Tag-Archiv für 'wutpilger-streifzăŒge'

Die mitteldeutschen MÀrzkÀmpfe von 1921

1.) Die mitteldeutschen MÀrzkÀmpfe von 1921

Ende MĂ€rz 1921 riefen KPD und KAPD zu einem Generalstreik im Industriezentrum Halle/Merseburg und Leuna auf. Von Mitteldeutschland aus sollte diese Streikaktion an Masse gewinnen und InitialzĂŒndung fĂŒr weitergehende revolutionĂ€re Bestrebungen sein. Doch vergeblich – die besetzten Betriebe wurden von Schutzpolizei und Reichswehr niedergeschossen und tausende radikale Arbeiter wurden zu langjĂ€hrigen Haftstrafen verurteilt. Diese Ereignisse sind nicht nur wegen ihrer Folgen interessant – um die Gefangenen der MĂ€rzaktion freizukriegen, wurde erst die Rote Hilfe gegrĂŒndet – sondern auch wegen ihres Vorlaufes: Die Neuordnung der linken Parteienlandschaft, das VerhĂ€ltnis zur KomIntern und die Debatten um einen offensiven oder einen gemĂ€ĂŸigten Kurs. Nicht zuletzt sind die mitteldeutschen MĂ€rzkĂ€mpfe interessant wegen der beteiligten Gruppierungen und Personen – etwa der rĂ€tekommunistischen KAPD und dem berĂŒhmten Max Hoelz.

Auf Radio Corax ist im MĂ€rz 2017 ein ausfĂŒhrliches Feature erschienen, das die Ereignisse der mitteldeutschen MĂ€rzkĂ€mpfe von 1921 rekonstruiert. Zu Wort kommen hier Karsten Rudolph (Historiker, Institut fĂŒr Soziale Bewegungen an der Ruhr Uni), Stefan Weber (Historiker), Norbert Marohn (Autor) und Seb Bronsky (Kommunist).

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2.) Zum Leben und Wirken des Max Hoelz

ErgĂ€nzend zum Feature ist in der April-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-StreifzĂŒge ein ausfĂŒhrliches Interview mit Norbert Marohn ĂŒber Max Hoelz gesendet worden. Norbert Marohn hat eine Hoelz-Biographie geschrieben: Hoelz. Biographie einer Zukunft, erschienen im Lychatz-Verlag. Das Interview behandelt die Kindheit von Max Hoelz, dessen Politisierung durch den Ersten Weltkrieg, seine revolutionĂ€ren BetĂ€tigungen und schließlich seinen Aufenthalt in der Sowjetunion, der mit dem Tod in der Oka endete. Zu hören sind außerdem O-Töne aus den Filmen Max Hölz, der RevolutionĂ€r und Wolz. Leben und VerklĂ€rung eines deutschen Anarchisten.

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Kunst, Spektakel & Revolution N°5

BeitrÀge zur Kritik der Gewalt

Wir haben immer wieder die Vortragsmitschnitte aus der Veranstaltungsreihe Kunst, Spektakel & Revolution dokumentiert. Seit einiger Zeit haben im Rahmen dieses Formats keine VortrĂ€ge stattgefunden – trotzdem ist im letzten Jahr eine weitere Ausgabe des gleichnamigen Magazins erschienen, die sich schwerpunktmĂ€ĂŸig um einen kritischen Begriff von Gewalt bemĂŒht hat. Um diese Ausgabe herum sind einige RadiobeitrĂ€ge entstanden, die wir im Folgenden dokumentieren.

1.) Nachrichten aus dem beschÀdigten Leben

Das Sendungsformat „Nachrichten aus dem beschĂ€digten Leben“ bei Radio Corax hat die fĂŒnfte Ausgabe von Kunst, Spektakel & Revolution vorgestellt, wobei einer der Mitherausgeber zu Wort kommt. Es wird allgemein ĂŒber das Thema Gewalt gesprochen.

