herausragende Stimme in der linken Presse, sowie ein sympathischer Mensch verlorengegangen. Ihm sei hier in Form einer unvollständigen Zusammenstellung von Vortragsmitschnitten und Radiobeiträgen von Martin Büsser gedacht. Einige weitere unveröffentlichte Audio-Beiträge von Martin Büsser werden in Kürze nachgereicht.

1. Wie klingt die neue Mitte – Vortrag über rechte und reaktionäre Tendenzen in der Popmusik

2. Emo – Portrait einer neuen Jugendszene

3. Das Verschwinden linearer Musikgeschichte

4. Über den Regress in der deutschen Kultur (Gespräch mit Lorettas Leselampe)

5. I can‘t relax in Deutschland – Diskussion mit Marvin Alster (Conne Island), Martin Büsser, Elena Lange (Stella), Markus Moll (ISF) und Marvin (I can‘t relax in Deutschland) – mit einem Beitrag von Martin Büsser über die Geschichte der nationalen Radioquote

6. Jenseits der Rezession – Musik, Subkultur und Politik heute

7. Martin Büsser über Tine Plesch, Kultur und Feminismus im Rahmen einer Reihe zur Erinnerung an Tine Plesch – die Einleitung und die weiteren Audio-Beiträge im Rahmen der Tine-Plesch-Lesung (mit Beiträgen von Jörg Sundermeier, Dagmar Brunow, Wally Geyermann und Conny Lösch) gibt es hier

Martin Büsser im Audioarchiv:
Von der Avantgarde zur Selbstreferenzialität (Vortrag KSR) | Über das Geschlechterverhältnis in der Punk- und Hardcoreszene

Kleinere Beiträge und Interviews
:
Indizierung von Musik | Testcard: blühende Nieschen | Über Indie, Popkultur und Jugendbewegungen | Interview Testcard 17: Sex | Interview über Emo | Über die Dokumenta

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Geschlecht – Wider die Natürlichkeit

Bei FRN gibt es ein hörenswertes Interview mit Heinz-Jürgen Voß (Autor des kürzlich im Schmetterlingsverlag erschienenen Buches „Geschlecht – Wider die Natürlichkeit“) über die kulturelle Determinierung von Geschlecht: hören.

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Körper, Sex, Macht #2

Inzwischen stehen die übrigen Vortragsmitschnitte der Veranstaltungsreihe „Körper, Sex, Macht“ zur Verfügung. Siehe auch Körper, Sex, Macht #1.

6. Oli­ver Lau­en­stein über „Männ­lich­keit macht mehr als Macht“: Download

7. Tina Den­nin­ger - Auch im Alter noch Sex: Download

8. Flo­ri­an Rutt­ner & Alex Gru­ber – „Post­mo­der­ne Seins­leh­re“. Über die Un­mög­lich­keit post­struk­tu­ra­lis­ti­schen Ge­sell­schafts­kri­tik: Teil 1 | Teil 2

Alle Dateien, z.T. kleiner, auch hier.

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Kritik der polysexuellen Ökonomie

Das Podcastangebot der Hamburger AG Queer Studies umfasst diesen Vortrag von 2008. Bini Adamczak analogisiert darin die bürgerlich-kapitalistischen Verkehrs- und Liebes-/Sexualverhältnisse und weist skizzenhaft den Ausweg in den »polysexuellen Communismus«. (48 Minuten)

Download: via AArchiv | via Mediafire (mp3, mono, 48 kBit/s, 16,5 MB)
Original via Uni Hamburg (stereo, 128 kBit/s 50 MB)

Ankündigungstext: (mehr…)

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Die Politisierung der Lust. Sexualität im Nationalsozialismus

Die Basisgruppe Politikwissenschaft dokumentiert einen interessanten Vortrag von Ljiljana Radonic zur Sexualität im Nationalsozialismus. Es wird vor allem der Mythos von der Sexualfeindlichkeit der Nazis destruiert. Radonic bedient sich zur Ergründung der widersprüchlichen nazistischen Einstellung zur Lust vor allem der psychoanalytischen Ansätze Freuds und der kritischen Theorie.

Download

Nachbearbeitet (lauter, kleiner): mp3, 1:10 h, 48 kBit/s, 23,8 MB
Original: mp3, 64 kBit/s; 32,4 MB

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Körper, Sex, Macht #1

Unter dem Titel „Wo hört Macht auf? Hier fängt Macht an. Lass uns nicht von Sex reden.“ findet zur Zeit eine Veranstaltungsreihe zu Körper, Macht und Sexualität in Jena statt. Die Reihe möchte Sexualität in den Fokus einer kritischen Analyse setzen und hat es zum Ziel „Un­sicht­ba­res sicht­bar zu ma­chen und Wi­der­sprü­che her­aus­zu­stel­len, in die­sem Sinne also auch ge­sell­schafts-​ und herr­schafts­kri­tisch zu ar­gu­men­tie­ren“. Sieben Veranstaltungen der Reihe haben bereits stattgefunden, sechs Veranstaltungen finden noch statt und fünf Vortragsmitschnitte stehen im FRN zum Herunterladen zur Verfügung:

1. Volker Wol­ters­dorff über „Quee­re Per­spek­ti­ven zur Pre­ka­ri­sie­rung“: Vortrag und Diskussion

2. Heinz-​Jür­gen Voß über „Zwei­ge­schlecht­li­che Norm und ihr bio­lo­gisch-​me­di­zi­ni­sches Fun­da­ment“: Download

3. Lars Quad­fa­sel zu „Wenn Post­fa­schis­tIn­nen zu sehr lie­ben“: Download

4. Nina Ma­ckert zu „Ju­ve­ni­le De­lin­quen­cy und die Pro­duk­ti­on nor­ma­ler Fa­mi­li­en in den USA der 1950er“: Download

5. Mar­tin Büs­ser über „Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se in Punk, Post-​Punk & Hard­core“: Download

Alle Dateien, z.T. kleiner, auch hier.

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Schwulenhass und Männerbund. Die autoritäre Sehnsucht im deutschen Sprechgesang

Im April 2008 lud die AG Antifa der Uni Halle Tjark Kunstreich ein, um über den Zusammenhang von Schwulenhass und Männerbund, vor allem in der deutschen Hip Hop-Szene, zu referieren. Auf FRN ist der Vortrag in fünf Teilen (128 kbit/s, mono) hinterlegt, sowie zwei Gespräche zum Vortrag mit Hannes Loh und Kunstreich selbst.

Download auch hier (mp3, mono, 48 KBit/s, 2:04 h; 42,4 MB).

Ausführliche Beschreibung: (mehr…)

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Begriffe von Gewicht. Patriarchat und heteronormative Matrix.

1. Radio Island #63 beinhaltet eine leicht geschnittene Aufzeichnung der Veranstaltung mit dem oben genannten Titel, auf der zwei Kritiken des Geschlechterverhältnisses gegenübergestellt werden.

mp3, stereo, 128 kBit/s; 54 Minuten; 49,2 MB

2. *Update*:Unter demselben Titel hat die Gruppe sous la plage eine Veranstaltung in Hamburg durchgeführt, aufgezeichnet und mit Musik und Moderation beim FSK gesendet.

Download: Originalsendefassung via MF (2h, 110 MB) | Nachbearbeitet* via MF (1:46 h, 36 MB)

* Entfernt wurde die Musik zu Beginn (vor der ersten Moderation) und zum Ende, zudem wurde die Lautstärke angehoben und vereinheitlicht. Die Qualität ist vielleicht minimal vermindert, für mp3-Player sollte es allerdings günstig sein.

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