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2.) MissverstĂ€ndnisse ĂŒber Kulturindustrie

Im Rahmen einer Gemeinschaftssendung von FSK und Radio Corax hat Jakob Hayner ein Interview ĂŒber seinen Beitrag gegeben. Er hat in der KSR N°5 ĂŒber „MissverstĂ€ndnisse ĂŒber Kulturindustrie“ geschrieben. Er kontextualisiert den Begriff der Kulturindustrie innerhalb der „Dialektik der AufklĂ€rung“ von Adorno und Horkheimer und grenzt ihn von anderen Begriffen ab, etwa von dem der Massenkultur.

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3.) Wutpilger-StreifzĂŒge: Zur Kritik der Gewalt

In einer Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-StreifzĂŒge im Dezember 2016 wurde ein lĂ€ngeres Feature gesendet, das auf der fĂŒnften Ausgabe von Kunst, Spektakel & Revolution basiert. Es kommen darin Roger Behrens, Jakob Hayner, Susann OffenmĂŒller und Lukas Holfeld zu Wort. Unter anderem enthĂ€lt es AuszĂŒge aus einem Mitschnitt einer Heftvorstellung in Hamburg. Das zugrundeliegende Interview mit Jakob Hayner bezog sich auf eine weitere Publikation zu einem Ă€hnlichen Thema: „Grenzsteine – BeitrĂ€ge zur Kritik der Gewalt“ (Edition Text und Kritik). Es enthĂ€lt außerdem Passagen aus der Ausgabe 63/2015 der wertkritischen Zeitschrift „StreifzĂŒge“, die sich ebenfalls dem Thema Gewalt gewidmet hat.

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4.) Wutpilger-StreifzĂŒge: Destruction of RSG-6

Die Novemberuar/2016-Ausgabe von Wutpilger-StreifzĂŒge hat sich ebenfalls der fĂŒnften Ausgabe von Kunst, Spektakel & Revolution gewidmet. Sie enthĂ€lt einen Vortrag von Lukas Holfeld ĂŒber die Ausstellung „Destruction of RSG-6″, die im Jahr 1963 von der Situationistischen Internationale in Odense (DK) organisiert wurde. Der Vortrag ist eine EinfĂŒhrung in die Theorie der Situationisten (mit einem Fokus auf deren VerhĂ€ltnis zur Kunst), schildert Aspekte des kalten Krieges und beschreibt die genannte Ausstellung.

Destruction of the RSG-6

Oder: Wie man die Kunst mit den Mitteln der Kunst zerstört

Im April 1963 veröffentlichte die britische Aktivisten-Gruppe „Spies for Peace“ die Existenz eines geheimen Atomschutzbunker-Systems, das ausschließlich fĂŒr Mitglieder der britischen Regierung reserviert war: Die „Regional Seats of Government“ (RSG). Mitglieder der Gruppe selbst waren in den RSG-6 in Reading eingebrochen und hatten dort die PlĂ€ne der ĂŒbrigen Bunker gefunden. Die Gruppe veröffentlichte ihre Funde in einer BroschĂŒre, die weltweit fĂŒr Aufmerksamkeit sorgte und einen enormen Mobilisierungsschub fĂŒr die außer-parlamentarische AbrĂŒstungs-Bewegung nach sich zog. Im Juni 1963 eröffnete die Situationistische Internationale eine Ausstellung, die mit dem Titel „Destruction of RSG-6″ ĂŒberschrieben war. Offensichtlich nahm die marxistische, post-surrealistische Gruppe Bezug auf die Funde in Reading. Aber nicht nur das: Die Galerie zeigte den Stand einer Kritik der Kunst, die die S.I. in den Jahren zuvor erarbeitet hatte.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die fĂŒnfte Ausgabe der Zeitschrift „Kunst, Spektakel & Revolution“ und erzĂ€hlt die Geschichte der Ausstellung „Destruction of RSG-6″. Dabei werden Fotos von der Ausstellung gezeigt. Zugleich sollen AnsĂ€tze der kritischen Theorie der Situationistischen Internationale eingefĂŒhrt werden. Die Ausgaben 3-5 von KSR können beim Vortrag erworben werden. [via]

    Download: via Mediafire (mp3; 1:30 h; 144 MB)

6.) KSR-Heftvorstellung in Berlin

Am 24.07.2016 wurde die fĂŒnfte Ausgabe von Kunst, Spektakel & Revolution in Berlin im Laidak vorgestellt. Im Vortrag sprechen Julian Kuppe und ein Redaktionsmitglied, das den im Heft enthaltenen Beitrag von Olga Montseny vorstellt. Julian Kuppe umkreist in seinem Vortrag, wie im SpĂ€tkapitalismus bzw. in der Postmoderne IdentitĂ€t und SubjektivitĂ€t prekĂ€r werden und was dies fĂŒr Gesellschaftskritik und Psychoanalyse fĂŒr Folgen hat. Der andere Vortrag geht ausgehend von den Hamburger Gefahrengebieten darauf ein, wie der Ausnahmezustand zunehmend ein normaler Bestandteil von Ordnungspolitik wird.

Es gibt keine Herrschaft ohne Gewalt. Die Gewalt sachlich vermittelter Herrschaft ist in den Institutionen verborgen und vollzieht sich als stummer Zwang der VerhĂ€ltnisse. Offen zutage tritt sie in der Peripherie, an den Grenzen, gegenĂŒber „beschwerdearmen Bevölkerungsgruppen“ und im Ausnahmezustand. Sichtbar wird sie auch in der Deformierung der (post)modernen Subjekte. Herrschaft zwingt ihren Gegnern die Frage der Gewalt auf – ist sie einmal in der Welt, muss mit ihr umgegangen werden. Die Ă€ußeren Bedingungen und die Wahl der Mittel entscheiden darĂŒber, ob die Revolution ihr (im doppelten Sinne) erliegt. Die im Juli erscheinende fĂŒnfte Ausgabe der BroschĂŒren-Reihe „Kunst, Spektakel & Revolution“ beschĂ€ftigt sich auf verschiedenen Ebenen mit der Gewalt der VerhĂ€ltnisse. Wir wollen im Laidak gemeinsam mit mehreren Autoren einen Einblick in das Heft geben. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 1:04:47 h; 88,9 MB)

Wer darĂŒber hinaus weiter hören möchte – die Homepage von Kunst, Spektakel & Revolution enthĂ€lt auch ein ausfĂŒhrliches Archiv mit Audiodateien, die im Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe und dem Magazin stehen.

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Kritik der Knastgesellschaft

Die Diskussion ĂŒber Knastkritik und die gemeinsame Organisierung von Leuten drinnen und draußen ist weitestgehend aus den linksradikalen ZusammenhĂ€ngen verschwunden – sie hatte (Ă€hnlich wie die Psychiatrie-Kritik) in den 60′er und 70′er Jahren ihren letzten Höhepunkt. Wir dokumentieren hier einige aktuelle BeitrĂ€ge zum Thema und freuen uns ĂŒber ErgĂ€nzungen in der Kommentarspalte.

1.) Ein Jahr Gefangenengewerkschaft GG/BO

Am 01.10.2015 hat Oliver Rast von der Gefangenengewerkschaft GG/BO einen Vortrag im Berliner CafĂ© Kralle gehalten. Er hat im Vortrag ĂŒber die HintergrĂŒnde der GrĂŒndung der GG/BO, ĂŒber die Entwicklungen im Organisierungsprozess und ĂŒber die Organisationsbedingungen der Gewerkschaft berichtet. Das Anarchist Radio Berlin hat den Vortrag dokumentiert.

Lohnarbeit im GefÀngnis wird bewusst entrechtet und inhaftierte BeschÀftige nicht als Arbeitnehmer*innen anerkannt. Trotzdem wird hinter Gittern ein exzessives Sozial- und Lohndumping betrieben um Auftraggeber*innen den Produktionsstandort Knast als attraktive Alternative oder sogar Sonderwirtschaftszone anzubieten.

Eine basisorganisatorische Gefangenen-Gewerkschaft macht bereits von Außen und Innen darauf aufmerksam und will mehr erkĂ€mpfen. Dabei wird der bisher sehr erfolgreiche Organisierungsprozess in den KnĂ€sten auf politischer und juristischer Ebene attackiert. Einblicke in die Arbeit der Gefangenen Gewerkschaft / Bundesweite Organisation – GG/BO sowie aktuelle Entwicklungen erfahrt ihr beim Tresen. (via)

    Download: via AArchiv (mp3; 63.3 MB; 1:10:15 h) | via archive.org (verschiedene Formate)

Beachtet auch, passend zum Thema, den Text „Ein Jahr Gefangenengewerkschaft – Eine Zwischenbilanz“ von Oliver Rast. Radio Corax hat mehrere Interviews mit Mitgliedern der Gefangenengewerkschaft gefĂŒhrt. So z.B ein Interview mit Oliver Rast, in dem es allgemein um die Gefangenengewerkschaft geht und ein Interview mit Gerd Rockmann ĂŒber die AktivitĂ€ten der Gefangenengewerkschaft in Sachsen-Anhalt.

2.) abrisse. Innen- und Außenansichten einsperrender Institutionen

2011 hat die Gruppe baul_ucken ein Buch unter dem Titel „abrisse. Innen- und Außenansichten einsperrender Institutionen“ bei Edition Assemblage herausgegeben. Das Buch wurde in engem Kontakt mit mehreren Gefangenen konzipiert, enthĂ€lt Umfragen ĂŒber das Thema Knast, einige theoretische Texte, sowie verschiedenen Sichtweisen von Gefangenen, Aktivist_innen aus verschiedenen LĂ€ndern und AntwĂ€lt_innen, die ĂŒber eine isolierte Betrachtung der Institution GefĂ€ngnis hinaus weisen. Am 12.10.2011 waren im Rahmen der Gegenbuchmesse zwei MitherausgeberInnen in der Klapperfeldstraße in Frankfurt zu Gast und haben das Buch dort vorgestellt. Zu Beginn werden O-Töne aus den Umfragen vorgespielt, dann geht es um die Entstehunsgeschichte des Buches und zuletzt wird ein Brief einer Gefangenen vorgelesen, der in dem Buch enthalten ist. In der Diskussion geht es eher grundlegend um Knastkritik und Alternativen zum GefĂ€ngnis.

    Download: via AArchiv (mp3; 76 MB; 1:46:49 h)

Eine Rezension des Buches gibt es hier. Im Vorfeld einer Buchlesung in Dresden hat Radio Corax ein Interview mit einem Mitherausgeber gefĂŒhrt, das hier nachgehört werden kann. Auf dem Blog der Gruppe baul_ucken findet sich auch ein Text von Albert Destinazero mit dem Titel „Warum Knastkritik? SelbstverstĂ€ndlichkeiten und EinsprĂŒche. Zur Entstehungsgeschichte und Rechtfertigung des GefĂ€ngnisses“.

3.) Anti-Knast-Tage 2014 in Wien / Anarchistische Texte zur Knastkritik

Das Anarchistische Radio Wien hat in einer Sendung die Anti-Knast-Tage dokumentiert, die 2014 im Wiener EKH stattfanden. Gesendet wurden Ausschnitte aus den VortrÀgen und Diskussionen, die auf den Anti-Knast-Tagen stattgefunden haben.

Von 7. bis 9. November 2014 fanden in Wien die Anti-Knast-Tage statt. An drei Tagen tauschten sich Interessierte zu diversen KĂ€mpfen gegen Knast und Repression aus, es gab Diskussionen, VortrĂ€ge und Workshops, die sich sehr unterschiedlichen Themen widmeten. Einige Höhepunkte waren beispielsweise die Veranstaltung zur neu gegrĂŒndeten Gefangenengewerkschaft in Deutschland oder ein Vortrag zur aktuellen Situation in den griechischen KnĂ€sten.

Diese Sendung fasst unvollstĂ€ndig und bruchstĂŒckhaft das Wochenende in Wien zusammen und gibt einen kleinen Einblick fĂŒr alle, die nicht dabei sein konnten bzw. will mit den Audiomitschnitten allen Teilnehmer_innen die spannenden VortrĂ€ge in Erinnerung rufen. (via)

    Download: via Anarchistisches Radio (mp3; 76 MB; 56:57 min)

Das Anarchistische Radio hat außerdem in einer weiteren Sendung mehrere Texte zur anarchistischen Knastkritik eingelesen: Die Einleitung des Buches „Stein fĂŒr Stein – KĂ€mpfen gegen das GefĂ€ngnis und seine Welt“ von einer belgischen Gruppe und den Text „An wen richten wir uns?“ aus der italienischen Zeitschrift „Machete“.

4.) Die Unsichtbaren

Nanni Balestrini hat die Erfahrung der KnastkĂ€mpfe in Italien wĂ€hrend und nach dem BĂŒrgerkrieg in den 70′er Jahren in seinem Roman „Die Unsichtbaren“ literarisch verarbeitet. AuszĂŒge aus diesem Roman wurden in der Juni-Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-StreifzĂŒge“ vorgelesen (nach einer Besprechung des Buches „Den Himmel stĂŒrmen“).

    Download: via Mediafire (mp3; 140.8 MB; 1:42:31 h)

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Texte zur Kritik am GefĂ€ngnis (aus einer eher liberalen Warte) finden sich auf knastkritik.org. Ein grundlegendes Buch zum Thema ist „Sozialstruktur und Strafvollzug“ von Otto Kirchheimer und Georg Rusche. Grundlegend fĂŒr die Anti-Knast-Bewegung war außerdem das Buch „Überwachen und Strafen. Die Geburt des GefĂ€ngnisses“ von Michel Foucault. Eine Tradition der Knastikritik hat sich vor allem im anarchistischen Milieu gehalten – die Download-Seite auf der Internet-PrĂ€senz des Anarchist Black Cross Berlin stellt einige Zeitschriften der anarchistischen Knastkritik zur VerfĂŒgung. Die BroschĂŒre „Die vernebelte Spur von Os Cangaceiros durch die soziale Pampa“ versammelt einige deutschsprachige Übersetzungen von Texten der „TotengrĂ€ber“, einem in den 70′er und 80′er Jahren in Frankreich umherreisenden Kollektiv, das sich auch dem Kampf gegen die KnĂ€ste widmete. Weitere Literatur-Tips und Links zu Audio-BeitrĂ€gen zum Thema (ob historisch-materialistisch oder kritisch-genealogisch) können in der Kommentarspalte hinterlassen werden.

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Die Verwirklichung der Poesie

Kunst, Spektakel & Revolution N°4

Ende 2014 ist die vierte Ausgabe der Zeitschrift Kunst, Spektakel & Revolution erschienen (herausgegeben vom Bildungskollektiv im Katzenberg Verlag). Das Heft dokumentiert und ergÀnzt den vierten Teil der gleichnamigen Veranstaltungsreihe in Weimar. Thema des Heftes ist die Poesie des 19. Jahrhunderts und ihr VerhÀltnis zu den revolutionÀren Bewegungen jener Epoche. Wir dokumentieren hier zum einen VortrÀge, die bei Heft-Vorstellungen gehalten wurden und zum anderen die der Veranstaltungsreihe zugrundeliegenden VortrÀge.

Die vierte Ausgabe dokumentiert den Veranstaltungsblock, der im Sommer 2012 unter dem Titel »Die Verwirklichung der Poesie« stattgefunden hat. Thema ist das VerhĂ€ltnis von Poesie und Revolution – revolutionĂ€re Poesie, Poetik der Revolution – im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die beiden Wegmarken bilden dabei die Französische Revolution von 1789ff und den Aufstand der Pariser Commune von 1871. Jene Revolution und dieser Revolutionsversuch haben bestimmt, was in dieser Epoche möglich war, haben eröffnet, was kĂŒnftig möglich sein wĂŒrde und hinterlassen ein Erbe, das noch zu rĂ€chen sein wird – auch im Bereich der kĂŒnstlerischen Produktion. Besprochen werden im Heft u.a.: Friedrich Hölderlin, Heinrich Heine, Rahel Varnhagen, Comte de LautrĂ©amont, Arthur Rimbaud, Baudelaire und Blanqui, Richard Wagner, Louise Michel und die Frauen der Pariser Commune. (via)

Zur vierten Ausgabe von KSR

Interview mit Radio Dreyeckland

Einen kurzen Einblick in das Heft hat der Mitherausgeber Lukas Holfeld in einem Interview bei Radio Dreyeckland in Freiburg gegeben (via):

    Download: via AArchiv | via FRN (mp3; 21 MB; 9:03 min)

Lukas Holfeld im GesprÀch mit Marcus Quent

Einen etwas ausfĂŒhrlicheren Einblick in das Heft hat Lukas Holfeld am 11.02.2014 im Leipziger Institut fĂŒr Zukunft im GesprĂ€ch mit Marcus Quent (Engagierte Wissenschaft) gegeben. Sie sprechen ĂŒber den Hintergrund der Veranstaltungsreihe und das Thema der BroschĂŒre.

    Download: via AArchiv (mp3; 26.5 MB; 28:54 min)

Despotismus der Freiheit

Im Anschluss an das GesprĂ€ch hat Sebastian TrĂ€nkle einen Vortrag ĂŒber Georg BĂŒchner gehalten, ein Dichter, der gut in die vierte KSR-Ausgabe gepasst hĂ€tte, es aber nicht hineingeschafft hat. TrĂ€nkle arbeitet anhand Georg BĂŒchners Dantons Tod den Widerspruch zwischen revolutionĂ€rer Moral und individuellem GlĂŒcksstreben heraus – um anschließend mit Bezug auf Oscar Wilde der Moral eine materialistische Absage zu erteilen. Dem Vortrag liegt ein Beitrag zugrunde, den TrĂ€nkle fĂŒr das Buch Gewalt und Moral. Eine Diskussion ĂŒber die Dialektik der Befreiung (Hendrik Wallat, Hg.) verfasst hat.

In Georg BĂŒchners Dantons Tod (1835) wird ein zentrales Problem aller revolutionĂ€ren Politik dramatisiert: Der Konflikt zwischen der ihr zugrunde liegenden Moral und dem GlĂŒcksstreben der einzelnen Individuen. BĂŒchners Drama – in der Sprache so unerhört modern, dass man bisweilen meinen möchte, es nehme Brecht vorweg – seziert in geradezu ideologiekritischer Manier die jakobinischen Moralvorstellungen und ihren blutigen Konsequenzen. Aus der historischen RĂŒckschau lĂ€sst das zur terroristischen Endzeit der Französischen Revolution situierte StĂŒck gar Fluchtlinien hin zum Großen Terror des Stalinismus erkennen. Vor dem Hintergrund der beiden historischen Erfahrungen wird die FragwĂŒrdigkeit eines jeden Ansatzes zu einer politischen Ethik deutlich. Mit einem Seitenblick auf Oscar Wilde soll ihr schließlich eine materialistische Absage erteilt werden: Dort wo nur fĂŒr »die Sache« gekĂ€mpft wird, statt fĂŒr das eigene GlĂŒck ist die Revolution schon an den RevolutionĂ€ren gescheitert – oder zeitgemĂ€ĂŸer formuliert: fĂŒhrt sich jeder Versuch zur Befreiung selbst ad absurdum.

Von Sebastian TrĂ€nkle ist jĂŒngst ein Aufsatz zum Thema erschienen: »Polizeisoldat des Himmels. Über revolutionĂ€re Moral und die Negation des individuellen GlĂŒcksanspruchs«, in: Hendrik Wallt (Hg.), Gewalt und Moral. Eine Diskussion der Dialektik der Befreiung, MĂŒnster: Unrast 2014. Der Vortrag möchte mit dem Essay auch das Buch vorstellen. Sebastian TrĂ€nkle ist als freier Autor tĂ€tig und lebt in Berlin. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 48.9 MB; 53:26 min)

Auguste Langlois schÀumt nicht im Tuileriengarten

Bei der Release-Veranstaltung zu KSR#4 in der ACC Galerie Weimar hat Clemens Bach seinen in der BroschĂŒre enthaltenen Artikel vorgestellt: es geht um den Begriff einer negativen PĂ€dagogik in den Werken von Joris-Karl Huysmans und Comte de LautrĂ©amont. Zuvor liest Lukas Holfeld einen Auszug aus der Einleitung des Heftes vor.

Am 30.10.2014 wird das Heft in der ACC Galerie vorgestellt und wird erstmals erhĂ€ltlich sein. Außerdem stellt Clemens Bach die Thesen seines Textbeitrags ĂŒber die Romane von Joris-Karl Huysman und Comte de LautrĂ©amont vor. In Huysmans‘ Roman »Gegen den Strich« und LautrĂ©amonts »GesĂ€ngen des Maldoror« spĂŒrt er einen negativen Kern pĂ€dagogischer Prozesse auf und stĂ¶ĂŸt dabei auf die Grenzen, die der Leib dem pĂ€dagogischen Zugriff setzt und dabei ein fiebriges Erschaudern vor dem gegenwĂ€rtigen Zustand der Gesellschaft hervorruft. Passagen aus beiden Romanen werden leserisch vorgetragen. (via)

    Download: via AArchiv (mp3; 43.9 MB; 47:57 min)

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Bewegte Ruhe.

Evozierendes Denken in der Lyrik Bertolt Brechts

In der letzten Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-StreifzĂŒge“ wurde ein Vortrag von Jörg Zimmer (u.a. Internationale Gesellschaft Hegel Marx fĂŒr dialektisches Denken, Metapher) gesendet, in dem er (wie ich finde) auf eine sympathische Weise sechs Gedichte von Bertolt Brecht interpretiert und dabei fast unbemerkt einige Aspekte dialektischen Denkens vorstellt. In der Radioversion sind die behandelten Gedichte neu eingesprochen.

Download:

  1. unbearbeitete Originalversion des Vortrags via AArchiv: Vortrag (mp3; 18,8 MB; 32:49 min) | Diskussion (mp3; 4,2 MB; 7:22)
  2. Radio-Version mit neu eingesprochenen Gedichten: via Mediafire (mp3; 54,9 MB; 1 h)
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Material zu Paul Celan

1. Magnus Klaue – SARKASMEN. Überlegungen zum poetischen Interventionismus in Paul Celans SpĂ€twerk

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst | Spektakel | Revolution“: Daß Paul Celans Lyrik entgegen verbreiteten Klischees ĂŒber deren vermeintliche Hermetik ihrer Formgestalt nach als ‚engagierte Dichtung‘ verstanden werden muß, ist spĂ€testens seit Ende der siebziger Jahre zunehmend ins Bewußtsein der akademischen Forschung, aber auch der feuilletonistischen Rezeption seines Werks getreten. Nolens volens haben die dezidiert politischen Interpretationen von Celans Lyrik seiner Vereinnahmung als ‚Dichter des Holocaust‘ durch diverse derridistisch-heideggerianische GedĂ€chtnisexperten womöglich sogar vorgearbeitet. Im Mittelpunkt solchen Interesses stehen indes die LyrikbĂ€nde aus Celans mittlerer Schaffensperiode, v.a. „Sprachgitter“ und „Die Niemandsrose“. Der Vortrag möchte demgegenĂŒber der Frage nachgehen, inwiefern Celans spĂ€te Gedichte, die sich sowohl in ihrer Entstehungsweise wie in ihrer immanenten Formsprache deutlich von den frĂŒheren unterscheiden, sich bereits als Reaktion auf verschiedene Weisen der politischen Vereinnahmung seines Werks deuten lassen. Die spezifische Form des Engagements, wie sie seinen frĂŒheren Dichtungen immanent ist, wird dabei zugespitzt in einem polemischen Interventionismus, der in bislang ungekannter Weise auf ‚pragmatische‘ Formen wie Sentenz und Epigramm zurĂŒckgreift, zugleich aber jede Art politischer ‚Gebrauchsdichtung‘, wie sie zur gleichen Zeit etwa von Enzensberger vertreten wurde, scharf zurĂŒckweist. FĂŒr die besondere Formsprache, die durch die VerschrĂ€nkung von Elementen ‚eingreifender‘ und ‚absoluter‘ Dichtung im SpĂ€twerk entsteht, schlĂ€gt der Vortrag den Begriff des Sarkasmus vor. Im Mittelpunkt stehen Gedichte aus den BĂ€nden „Fadensonnen“, „Lichtzwang“ und „Schneepart“.

Download: via FRN [mp3; Stereo; 128 kbps; 42,0 MB] oder nachbearbeitet via MF [mp3; Mono; 40 kbps; 13,1 MB]

2. Ich hörte sagen. Gedichte und Prosa

Die Stimme der Poesie – Paul Celan ist einer bedeutendsten deutschprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts. In seinen Gedichten verbindet sich bittere Kritik mit sehnsĂŒchtiger Utopie, sie sind in ihrem Wesen nach Dialoge, ZwiegesprĂ€che. Im Vortrag des Autors entfalten sie ihre Trauer und Anklage in eindringliches Tönen.

Paul Celan, 1920 – 1970, liest hier ĂŒber 80 Gedichte aus Der Sand der Urnen, Mohn und GedĂ€chtnis, Von Schwelle zu Schwelle, Die Niemandsrose, Sprachgitter, Fadensonnen, Atemwende sowie aus AusgewĂ€hlte Gedichte.

Paul Celans Vortrag offenbart, wie sehr dieser Dichter aus und in der Sprache lebt, wie er spricht, um zu leben. Sein Werk zeigt, dass auch nach Auschwitz Lyrik noch möglich ist, wenn sie die bittere RealitÀt nicht verdeckt. [Literatur-Report]


Download
: CD 1 | CD 2 [via MF]; pw:

Schnabelfeld

3. Wutpilger-StreifzĂŒge. Fragmente aus Politik und Kultur #1

Das Debut der Sendereihe „Wutpilger-StreifzĂŒge“, in dem das Sendekonzept vorgestellt und Überlegungen zur Möglichkeit einer Radiosendung angestellt werden, enthĂ€lt die Lesung und eine Interpretation des Celan-Gedichtes „Wutpilger-StreifzĂŒge“ (Fadensonnen, PCGW II, S.169). Das in der Sendung enthaltene Kurz-Essay zu Fragment und Aphorismus kann hier nachgelesen werden.

Download [via MF; mp3; Stereo; 128 kbps; 52 min 17 sec; 47,9 MB]

4. Lorettas Leselampe – Dezember 06

Lorettas Leselampe stellt in diesem Sende-Ausschnitt die 2006 aus dem Nachlass erschienenen Prosa-Fragmente Celans (Paul Celan: Mikrolithen sinds, Steinchen. Die Prosa aus dem Nachlass. Suhrkamp) vor.

Download [via MF; Stereo; 128 kbps; 18 min 57 sec; 17,4 MB]

5. Bremer Literaturpreis 1958

Celan wurde 1958 fĂŒr seine BĂ€nde „Mohn und GedĂ€chtnis“ und „Von Schwelle zu Schwelle“ der Bremer Literaturpreis verliehen. Hier ein kurzer Auszug aus seiner Rede wĂ€hrend der Preisverleihung:

hören [Radio Bremen]

6. Literaturempfehlungen zum Thema: (mehr…)

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